Standortbestimmung für den Beitrag der Landnutzung und Biomasseproduktion in Wien zur Erreichung des 2° Ziels.

Ausmaß und Muster der gesellschaftlichen Aneignung von Nettoprimärproduktion in Wien


Projektleiter: ao. Univ.-Prof. Dr. Karlheinz Erb, M.J.A.

Laufzeit: 01.09.2016 – 30.11.2016

Fördergeber: Kulturabteilung der Stadt Wien (MA7)

Die Verwendung von Biomasse spielt eine zentrale Rolle im Ressourcenverbrauch menschlicher Gesellschaften, stellt sie doch die Basis für die menschliche und tierische Ernährung, aber auch für die Verfügbarkeit von (Bio-)Energie dar. Dies rückt die Landnutzung, d.i. die Nutzung von terrestrischen Ökosystemen wie durch Land- und Forstwirtschaft, an eine zentrale Position von Nachhaltigkeitsüberlegungen. Andererseits speichern terrestrische Ökosysteme, in denen durch Photosynthese Biomasse produziert wird, auch gewaltige Mengen an Kohlenstoff und stellen dadurch einerseits wesentliche Elemente des globalen Klimasystems, anderseits aber auch wichtige Elemente der Climate Change Mitigation (beispielsweise der Bekämpfung des Klimawandels durch die vermehrte Absorption von atmosphärischem Kohlenstoff in Ökosystemen) dar.

Ziel der Studie ist die flächendeckende Berechnung der Gesellschaftlichen Aneignung von Nettoprimärproduktion (Human Appropriation of Net Primary Production, HANPP) für das Gebiet der Stadt Wien durchzuführen. HANPP ist ein international anerkanntes analytisches Indikatoren-Framework, das es erlaubt, Aussagen über die Intensität der Biomassenutzung sowie über Nutzungspotentiale zu treffen und systematisch alle Biomasseflüsse konsistent zu erheben. Gleichzeitig dient HANPP als sogenannter „Pressure-Indikator“, der es erlaubt, den allgemeinen Nutzungsdruck zu erheben und zu bewerten: denn je höher das HANPP Niveau, desto höher der gesellschaftliche Druck auf das analysierte Ökosystem mit all seinen Komponenten, vom Kohlenstoff und Nährstoffkreislauf bis hin zur Biodiversität. HANPP ist Teil des etablierten Materialflusskonzepts und geht in manchen Aspekten sogar darüber hinaus, indem es systematisch gesellschaftliche mit ökologischen Biomasseflüssen integriert.

Insbesondere Wien weist eine vielfältige Landschaft auf, die vielerlei Nutzungsformen unterliegt, von den Wäldern des Wienerwaldes, des Lainzer Tiergartens oder des Praters bis hin zu den Städtischen Parkanlagen und landwirtschaftlichen Produktionsflächen an der Peripherie. Deshalb ist gerade im Zusammenhang mit internationalen Anstrengungen zur Eindämmung des Klimawandels eine Erhebung des Beitrages der Stadt Wien, obwohl relativ klein an Fläche, dennoch unerlässlich. Dafür ist eine holistische Standortbestimmung der Landnutzung im Wiener Stadtgebiet unter Berücksichtigung aller Nutzungstypen und Ökosysteme und deren Rolle im lokalen (und globalen) Kohlenstoffkreislauf ein wesentlicher Beitrag.