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Beginn einer Ära: Beim Teilchenbeschleuniger SuperKEKB gehen die Lichter an

Der Teilchenbeschleuniger SuperKEKB im japanischen Labor für Teilchenphysik KEK nahe Tokio hat seinen Betrieb aufgenommen. Am 10. Februar ist es zum ersten Mal gelungen, einen Positron-Strahl im Low Energy Ring (LER) mit einer Energie von 4 Gigaelektronvolt zu speichern und mithilfe tausender Magnete rund um den 3 Kilometer langen Ring zu führen. Am 26. Februar folgte der nächste Meilenstein: Im High Energy Ring (HER) wurde ein 7 Gigaelektronvolt Elektron-Strahl gespeichert und in entgegengesetzter Richtung mit nahezu Lichtgeschwindigkeit durch den Beschleuniger-Tunnel gesteuert.

09.03.2016

Diese ersten Umläufe der beiden Strahlen bedeuten einen wichtigen, ersten Schritt in Richtung Inbetriebnahme des Beschleunigers. 2017 sollen die beiden Strahlen im Nanometer-Bereich fokussiert und zur Kollision gebracht werden. Im Vergleich zu anderen Beschleunigern zeichnet sich SuperKEKB durch eine besonders hohe Kollisionsrate der Teilchen aus. Dies ermöglicht Präzisionsmessungen der Zerfälle von B-Mesonen und anderer schwerer Teilchen, die eine Überprüfung des Standard-Modells der Teilchenphysik mit nie dagewesener Genauigkeit gestatten. Sollten Abweichungen zu theoretischen Vorhersagen gefunden werden, wäre das möglicherweise ein Hinweis für bisher unbekannte Teilchen oder Prozesse.

Die Kollisionen im SuperKEKB-Beschleuniger werden vom Belle II-Experiment aufgezeichnet und analysiert.  Rund 700 TeilchenphysikerInnen aus 98 Instituten und 23 Ländern sind an dieser internationalen Kollaboration beteiligt. Das Institut für Hochenergiephysik der Österreichischen Akademie der Wissenschaften leitet federführend den Bau des innersten Detektor-Elements, des Silizium-Streifen-Detektors SVD.