Back

Jugendliche entdecken den Ursprung des Universums

Bei den Hands on Particle Physics Masterclasses dabei zu sein bedeutet, Alles über Quarks, den Big Bang, das Universum und die größte Maschine der Welt zu erfahren. Für SchülerInnen von 16 bis 19 Jahre sind diese Forschungstage eine einzigartige Gelegenheit, in authentischer Umgebung die faszinierende Arbeit von Teilchenphysikern kennen zu lernen.

12.02.2010

Raus aus dem Klassenzimmer und rein in die Welt internationaler Forschung. Hautnah mitzuerleben was Österreichische Teilchenphysiker so treiben, eröffnet den Schülern die Möglichkeit den Wissenschaftlern über die Schulter zu schauen. Die Nachwuchs-Teilchenphysiker analysieren selber Daten, die bei Kollisionen zwischen Elementarteilchen am weltgrößten Beschleuniger am CERN in Genf aufgezeichnet wurden. 

Die Masterclasses sind ein international durchgeführtes Event, an dem jährlich mehr als 6000 Schüler teilnehmen. Die Hands on Particle Physics Masterclasses finden vom 15.02. bis zum 5.03.2010 statt und werden dieses Jahr bereits zum sechsten Mal veranstaltet. Ins Leben gerufen wurde diese Internationalen Schulerforschungstage von der EPPOG (European Particle Physics Outreach Group). 90 Universitäten und Forschungseinrichtungen in 22 Ländern öffnen für den interessierten Nachwuchs ihre Türen. Darunter 3 Standorte in Österreich, Wien (Institut für Hochenergiephysik der ÖAW, Fakultät für Physik), Graz (Universität Graz - Institut für Physik) und Innsbruck (Institut für Astro- und Teilchenphysik). 

Im Rahmen einer Videokonferenz mit dem CERN bzw. dem FermiLab und anderen internationalen Masterclasses, die am selben Tag stattfinden, werden die Ergebnisse untereinander verglichen und mit den Experten am CERN/FermiLab diskutiert. 

„Uns ist es ein wichtiges Anliegen, interessierten jungen Menschen einen Einblick in die moderne Grundlagenforschung zu geben, und freuen uns sehr, dass dieses Angebot auf so reges Interesse stößt“, so Laurenz Widhalm, Teilchenphysiker am Institut für Hochenergiephysik der ÖAW (HEPHY) und nationaler Koordinator der Masterclasses in Österreich. 

Einführende Vorträge vermitteln den Teilnehmern die nötigen Vorkenntnisse über Elementarteilchen, die Bausteine der Materie. Anschließend werten die Jugendlichen Daten aus, die bei Teilchenkollisionen am CERN in Genf aufgezeichnet wurden. In den kilometerlangen unterirdischen Röhren des Forschungszentrums zirkulieren Teilchen nahezu mit Lichtgeschwindigkeit. Wenn diese aufeinander stoßen, entstehen neue Elementarteilchen. Die Untersuchungen dieser Kollisionen, die genau so bereits Sekundenbruchteile nach dem Urknall statt fanden, erlauben Rückschlüsse darauf, wie das Universum entstanden ist. Zum Abschluss des Forschungstags vergleichen die Nachwuchs-Wissenschaftler ihre Ergebnisse in einer Video-Konferenzschaltung mit anderen Teilnehmern aus der ganzen Welt – genau so, wie es auch in den internationalen Kollaborationen der Teilchenphysiker üblich ist. 

An separaten Lehrerforschungstagen können Lehrkräfte ebenfalls an dem Programm teilnehmen und erhalten in den Teilchenphysik-Instituten Anregungen und Material für die Unterrichtsgestaltung. Nach einführenden Vorträgen können sie gleichfalls mit realen Daten der Teilchenphysik-Experimente am CERN arbeiten. Darüber hinaus besteht die Gelegenheit mit Forschern und im Kollegenkreis darüber zu diskutieren wie sich die Teilchenphysik in den Schulunterricht einbinden lässt. 

Alle Teilneh¬merInnen erhalten eine CD-ROM mit interaktivem Lern- und Arbeitsmaterial, deren Produktion u.a. von der Europäischen Physikalischen Gesellschaft (EPS) unterstützt wird.

Ansprechpartner:
DI Dr. Laurenz Widhalm
Tel: 01 544 723 28-33
[email protected]

Weitere Informationen:
masterclasses.hephy.at
eppog.web.cern.ch/eppog/