Präsentation des White Papers „Forschungsbedarf im Bereich Carbon Management in Österreich“

Am 21. April 2026 wurde das White Paper der DEE-Kommission zum Thema „Forschungsbedarf im Bereich Carbon Management” im Rahmen einer Veranstaltung an der ÖAW vorgestellt. Johannes Schmidt von der BOKU, einer der Hauptautoren des White Papers, präsentierte zu Beginn der Veranstaltung die wichtigsten Erkenntnisse daraus. Das White Paper gibt einen Überblick über den Stand des Wissens in Österreich, formuliert eine Reihe von Empfehlungen für die nationale Forschungspolitik und behandelt dabei nicht nur technische, sondern auch politische, ökonomische und gesellschaftliche Themen. Anschließend wurden zentrale Aussagen des Papiers in einer Podiumsdiskussion mit Alina Brad (Universität Wien), Thomas Fleckl (AIT), Falko Uekert (IT:U Linz) und Karl Steininger (Universität Graz/DEE) vertieft. Karl Steininger betonte den Bedarf nach einer verlässlichen und politisch glaubhaften Strategie. Die Forschung könne dabei konkrete Pfade aufzeigen und ökonomische Wirkungen darstellen, um politische Entscheidungen wahrscheinlicher zu machen. Aus seiner Sicht sei klar, dass Carbon Management als eine notwendige Maßnahme zur Standortsicherung angesehen werden müsse. Thomas Fleckl argumentierte, dass eine erfolgreiche Umsetzung eine Begleitung des Themas aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven erfordere. Dafür biete das White Paper eine sehr gute Ausgangslage, da es das Thema umfassend aufbereitet habe. Auch Alina Brad plädierte dafür, dass in den kommenden Jahren insbesondere die interdisziplinäre Forschung gefördert werden sollte. Notwendig seien etwa Projekte, bei denen mittels gesamtwirtschaftlicher Modellierung Verteilungseffekte erforscht und anschließend unter Einbeziehung gesellschaftlicher Anspruchsgruppen qualitativ analysiert werden. Falko Ueckerdt sprach sich, Aspekte der anderen Podiumsteilnehmer*innen aufgreifend, für ein breit angelegtes Verbundprojekt aus, in dem die Themenbereiche Energie, Industrie und Landnutzung systemisch analysiert werden. Damit könne die Forschung einen wichtigen Beitrag leisten, um die nach wie vor bestehenden politischen Unsicherheiten zu reduzieren. Wichtige Impulse für die Diskussion und die weitere Beschäftigung mit dem Thema kamen schließlich auch von den rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Veranstaltung.

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