Seit fast eineinhalb Jahrhunderten prägen die in Rom nahezu einzigartigen Voraussetzungen für die historische Grundlagenforschung auch die Tätigkeit des 1881 gegründeten Österreichischen Historischen Instituts. Die Schwerpunkte des ÖHI liegen in den Bereichen mittelalterliche und neuere Geschichte, Kirchengeschichte, Archäologie sowie Kunstgeschichte des Barock. Innerhalb dieses Fächerspektrums, aber auch zu literaturwissenschaftlichen, kulturhistorischen und musikwissenschaftlichen Themenstellungen, vergibt die Österreichische Akademie der Wissenschaften jährlich Stipendien zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, die vor allem für Recherchen an Dissertationsprojekten dienen. Die zahlreichen Archive und Bibliotheken der Ewigen Stadt – darunter das Archivio Apostolico Vaticano und die Biblioteca Apostolica Vaticana – bieten einzigartige Voraussetzungen für historische, kulturgeschichtliche und humanistische Studien. Zahlreiche namhafte österreichische Forscherinnen und Forscher haben diese Möglichkeiten zu Beginn ihrer Karriere im Rahmen mehrmonatiger Studienaufenthalte am ÖHI genutzt. Mehrere Publikationsreihen beim Verlag der ÖAW und beim Böhlau-Verlag sowie die seit 1957 bestehende Zeitschrift „Römische Historische Mitteilungen“ bilden die Bandbreite des am ÖHI vertretenen wissenschaftlichen Spektrums ab. Durch zahlreiche bilaterale und internationale wissenschaftliche Veranstaltungen hat sich das Institut als Plattform des geisteswissenschaftlichen Dialogs zwischen österreichischen und italienischen Forscherinnen und Forschern einen Namen gemacht. Mit der mit über 100.000 Bänden größten österreichischen Auslandsbibliothek hat das ÖHI außerdem auch einen festen Platz im wissenschaftlichen Netzwerk Roms.
Für detaillierte informationen zur Geschichte des Instituts siehe:
Karl Rudolf, Geschichte des Historischen Instituts in Rom 1881–1938. Römische Historische Mitteilungen 23 (1981), 1–137;
Heinrich Schmidinger, Die historischen Studien und deren Abteilung am Österreichischen Kulturinstitut in Rom nach dem Zweiten Weltkrieg. Römische Historische Mitteilungen 23 (1981), 139–179.
Zur Baugeschichte und Architektur des Gebäudes siehe:
Inge Podbrecky, Das österreichische Institutsgebäude in Rom: Architektur und Identität. Römische Historische Mitteilungen 52 (2010), 323–371;
Georg Steinmetzer, Gebaute Außenpolitik 1937: Das österreichische Kulturinstitut und die Kriegerkapelle von Santa Maria dell'Anima in Rom. Römische Historische Mitteilungen 57 (2015), 131–196, insbesondere pp. 131–163.

