Seither hat die Teilchenphysik enorme Fortschritte gemacht. Der Large Hadron Collider (LHC) hat erste bedeutende Ergebnisse geliefert, die entscheidend zur Aufklärung der Entstehung unseres Universums beitragen. Durch diese neuen Entdeckungen öffnet sich ein Tor zu neuen Fragestellungen und möglicherweise ergeben sich Hinweise auf neue Phänomene. Daher war es an der Zeit, die europäische Strategie für Teilchenphysik den neuen Erkenntnissen anzupassen und zu aktualisieren.
Das Update der Europäischen Strategie für Teilchenphysik wurde von einer vom CERN-Rat eingesetzten Strategiegruppe definiert. Geleitet wurde das Strategie-Update vom wissenschaftlichen Sekretariat. Manfred Krammer vom Institut für Hochenergiephysik (HEPHY) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften hat als Mitglied dieses Sekretariats das heute unterzeichnete Dokument mitverfasst. Der österreichische Vertreter der Europäischen Strategiegruppe war Andre Hoang von der Universität Wien.
Ein sehr wichtiges Thema der aktuellen Strategie ist die Erhaltung und der Ausbau des europäischen Modells der grenzüberschreitenden Forschung. Die Europäische Organisation für Kernforschung (CERN), mit dem CERN-Rat als Aufsichtsorgan, wurde im Jahr 1954 gegründet. Heute forschen am CERN mehr als 11.000 Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker aus 100 Nationen. Das CERN ist also seit fast 60 Jahren eines der weltweit führenden Zentren für Grundlagenforschung und ein wichtiges Beispiel für erfolgreiche internationale Zusammenarbeit.
Laut Strategiepapier soll die Hauptaufgabe des CERN sein, als starke Basis die Zusammenarbeit von Forschungseinrichtungen der CERN-Mitgliedstaaten und zukünftige internationale Teilchenphysik-Projekte, unter der Leitung des CERN-Rates, zu koordinieren.
Weitere Strategieschwerpunkte Europas und der Europäischen Teilchenphysik-Community sind:
- Nutzung des vollen Potenzials des LHC als weltweit führende Einrichtung für Teilchenphysik
- Studien zu geplanten Post-LHC-Beschleuniger Projekten am CERN
- die Öffnung für die Zusammenarbeit bei Teilchenphysik-Projekten außerhalb Europas, z.B. an einem möglichen Internationalen Linear Collider Labor in Japan
- Investitionen in Kommunikation, Bildung und Öffentlichkeitsarbeit um weltweit die Öffentlichkeit zu informieren
Weitere Information finden Sie unter: http://press.web.cern.ch