Historische Reiseberichte über das Osmanische Reich sind reich an Darstellungen von Flora, Fauna und Landschaften. In einem institutionenübergreifenden Projekt werden die Bilder KI-gestützt analysiert. Die dabei entstandene Webanwendung wird nun öffentlich präsentiert.
Wie haben Reisende die Natur des Osmanischen Reichs gesehen? Welche Rolle nahmen Darstellungen von Flora, Fauna und Landschaften in ihren Berichten ein? Um der historischen Wahrnehmung von Natur und Landschaft näherzukommen, hat ein Team aus Historiker:innen, Fachleuten der Osmanistik, Computer- und Bibliothekswissenschaften mehr als 2000 verschiedensprachige, reich bebilderte Reiseberichte analysiert, die zwischen 1501 und 1850 gedruckt wurden.
Das Projektteam, dem Forscher:innen des IHB der ÖAW, des Austrian Institute of Technology (AIT), der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB) in Wien, der Paris Lodron Universität Salzburg und der Marmara University in Istanbul angehören, entwickelte einen KI-gestützten Workflow zum Auffinden und Analysieren von Texten und Bildern. Das Innovative daran: Die Computermodelle operieren rein auf Basis der Bilder und sind nicht auf - von Menschen generierte - Metadaten angewiesen.
Die im Zuge dieser Arbeit im Rahmen des FWF-unterstützten Projekts Ottoman Nature in Travelogues, 1501-1850: A Digital Analysis (ONiT) entstandene Webanwendung und die damit zusammenhängenden Möglichkeiten werden bei dieser Veranstaltung vorgestellt. Die Webanwendung wurde für die Wissenschaft konzipiert, steht aber auch der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung. Damit wurde erstmals ein umfassendes Korpus Osmanischer Reiseberichte in Wort und Bild erschlossen, das eine Grundlage transnationaler Umwelt- und Naturgeschichte bildet.
Für die Online-Teilnahme ist keine Anmeldung erforderlich!
Informationen
Datum
Montag, 20. Jänner 2025, 17:00 Uhr
Ort
Österreichische Akademie der Wissenschaften, Theatersaal
Sonnenfelsgasse 19
1010 Wien
Kontakt
Dr. Doris Gruber