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Neues Denken – neues Handeln

Wie kann der transformative Wandel in Österreich gelingen?

16.04.2026

Auf Basis des globalen Assessments des Weltbiodiversitätsrats (IPBES) zum transformativen Wandel hat ein interdisziplinäres Team führender Wissenschaftler:innen aus Österreich – überwiegend Mitglieder des österreichischen Biodiversitätsrats und Mitglieder der Kommission für Biodiversität in Österreich (BIODIV-A) – einen Bericht erarbeitet, der erstmals aufzeigt, wie ein transformativer Wandel auch in Österreich gelingen kann.

Die Lage ist ernst: Wie die gesamte Welt befindet sich auch Österreich in einer sich zuspitzenden ökologischen Mehrfachkrise. Die fortschreitende Übernutzung von Ökosystemen sowie Umweltverschmutzung zählen zu den zentralen Ursachen für Biodiversitätsverlust und Klimawandel. Diese Krisen sind nicht nur eine Bedrohung für unsere natürlichen Lebensgrundlagen, sondern auch für die soziale Stabilität und wirtschaftliche Sicherheit.

Um diesen Krisen zu begegnen und Wege zum Erhalt der Biodiversität aufzuzeigen, erarbeitete der Weltbiodiversitätsrat (IPBES – Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) im Zeitraum von 2022 bis 2024 unter Mitarbeit von über 100 internationalen Expert:innen das Assessment zum transformativen Wandel. Transformativer Wandel bedeutet grundlegende, systemübergreifende Veränderung von Perspektiven, Strukturen und Praktiken. Das Assessment beschreibt die Notwendigkeit eines solchen Wandels, der die Beziehung zwischen Natur und Gesellschaft neu gestaltet. Das Hinauszögern von Maßnahmen zur Erreichung globaler Nachhaltigkeit ist dabei weit kostspieliger als sofortiges, entschlossenes Handeln.

Der nun veröffentlichte österreichspezifische Bericht soll politischen Entscheidungsträger:innen, zivilgesellschaftlichen Akteur:innen und der interessierten Öffentlichkeit Wege aufzeigen, diesen transformativen Wandel in Österreich gesamtgesellschaftlich umzusetzen.

Für Alice Vadrot,  stellvertretende Vorsitzende der BIODIV-A undProfessorin für Umweltpolitik an der Universität Wien und Projektleitung von Biodiversity Austria – International, ist der Bericht ein wichtiger Schritt im Kampf gegen den Biodiversitätsverlust: „Ein transformativer Wandel ist notwendig, um unsere Gesellschaft naturverträglich zu gestalten. Dieser Wandel ist eine Herausforderung und Chance zugleich – er erfordert entschlossenes Handeln auf politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene. Unser Bericht bringt das globale Assessment auf die österreichische Ebene und macht deutlich, dass wir in Österreich viele Möglichkeiten haben, um effektive Schritte einzuleiten – von einer rechtlichen Stärkung der Natur, bis hin zu einem grundlegenden Wertewandel.“

Zehn Wissenschaftler:innen verschiedener österreichischer Forschungseinrichtungen haben den Bericht mit dem Titel „Neues Denken – neues Handeln: Schlussfolgerungen und Handlungsperspektiven aus dem globalen IPBES Assessment zu transformativem Wandel für Österreich“ im Rahmen des Projekts Biodiversity Austria – International erstellt. Das Projekt Biodiversity Austria – International fungiert als österreichische Schnittstelle zum Weltbiodiversitätsrat und wird vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) gefördert.

Der Bericht präsentiert fünf Strategien und 21 Maßnahmen, die unterschiedliche Handlungsbereiche betreffen. Die Strategien behandeln den Schutz und die Wiederherstellung ökologisch und gesellschaftlich wertvoller Orte; den systemischen Wandel in Sektoren, die am stärksten zum Biodiversitätsverlust beitragen; die Neugestaltung von Wirtschaftssystemen; die Anpassung von Governance-Strukturen; sowie einen gesellschaftlichen Wertewandel. Konkrete Vorschläge reichen von der Etablierung eines Bürger:innenrats für Biodiversität über die Förderung der Naturverbundenheit in der Bildung, hin zur Verankerung der Eigenrechte der Natur.

 

Download Bericht

 

Medienecho (ORF)

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