Das HEPHY wurde mit seinem Partner Infineon im Rahmen des Houska-Forschungspreises ausgezeichnet
11.04.2014
Das Projekt
Ortsauflösende Siliziumdetektoren nehmen heutzutage eine essentielle Funktion in nahezu allen Experimenten in der Teilchenphysik ein. Durch den ständigen Teilchenbeschuss in den Experimenten - wie z.B. CMS am CERN - altern die Detektoren und müssen nach einiger Zeit ausgetauscht werden. Ziel dieses Projekts ist es, strahlenharte und alterungsresistentere Detektoren zu entwickeln, die zusätzlich noch größer und dünner sind als die heute verfügbaren. Dadurch benötigt man weniger Halte- und Tragestrukturen, was die Genauigkeit der Teilchenspurerkennung erheblich verbessert. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit Infineon Technologies wurden bereits erste, qualitativ hochwertige, Prototypen solcher Detektoren hergestellt und bei internationalen wissenschaftlichen Konferenzen präsentiert.
In weiterer Folge sind zahlreiche Spin-Offs, unter anderem im medizinischen Bereich, möglich. Konkret könnten für MedAustron, das zur Zeit in Bau befindlichen Krebstherapiezentrum in Wiener Neustadt, großflächige und strahlenharte Detektoren dazu dienen, direkt mit dem Therapiestrahl tomographische Aufnahmen zu machen, mit denen die Position des zu bestrahlenden Krebstumors besser vermessen werden kann.
Das Institut für Hochenergiephysik arbeitet seit mehr als 10 Jahren an der Entwicklung solcher Detektoren und deren Betrieb. Die jahrelange Erfahrung des HEPHY in diesem Bereich wurde genutzt, um gemeinsam mit dem etablierten Halbleiterhersteller Infineon solche Teilchendetektoren herzustellen. Infineon bringt dabei seine weltweit anerkannte Expertise in der Halbleiterfertigung in die Kooperation ein.
„Die Zusammenarbeit startete im Jahr 2009 und ist sehr erfolgreich. Wir konnten von Infineon hergestellte Detektoren bereits für Tests und Prototypen neuer Auslesekonzepte des CMS Experiments verwenden. Der Houska-Preis ist eine tolle Anerkennung für die lange Arbeit“ freut sich Thomas Bergauer, Leiter dieses Projekts am HEPHY. Johannes Hacker von Infineon ergänzt: „Es freut uns sehr ein solch spannendes Projekt mit unseren Kompetenzen in der Fertigungstechnologie ergänzen zu können und gratulieren sehr herzlich zum Houska-Preis.“
Im Zuge der Projektzusammenarbeit finanziert Infineon auch Studierende, die im Rahmen ihrer Diplomarbeit sowohl das akademische Umfeld am Institut für Hochenergiephysik als auch die angewandte Forschung in einem internationalen Unternehmen wie Infineon kennen lernen.