Vorstellung des dritten Bandes des vom IOS erarbeiteten Handbuchs zur Geschichte Südosteuropas (Verlag De Gruyter Oldenbourg). Mit dem von Konrad Clewing und Hannes Grandits herausgegebenen dritten Band findet der im Rahmen des Handbuchprojekts breit angelegte Themenbereich Herrschaft, Staatlichkeit und Politik zu über 2000 Jahren Geschichte – von der römischen Antike bis in die Gegenwart – seinen Abschluss.
Der dritte Band behandelt in zehn Abschnitten die Transformation der südosteuropäischen Staatenwelt auf ihrem Weg in die „Moderne“ und bis in die Gegenwart. Dabei rücken nicht allein die markanten krisen- und kriegsbedingten Wandlungen und Umbrüche ins Zentrum. Eng verbunden hiermit sind auch Reformvorhaben und adaptierte Herrschaftsstrukturen und -beziehungen, die im innergesellschaftlichen wie internationalen Kontext vorgestellt werden.
Der Band führt in die Geschichte der bis zum Ersten Weltkrieg imperial geprägten Teile der Region wie auch in zusätzliche Formen von nationaler Staatlichkeit ein, als im 19. und 20. Jahrhundert das Nationalstaatsprinzip als Ordnungssystem Fuß fasste und eine weitgehend multiethnisch geprägte Landschaft überformte. Er zeigt dabei epochenübergreifende Zusammenhänge auf und bündelt das inner- und außerhalb der Region uneinheitliche Forschungswissen. Ergänzt wird das Werk unter anderem durch eine 180-seitige Bibliographie, zahlreiche Karten, Herrscherlisten und eine Ortsnamenkonkordanz. Die Region, die heute durch ihre schon erfolgte oder noch anstehende Mitgliedschaft in der Europäischen Union in besonderer Weise auf den übrigen Kontinent rückwirkt, wird somit auch für politisch Interessierte in ihrer historischen Tiefe erschlossen.
Die Veranstaltung erfolgt in Kooperation mit dem Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung IOS.
Informationen
Datum
Dienstag, 4. März 2025, 18:00 Uhr
Ort
Institut für Osteuropäische Geschichte der Universität Wien - Unicampus
Spitalgasse 2/Hof 3/Eingang 3.2 im EG
1090 Wien
Kontakt
Dr. Joachim Matzinger