
Antisemitismus ist nicht einfach Rassismus gegen Jüdinnen und Juden, sondern hat seine Besonderheiten. Als (falsche) Welterklärung erfüllt er auch einzigartige Bedürfnisse. Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu Rassismus werden aufgezeigt. Im Fokus des Workshops steht die aktuell dominierende Form, der israelbezogene Antisemitismus und die Frage, wie Kritik an dem Verhalten des israelischen Staates und seiner Regierung davon präzise unterschieden werden kann. An ausgewählten Medienbeispielen wird diskutiert, welche Trends in der Medienberichterstattung über den so genannten Nahen Osten zu erkennen sind sowie wie Antisemitismus erkannt und vermieden werden kann.
Medien haben eine besondere Verantwortung. Insbesondere während eskalierender Konflikte im Nahen Osten ist die Berichterstattung über Israel häufig von Sprachbildern geprägt, die – bewusst oder unbewusst – lange tradierte antisemitische Vorurteile transportieren. Der Workshop richtet sich ausdrücklich an Journalist:innen und findet im Rahmen der Nationalen Strategie gegen Antisemitismus 2.0. an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften statt.
Ljiljana Radonić ist Vize-Direktorin des Instituts für Kulturwissenschaften an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, wo sie auch die Arbeitsgruppe Erinnerungskultur leitet. Seit über 20 Jahren unterrichtet sie am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien u.a. über Antisemitismustheorien. Sie ist Mitglied des Nationalen Forums gegen Antisemitismus, des Komitees des Nationalfonds der Republik Österreich für die Opfer des Nationalsozialismus, der österreichischen Delegation der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) sowie des wissenschaftlichen Beirats von erinnern.at.
