In Wien, in der Aula der Wissenschaften, lag der Schwerpunkt auf der wissenschaftlichen Erforschung der Natur der Teilchen. Die Grundlagenforschung in der Teilchenphysik erlaubt nicht nur, die kleinsten Bauteile des Universums zu beschreiben. Unser Verständnis für ihre physikalischen Eigenschaften ermöglicht es uns auch, die Vorgänge in der Natur wenige Bruchteile von Sekunden nach dem Urknall zu beschreiben.
Die Erwartungen an den Large Hadron Collider (LHC) im CERN sind heuer sehr hoch – die Messungen sollen nämlich zum ersten Mal die Chance erbringen, konkrete Aussagen über die Existenz – oder die Nichtexistenz - des Higgsbosons zu machen. Natürlich erfordern komplexe Zusammenhänge auch ausführliche Erläuterungen. Unsere Experten waren daher auf Grund des großen Besucherandrangs im Dauereinsatz. Besonderes Interesse galt auch den kosmischen Strahlen, deren Entdeckung vor genau 100 Jahren durch den österreichischen Nobelpreisträger Victor Hess diese gesamte Forschung überhaupt erst ermöglicht hat.
In Wiener Neustadt bot sich Gelegenheit, in Zusammenarbeit mit dem medizinischen Beschleunigerzentrum MedAustron die praktischen Anwendungen der Teilchenforschung zu demonstrieren. Die Teilchen, deren Natur wir am CERN erforschen, sollen nun auch in Österreich zu fortgeschrittenen medizinischen Behandlungen genutzt werden. Durch einen Blick aus dem Fenster konnte man sich dabei auch vom Baufortschritt des Beschleunigers überzeugen. Er wird in Zusammenarbeit mit dem CERN entwickelt und gebaut und 2014 in Betrieb gehen. Damit spannt sich der Bogen von der natürlichen kosmischen Strahlung, deren „Domestizierung“ im Teilchenbeschleuniger bis zur Anwendung bei der Bekämpfung von Tumoren.