Joseph von Hammer-Purgstall

wM 1847
1847-1849 1. Präsident


Curriculum Vitae

  • 9. Juni 1774 (Graz) – 23. November 1856 (Wien)
  • Ausbildung an der Orientalischen Akademie zum Dolmetscher und Diplomaten (1789–1794).
  • Staatskanzlei; Wissenschaftliche Bearbeitung von Handschriften der Hofbibliothek (1794–1799).
  • 1. Aufenthalt an der Internuntiatur in Konstantinopel als Dolmetscher (1799–1800).
  • Teilnahme am Feldzug in Ägypten in britischen Diensten (1801).
  • 2. Aufenthalt an der Internuntiatur in Konstantinopel als Legationssekretär (1802–1804).
  • Kaiserl. Agent in Jassy, Großfürstentum Moldau (1806-1807).
  • Wirklicher Staatsrat, Hofdolmetscher (1811).
  • Heirat mit Karoline von Henikstein (1768 – 1844) (1816).
  • Erbe von Herrschaft und Schloß Hainfeld (Stmk) der Grafen Purgstall, seitdem Führen des Namens (1835).
  • Wesentlicher Anteil an Betreibung der Gründung der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften (1847), erster Präsident (1847–1849).


Forschung

  • Äußerst produktiver und vielseitiger Gelehrter in verschiedenen Gebieten der Orientalistik. Zentrale Forschung auf dem Gebiet der Literaturgeschichte sowie der persischen, mongolischen und osmanischen Geschichte.
  • Der Diwan von Mohammed Schemsed-din Hafis. Aus dem Persischen zum ersten Mal ganz übersetzt. 2 Teile Stuttgart 1812–1813.
  • Des osmanischen Reiches Staatsverfassung und Staatsverwaltung, dargestellt aus den Quellen seiner Grundgesetze. 2 Bände Wien 1815.
  • Fundgruben des Orients, bearbeitet durch eine Gesellschaft von Liebhabern. 6 Bände Wien, 1809-1818.
  • Geschichte der schönen Redekünste Persiens mit einer Blütenlese aus 200 persischen Dichtern. Wien 1818.
  • Geschichte des osmanischen Reiches. 10 Bände Pest 1827-1835.
  • Geschichte der Goldenen Horde in Kiptschak. Das ist: Der Mongolen in Russland. Mit neun Beylagen und einer Stammtafel, nebst Verzeichnis von vierhundert Quellen. Pest 1840
  • Geschichte der Ilchane, das ist: der Mongolen in Persien 1200–1350: mit neun Beilagen, Textauszügen aus Wassaf und anderen Dokumenten enthaltend und 9 Stammtafeln der mongolischen Herrscher; mit Literaturnachweisen und einem ausführlichen Sach- und Namensregister. 2 Bände Darmstadt 1842.
  • Geschichte Wassaf’s. Persisch herausgegeben und deutsch übersetzt von Hammer-Purgstall, Wien 1856


Mitgliedschaften und Ehrungen

Zahlreiche internationale Ehrungen

Auswahl:

  • Orden Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste (1850)
  • Bayerischer Maxmiliansorden für Wissenschaft und Kunst (1853)
  • Komtur des Österreichisch-kaiserlichen Leopolds-Ordens (1854)
  • KM der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften (1809)
  • KM der Königlich Preußischen Akademie der Wissenschaften (1814)
  • Mitglied der American Philosophical Society (1817)
  • Ehrenmitglied der Royal Society of Edinburgh (1819)
  • Ehrenmitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg (1823)
  • Auswärtiges Mitglied der Académie des Inscriptions et Belles-Lettres (1835)

Andreas von Baumgartner

w.M. 1847-1865   (Gründungsmitglied)
Vize-Präsident 1847-1851
Präsident 1851-1865


Curriculum Vitae

  • Geboren in Friedberg (Böhmen, heute Frymburk) 1793
  • Studium der Mathematik in Wien ab 1810
  • Doktor der philosophischen Fakultät 1814
  • Asssistent am Lehrstuhl für Philosophie 1815
  • Professor am Lyzeum in Olmütz 1817
  • Professor für Physik und angewandte Mathematik an der Universität Wien 1823
  • Gründung der Zeitschrift für Physik und Mathematik (später Zeitschrift für Physik und verwandte Wissenschaften) 1826
  • Direktor der Wiener Porzellanmanufaktur 1833
  • Direktor der k.k. Tabakregie 1842-1848
  • Leitung des Telegrafenwesens 1846
  • Leitung des Eisenbahnbaus in Österreich 1847 (Semmeringbahn)
  • Minister für öffentliche Arbeiten 1848
  • Mitglied des Reichsrats 1851
  • Minister für Handel, Gewerbe und Bauten 1851
  • Minister für Finanzen 1851 (in Doppelfunktion)
  • Rücktritt von Ministerämtern aus gesundheitlichen Gründen 1855
  • Gestorben in Wien 1865


Forschung

  • Untersuchungen zur Beugung des Lichts
  • Versuche über Bewegung von Magnetnadeln
  • Arbeiten über Hygrometer und Photometrie
  • Arbeiten zu Leitungswiderstand und Telegraphie


Auszeichnungen und Mitgliedschaften

  • Mitglied der Leopoldina 1825
  • Hofrat 1833
  • Wirklicher Geheimer Rat 1850
  • Mitglied des Herrenhauses 1861
  • Mitglied der Akademien der Wissenschaften in München, Göttingen, Jena, Prag, Ungarn, sowie zahlreicher weiterer wissenschaftlicher Gesellschaften 
  • Großkreuz des Leopold-Ordens (Freiherr) 1863
  • Zahlreiche weitere Orden

Theodor Georg von Karajan

w.M. der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien (1848)
Vizepräsident der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien (1851-1866)
Präsident der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien (1866-1869)


Curriculum vitae

  • Geboren in Wien (1810)
  • Gestorben in Wien (1873)
  • Studium der Philosophie an der Universität Wien (1826-1828)
  • Eintritt in den Österreichischen Staatsdienst (1829): Hofkriegsrat, Hofkammerarchiv (Direktor Franz Grillparzer)
  • Beamter an der Wiener Hofbibliothek (1841)
  • Abgeordneter zur deutschen Nationalversammlung in Frankfurt (1848)
  • Professor für deutsche Sprache und Literatur an der Universität Wien (1850), kehrte bereits 1851 in die Hofbibliothek zurück
  • Mitglied des Herrenhauses des österreichischen Reichsrates (1867-1873)


Forschung

  • Historische Forschungen, insb. über Vergleichende Sprachwissenschaften (alt- und mittelhochdeutsche Sprachlehre)
  • Beginn der Anlage des Handschriftenkatalogs der Wiener Hofbibliothek
  • Herausgabe von mit historischen und literargeschichtlichen Erläuterungen versehenen Editionen von Dichtungen des 12.-16. Jhs.
  • Befassung mit österreichischer Geschichte und speziell der Geschichte Wiens


Publikationen

  • Über das Konzil von Lyon 1245 (1850)
  • Über zwei Gedichte Walthers von der Vogelweise (1851)
  • Kaiser Maximilian I. geheimes Jagdbuch (1858)
  • Joseph Haydn in London 1791/92 (1861)
  • Abraham a Sancta Clara (1867)


Auszeichnungen und Mitgliedschaften

  • Korrespondierendes Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften (1853)
  • Ehrendoktorat der Universität Kiel (1854)
  • Ordentliches auswärtiges Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (1859)
  • Verleihung des Ritterkreuzes des Leopold-Ordens (1869) und Erhebung in den erblichen Ritterstand
  • Ehrenmitglied der Gesellschaft der Wissenschaften in Göttingen (1867)
  • Mitglied der Königlich-Böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften (1867)

Carl von Rokitansky

Wirkliches Mitglied der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften zu Wien (1848)
Vizepräsident der Akademie (1866-1869)
Präsident der Akademie (1869-1878)


Curriculum vitae

  • Geboren in Königgrätz (19. 2. 1804)
  • Studium der Medizin an den Universitäten Prag (1822-1824) und Wien (1824-1828)
  • Promotion zum Dr.med. (1828)
  • Unbesoldeter Praktikant an der pathologisch-anatomischen Prosektur des Wiener Allgemeinen Krankenhauses (1827-1831)
  • Assistent an der Prosektur des Wiener Allgemeinen Krankenhauses (1831-1833)
  • Supplent der Prosektur des Wiener Allgemeinen Krankenhauses und der Außerordentlichen Lehrkanzel für Pathologische Anatomie der Universität Wien (1833-1834)
  • Außerordentlicher Professor für Pathologische Anatomie der Universität Wien (1834-1844)
  • Ordentlicher Professor für Pathologische Anatomie an der Universität Wien (erstes Ordinariat für Pathologische Anatomie im deutschen Sprachraum) und Kustos des Pathologisch-Anatomischen Museums (1844-1875)
  • Dekan des Medizinischen Professorenkollegiums der Universität Wien (mehrmals zwischen 1849-1863)
  • Rektor (frei gewählt) der Universität Wien (1852/53)
  • Hofrat und medizinischer Fachreferent der Regierung (1863)
  • Mitglied auf Lebenszeit des Herrenhauses des österreichischen Reichstags (1867)
  •  Präsident des Obersten Sanitätsrates (1870)
  • Präsident auf Lebenszeit der k.k. Gesellschaft der Ärzte (1850)
  • Gründer und Präsident der Anthropologischen Gesellschaft (1870)
  • Emeritierung 1875


Forschung

Begründer der auf systematischen morphologischen Untersuchungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhenden Pathologie als Basis für eine moderne klinische Medizin. Zahlreiche Erstbeschreibungen von Krankheitsbildern. Hauptwerk: Handbuch der Pathologischen Anatomie (1842).


Auszeichnungen und Mitgliedschaften (Auswahl)

  • Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina (1856) sowie zahlreicher weiterer internationaler Akademien und Fachgesellschaften
  • Ehrendoktorate der Universitäten Prag, Jena und Krakau (1848)
  • Ritterkreuz und Komturkreuz des Franz-Joseph-Ordens (1853, 1871)
  • Komturkreuz des Leopoldordens (1874)
  • Erhebung in den Freiherrenstand durch Kaiser Franz Joseph I (1874)
  • Ehrenbürger der Stadt Wien (1874)

Alfred Ritter von Arneth

Historiker
Geb. 10.07.1819 Wien, gest. 30.07.1897 Wien
 

Beruflicher Werdegang

  • Stiftsgymnasium Kremsmünster
  • Studium der Rechte, Univ. Wien
  • 1840 Eintritt in die Cameral-Gefällenverwaltung (später Finanzlandesdirektion)
  • 1841 Praktikant im Haus-, Hof- und Staatsarchiv
  • 1841 Officialstelle in der Staatskanzlei
  • 1848 Abgeordneter des Bezirkes Neunkirchen zur Frankfurter Nationalversammlung in der Paulskirche; Austritt am 10. März 1849
  • 1849 Eintritt in das Ministerium des Äußern; 1855 Hofsecretär
  • 1858 Korrespondierendes Mitglied der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften
  • 1860 Vicedirector des Haus-, Hof- und Staatsarchivs
  • 1861 Abgeordneter des Bezirkes Neunkirchen im Landtag von Österreich unter der Enns; auch Wahl in den Landesausschuss
  • 1862 Wirkliches Mitglied der Kaiserlichen Akademie
  • 1863 Mitglied der Historischen Comission der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
  • 1866 Ritterkreuz des Leopoldordens
  • 1867 Neuwahl in den Landtag und in den Landesausschuss von Österreich unter der Enns
  • 1868 Director des Haus-, Hof- und Staatsarchivs
  • 1869 Berufung in das Herrenhaus des österreichischen Reichsrates
  • 1869–1879 Vizepräsident der Kaiserlichen Akademie
  • 1879–1897 Präsident der Kaiserlichen Akademie


Hauptwerke

  • Das Leben des Feldmarschalls Grafen Guido von Starhemberg (1845)
  • Prinz Eugen von Savoyen, 3 Bde. (1858, 1937)
  • Geschichte Maria Theresias, 10 Bde. (1863–1879)
  • Marie Antoinette, Joseph II. und Leopold II. Ihr Briefwechsel (1866)
  • Maria Theresia und Joseph II. Ihre Correspondenz sammt Briefen Joseph's an seinen Bruder Leopold, 3 Bde. (1867)
  • Joseph II. und Katharina von Russland (1869)
  • Joseph H. und Leopold von Toscana. Ihr Briefwechsel von 1781 bis 1790, 2 Bde. (1872)
  • Marie-Antoinette. Correspondance secrete entre Marie Therese et le comte de Mercy-Argenteau, avec les lettres de Marie-Therese ei de Marie-Antoinette, 3 Bde. (1873/74) gemeinsam mit Geffroy
  • Briefe der Kaiserin Maria Theresia an ihre Kinder und Freunde, 4 Bde. (1881)
  • Correspondance secrete du comte de Mercy-Argenteau avec l'empereur Joseph II. et le prince de Kaunitz, 2 Bde. (1889/1891) gemeinsam mit Jules Flammermont
  • Graf Philipp Cobenzl und seine Memoiren (1885)
  • Schmerling. Episoden aus seinem Leben 1835, 1848 bis 1849 (1895)


Wirkung

Schon früh zeigte sich Arneths Begabung für biographische Darstellungen, die auch durchwegs internationale Anerkennung fanden. In der Biographie des Prinzen Eugen von Savoyen stellte er keineswegs nur dessen kriegerische Taten, sondern auch seine Wirksamkeit als Staatsmann sowie den fördernden Einfluss, den er auf Kunst und Wissenschaft nahm, dar. Manche Beurteiler bezeichnete diese Biographie als das formell vollendetste Werk Arneths.  Mit seiner zahnbändigen Biographie der Kaiserin Maria Theresia setzte er sich eine noch umfassendere Aufgabe, für die er als Vicedirector des Haus-, Hof- und Staatsarchivs nicht nur die reichen Schätze dieses Archivs, sondern auch die des Kriegsarchivs und vieler Familienarchive heranziehen konnte. Durch die intensive Schilderung der Entwicklung der kaiserlichen Familie, vor allem auch der 16 Kinder Maria Theresias und Franz Stephans wurde allerdings die Entwicklung der innenpolitischen Verhältnisse etwas zu sehr in den Hintergrund gedrängt.

Als Arneth 1868 die Stelle eines Directors des Haus-, Hof- und Staatsarchivs erhielt, übernahm er sie nur unter der Bedingung, dass mit dem bisherigen System gebrochen und dass jedem ernsten Forscher ohne Unterschied der ParteisteIlung, und zwar auch für die Geschichte der neuesten Zeit der Zutritt und die freieste Benützung gestattet werden und eine Ausnahme nur dann eintreten solle, "wenn Gefahr vorhanden wäre, dass aus den Materialien des Staatsarchives Stoff zu Publicationen geschöpft würde, durch welche das Andenken an Mitglieder des Kaiserhauses verunglimpft und überhaupt dem Ansehen und der Würde der Dynastie Benachtheiligung zugefügt würde."

Seit 1848 politisch engagiert, war und blieb Arneth bis an sein Lebensende ein treuer Anhänger der deutschliberalen Verfassungspartei, ein Vertreter des Deutschtums, eines gemässigten Konstitutionalismus und Zentralismus, worin er neben der Dynastie das stärkste Bindemittel für die verschiedenen Theile der Monarchie sah. Daher war er auch gegen eine sogenannte "Versöhnungspolitik", gegen die immer weiter gehende Nachgiebigkeit gegen die steigenden Wünsche der slavischen Fractionen, ebenso wie gegen alle Forderungen der ungarischen Regierung und des ungarischen Parlaments, welche über die Ausgleichsgesetze von 1867 hinausgingen. Obwohl gläubiger Katholik war er auch gegen das Konkordat und gegen den Einfluss des Klerus auf die Politik, wie auch gegen eine Verkürzung der achtjährigen Schulpflicht.

Arnold Suppan

Eduard Suess

1860 korrespondierendes Mitglied
1867 wirkliches Mitglied der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien
1885 Sekretär der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse
1891 als Generalsekretär
1893 Vizepräsident
1898 - 1911 Präsident der ÖAW


Curriculum Vitae

  • 20. August 1831 in London als Sohn des sächsischen protestantischen Kaufmanns Adolph Sueß (1797–1862) und seiner Gattin Eleonore Friederike Zdekauer (1806–1884) geboren
  • 1845 besuchte er ab Oktober das Akademische Gymnasium, ehe er das Polytechnikum, die heutige TU Wien, besuchte. Seine Studien wurden durch das Revolutionsjahr 1848 unterbrochen, wo er als 16-jähriger Student aktiv beteiligt war und der Akademischen Legion beitrat.
  • Schon in jungen Jahren war er an der Geologie interessiert und publizierte im Alter von 19 Jahren, als Assistent im Hof-Naturalien-Cabinet in Wien, sein erstes Thesenpapier über die Geologie von Karlsbad.
  • 1852 - 1862 Assistent am Hof-Mineralien-Cabinett
  • 1857 wurde Eduard Suess – ohne über Doktorat oder Habilitation zu verfügen – an der Universität Wien zum (unbesoldeten) a.o. Professor ernannt, zunächst für Paläontologie, 1862 für Geologie; 1867 zum Ordinarius ernannt,war er  bis zu seiner Emeritierung 1901 wissenschaftlich tätig
  • 1873-74 war er Dekan der Philosophischen Faultät, 1888-89 Rektor der Universität Wien.


Forschung

  • Ab 1857 begann er allmählich seine Thesen über die Entstehung der Alpen zu entwickeln. In Weiterentwicklung der Geosynklinaltheorie von Dana meinte er, dass die Alpen im Wesentlichen durch langsame seitliche Einengungsbewegungen wie Faltung und Überschiebung geformt wurden.
  • In den 1860er Jahren arbeitete Suess an der Erforschung der geologischen Verhältnisse Wiens.
  • Ab 1863 Wasserversorgungskommission Wien, ab 1870 Bau der Ersten Wiener Hochquellenwasserleitung,, die das Wasser aus den Kalkalpen im niederösterreichisch-steirischen Grenzgebiet bezog. Am 24. Oktober 1873 fand die feierliche Eröffnung beim Hochstrahlbrunnen am Schwarzenbergplatz statt.
  • Als zweites Großprojekt der praktischen Geologie betrieb Suess die Regulierung der Donau. Nach langwierigen Verhandlungen entschied man sich für die Schaffung eines neuen Strombetts, das nach fünfjähriger Bauzeit am 19. April 1875 in Betrieb ging.
  • Ab 1875: „Die Entstehung der Alpen“ --  Entstehung der Kettengebirge dargelegt, Elemente der Deckenlehre
  • In seinem vierbändigen Werk „Das Antlitz der Erde“ (1883-1909) hat Suess die Gesetzmäßigkeiten, die er in den europäischen Kettengebirgen entdeckt hatte, erweitert und auf das Werden und die Bildungsweise unseres gesamten Planeten ausgedehnt


Ehrungen

  • 1880 korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
  • 1887 zum korrespondierenden Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg
  • 1889 Mitglied der Académie des sciences (ab 1900 auswärtiges Mitglied)
  • 1894 war er Vorsitzender der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte
  • 1896 Auszeichnung mit der Wollaston-Medaille der Geological Society of London
  • 1898 Mitglied der National Academy of Sciences
  • 1900 auswärtiges Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften
  • 1901 Ehrenmitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg
  • 1905 Ehrenmitglied (Honorary Fellow) der Royal Society of Edinburgh
  • 1910 wurde er Ehrenvorsitzender der Geologischen Vereinigung.
  • 1928 wurde im Vorpark des Palais Schwarzenberg (Schwarzenbergplatz) im 3. Wiener Gemeindebezirk das Suessdenkmal aufgestellt.
  • 1947 wurde in Wien Rudolfsheim-Fünfhaus (15. Bezirk) die Eduard-Sueß-Gasse nach ihm benannt
  • Das Suess-Tor auf dem Campus der Universität Wien trägt seit 1998 seinen Namen
  • Nach ihm wurde der Suessgletscher im ostantarktischen Viktorialand, der Mount Suess im Transantarktischen Gebirge, der See Osero Sjussa auf der Südinsel Nowaja Semljas, der Marskrater Suess und der Mondkrater Suess benannt.

 

Eugen von Böhm-Bawerk

k.M. 1900
w.M. 1902
Vizepräsident (1807)
Präsident der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften (1911-1914)

Curriculum vitae

  • Geboren in Brünn (1852)
  • Studium der Rechts- und Staatswissenschaften an der Universität Wien (1868-1872)
  • Promotion zum Dr. jur. (1875)
  • Beamter in der niederösterreichischen Finanzprokuratur (1872-1880)
  • Studienurlaub und Postgraduelle Studien in Leipzig, Heidelberg und Jena (1875-1879)
  • Habilitation in Politischer Ökonomie an der Universität Wien (1880)
  • Professur für Politische Ökonomie an der Universität Innsbruck (1881-1889)
  • Ministerialrat und Sektionschef im k. k. Finanzministerium (1889-1895), Reform der direkten Steuern.
  • Dreimaliger kaiserlicher Finanzminister (1895, 1897-1898, 1900-1904). Als solcher verfolgte er vor allem das Ziel eines ausgeglichenen Staatshaushaltes und die strikte Einhaltung der Golddeckung der österreichischen Währung. Einführung der progressiven Besteuerung.
  • Professur an der Universität Wien (1904-1914)
  • Stiftung von 100.000 Kronen an die Akademie (1908)
  • Präsident der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften (1911-1914)
  • Gestorben in Kramsach in Tirol (1914)

Forschung

  • Mitbegründer der Österreichischen Schule der Nationalökonomie
  • Subjektivistische Kapitaltheorie, neoklassische Kapital- und Zinstheorie
  • Wichtige Beiträge zur Zahlungs-, Handels- und Leistungsbilanztheorie
  • Mitherausgeber der Zeitschrift für Volkswirtschaft, Sozialpolitik und Verwaltung der Gesellschaft Österreichischer Volkswirte (ab 1892)

Auszeichnungen und Mitgliedschaften

  • Wirklicher Geheimer Rat mit der Anrede „Exzellenz“ (1895)
  • Kaiserliches Ehrenzeichen für Kunst und Wissenschaft
  • Senatspräsident des Verwaltungsgerichtshofs (1898)
  • Lebenslanges Mitglied des österreichischen Herrenhauses (1899)
  • Großkreuz des kaiserlichen Leopold-Ordens (1895)
  • Ritter des Ordens der Eisernen Krone I. Klasse
  • Vizepräsident der Staatsprüfungskommission für die Staatswissenschaften
  • Porträt auf der letzten österreichischen 100-Schilling-Banknote.
  • Gedenktafel im Arkadenhof der Wiener Universität.
  • Ehrengrab am Zentralfriedhof in Wien.

Viktor von Lang

k.M. der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien (1866)
w.M. der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien (1867)
Vizepräsident der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien (1911-1915)
Präsident der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien (1915-1919)


Curriculum vitae

  • Geboren in Wiener Neustadt (1838)
  • Gestorben in Wien (1921)
  • Studium der Physik an der Universität Wien, u.a. bei Josef Stefan (1855-1858)
  • Promotion an der Universität Gießen (1858)
  • Studienaufenthalte an der Universität Heidelberg sowie am Collège de France in Paris
  • Habilitation an der Universität Wien auf dem Gebiet der Physik der Kristalle (1861)
  • Assistent für Mineralogie am Kensington-Museum in London (1862-1864)
  • Außerordentlicher Professor für Physik an der Universität Graz (1864-1865)
  • Berufung zum Ordinarius und Vorstand des Physikalischen Kabinetts (später I. Physikalisches Institut) an der Universität Wien (1865)
  • Dekan der Philosophischen Fakultät (1870/71)
  • Rektor für das akademische Jahr 1883/84 und in Vertretung für Eduard Suess im Sommersemester 1889
  • Leitung der Prüfstelle für Normalstimmgabeln (1891)
  • Sekretär der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1898)
  • Generalsekretär der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien (1899)
  • Präsident des Normaleichamtes (1904)
  • Mitglied des Herrenhauses des österreichischen Reichsrates (1905)


Forschung

  • 44 Jahre lang (bis zur Emeritierung 1909) Lehre an der Universität Wien und somit Ausbildner von Generationen von Physikern
  • Einer der wichtigsten Pioniere und Mitbegründer der Physik der Kristalle (Kristallographie)
  • Im Zuge der Beschäftigung mit kristalloptischen Problemen u.a. Entwicklung eines Apparates zur Messung der Achsenwinkel von Kristallen
  • Hervorragende Beiträge auf den Gebieten der Mechanik, Akustik sowie Elektrizität und Elektromagnetismus, u.a. das 'Lehrbuch der Krystallographie' (1866) und 'Einleitung in die theoretische Physik' (2. Auflage 1891)


Auszeichnungen und Mitgliedschaften

  • Mitglied des Internationalen Maß- und Gewichtskomitees (Comité international des poids et mesures, CIPM (1871)
  • Mitglied der österreichischen Normaleichungskommission (1871)
  • Verleihung des Hofratstitels (1891)
  • Verleihung des Franz-Josefs-Ordens (1897)
  • Verleihung des Geheimratstitels (1918)
  • Zahlreiche Mitgliedschaften: Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina, Französische Ehrenlegion, wissenschaftliche Gesellschaften in Prag, Bern, Leipzig, St. Petersburg und New York
  • Ehrendoktorat der Universität Oxford

Oswald Redlich

Historiker
Geb. 17.09.1858 Innsbruck, gest. 20.01.1944 Wien


Beruflicher Werdegang

  • 1876–1881 Studium Geschichte, Germanistik, Geographie, Univ. Innsbruck
  • 1879–1881 Kurs Inst. f. Österr. Geschichtsforschung, Wien
  • 1881 Dr. phil., Univ. Insbruck
  • 1882–1893 Archivar Statthaltereiarchiv Innsbruck
  • 1887 Privatdozent f. Histor. Hilfswissenschaften Univ. Innsbruck
  • 1890 Privatdozent f. Österr. Geschichte
  • 1893 ao. Prof. f. Mittelalterliche Geschichte u. Histor. Hilfswissenschaften, Univ. Wien
  • 1897 o. Prof., Univ. Wien
  • 1899 korresp. Mitglied d. Kaiserlichen Akademie, 1900 wirkl. Mitglied
  • 1903/04 interim. Dir. Inst. f. Österr. Geschichtsforschung
  • 1908/09 Dekan Philosoph. Fakultät Univ. Wien
  • 1911/12 Rektor Univ. Wien
  • 1915–1919 Vizepräsident d. Kaiserlichen Akademie
  • 1918–1942 Obmann d. Histor. Kommission d. Akademie d. Wissenschaften
  • 1918/19 Leiter des Haus-, Hof- u. Staatsarchivs Wien
  • 1918–1924 Archivbevollmächtigter d. Republik Österreich
  • 1919–1938 Präsident Akademie d. Wissenschaften in Wien
  • 1926 – Direktor Inst. f. Österr. Geschichtsforschung

Korresp. Mitglied Akademie d. Wissenschaften München, Berlin, Göttingen, Budapest
Dr. h. c. Univ. Graz, Innsbruck, München


Hauptwerke

  • Die Traditionsbücher des Hochstifts Brixen, 10.–14. Jh. (1896/1973)
  • Regesta Imperii, Bd. 6/1: Die Regesten des Kaiserreichs unter Rudolf, Adolf, Albrecht, Heinrich VII., 1273–1313 (1898/1969)
  • Rudolf von Habsburg. Das Deutsche Reich nach dem Untergang des alten Kaiserreiches (1903/1965)
  • Handbuch d. mittleren u. neueren Geschichte, Abt. 4: Hilfswissenschaften u. Altertümer, Urkundenlehre, 3 Bde. (1907–1911/1967)
  • Die geschichtliche Stellung u. Bedeutung d. Univ. Wien (1911)
  • Über die Vorgeschichte d. Weltkrieges (1914)
  • Geschichte Österreichs, Bd. 6: Österreichs Großmachtbildung in der Zeit Kaiser Leopolds I. (1921), 4. Aufl.: Weltmacht des Barock (1961)
  • Geschichte Österreichs, Bd. 7: Das Werden einer Großmacht. Österreich von 1700 bis 1740 (1938), 4. Aufl.: Österreichs Aufstieg zur Großmacht (1962)
  • Grillparzer u. die Wissenschaft (1925).


Wirkung

An der Univ. Innsbruck und am Inst. f. Österr. Geschichtsforschung umfassend ausgebildet, legte Redlich vorerst grundlegende Arbeiten zu Kaiserregesten des beginnenden Spätmittelalters sowie zur Urkundenlehre vor. Als Professor in Wien wandte er sich dann der frühen Neuzeit zu und verfasste in mehreren Auflagen erschienene Synthesen zur Geschichte der Habsburgermonarchie zwischen 1658 und 1740, die in ihrer Ausführlichkeit bis heute nicht überholt sind. Redlichs Oeuvre umfasst die mitteleuropäische Geschichte vom 10. bis ins frühe 20. Jahrhundert.

Als Präsident der Akademie d. Wissenschaften ab 1919 übernahm Redlich ein schwieriges Erbe, das in den Anfangsjahren von schweren Finanznöten geprägt war. Daher rief er schon in seiner Eröffnungsrede im Mai 1919 alle Mitglieder dazu auf, „die Fackel des Wissens leuchten zu machen und nicht verlöschen zu lassen“. In der Feierlichen Sitzung des Jahres 1928 erinnerte Redlich an die stürmischen Märztage des Jahres 1848 und stellte fest, „die Akademie hat niemals, auch nicht während der Reaktion der fünfziger Jahre, irgendeine Einschränkung ihrer Freiheit erfahren“. Im Jahre 1930 gedachte Redlich nicht nur an das 150. Todesjahr von Maria Theresia sondern auch an den 100. Geburtstag von Kaiser Franz Joseph, im Jahr darauf des 100. Geburtstages des weltberühmten Geologen Eduard Suess. Den dramatischen Rückgang der staatlichen Zuwendungen konnte auch Redlich nicht verhindern, verlangte aber weiterhin „Unabhängigkeit, Unparteilichkeit, Sachlichkeit, aber auch Idealismus“ als „Grundpfeiler echter Wissenschaft“. Anlässlich der 200. Wiederkehr des Todestages Prinz Eugens von Savoyens im Jahre 1936 erinnerte Redlich an das Promemoria vom 17. August 1714, welches der von Ende 1712 bis Herbst 1714 in Wien weilende Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz an den Prinzen und Chefberater Kaiser Karls gerichtet hatte: Darin gab Leibniz eine übersichtliche Darstellung seines Planes für eine kaiserliche Sozietät der Wissenschaften in Wien. – Bereits fünf Tage nach dem „Anschluss“ Österreichs trat Redlich am 18. März 1938 als Akademiepräsident zurück, führte aber die Historische Kommission weiter.  

Arnold Suppan

Heinrich (von) Srbik

Historiker
Geb. 10.11.1878 Wien, gest. 16.03.1951 Ehrwald/Tirol


Beruflicher Werdegang

  • 1896–1902 Studium Geschichte u. Germanistik, Univ. Wien
  • 1899–1901 Kurs Inst. f. Österreichische Geschichtsforschung
  • 1902 Dr. phil. Univ. Wien
  • 1903–1912 Assistent Inst. f. Österreichische Geschichtsforschung
  • 1907 Privatdozent f. Österreichische Geschichte, Univ. Wien
  • 1910 Privatdozent f. Neuere Geschichte, Univ. Wien
  • 1912 ao. Prof. f. Neuere Geschichte, Univ. Graz
  • 1915–1918 (Sommermonate) Militärdienst in k.u.k. Armee
  • 1917–1922 o. Prof. f. Neuere Geschichte u. Wirtschaftsgeschichte, Univ. Graz
  • 1919 korrespond. Mitglied, 1923 wirkl. Mitglied d. Akademie der Wissenschaften in Wien
  • 1922–1945 o. Prof. f. Allgemeine Geschichte der Neuzeit, Univ. Wien
  • 1929/30 Bundesminister für Unterricht
  • 1932/33 Dekan Philosoph. Fakultät Univ. Wien
  • 1933–1938 Sekretär d. Philosophisch-Historischen Klasse d. Akademie d. Wissenschaften
  • 1938–1945 Präsident der Akademie d. Wissenschaften in Wien
  • 1938–1945 Mitglied d. Deutschen Reichstages in Berlin
  • 1945 als o. Prof. vom Dienst enthoben, 1948 Prof. i. R.
  • Mitglied Histor. Genootschap Utrecht, korrespond. Mitglied Akademie d. Wissenschaften München, Göttingen, Lund, Mainz, Royal Historical Society London, Societé d’Histoire Moderne Paris
  • Dr. h. c. Univ. Heidelberg


Hauptwerke

  • Burggraf Friedrich von Nürnberg (1902)
  • Der staatliche Exporthandel Österreichs von Leopold I. bis Maria Theresia (1907)
  • Wilhelm von Schröder (1910)
  • Österreichische Staatsverträge, Bd. 1: Niederlande (1912)
  • Studien zur Geschichte des österreichischen Salzwesens (1917)
  • Wallensteins Ende. Verlauf und Folgen einer Katastrophe (1920, ²1952)
  • Die Niederlande und Österreich. Vier Jahrhunderte staatlicher Beziehungen (1923)
  • Metternich. Staatsmann und Mensch, 3 Bde. (1925, 1954)
  • Mitherausgeber: Österreich-Ungarns Außenpolitik von der Bosnischen Krise bis zum Kriegsausbruch 1914, 9 Bde. (1930)
  • Herausgeber: Quellen zur deutschen Politik Österreichs 1859–1866, 5 Bde. (1934–1938)
  • Deutsche Einheit. Idee und Wirklichkeit vom Heiligen Reich bis Königgrätz, 4 Bde. (1935–1942)
  • Mitteleuropa. Das Problem und die Versuche seiner Lösung in der deutschen Geschichte (1937, ²1938)
  • Der Westfälische Friede und die deutsche Volkseinheit (1940)
  • Geist und Geschichte vom deutschen Humanismus bis zur Gegenwart, 2 Bde. (1950/51).


Wirkung

Srbik begann seine wissenschaftliche Arbeit mit Studien zum Verhältnis von Staat und Kirche in Österreich während des Mittelalters, habilitierte sich mit einer Arbeit über den Exporthandel Österreichs im 17. und 18. Jahrhundert, befasste sich mit der Stellung Wallensteins (bei dem er eine echte „reichische Gesinnung vermutete) zum Kaiserhof 1630/34 und legte dann 1925 eine große Monographie zum Staatskanzler Metternich vor. Gegen heftigen Widerstand unterzog Srbik das vor allem durch Treitschke geprägte Metternichbild einer deutlichen Berichtigung und wies auf Metternichs Politik eines Ausgleichs zwischen Reaktion und Revolution hin. In der zweiten Hälfte der 1920er Jahre unterstützte Srbik die große diplomatische Edition von Ludwig Bittner, Alfred Francis Pribram und Hans Uebersberger zur Frage der Kriegsschuld Österreich-Ungarns, die im Deutschen Reich große Beachtung fand. Seine kurze Tätigkeit als Unterrichtsminister hinterließ hingegen keine nachhaltigen Spuren. In den 1930er Jahren wurde er als Ordinarius in Wien immer mehr zum Hauptvertreter einer gesamtdeutschen Geschichtsauffassung, der eine immer größere Zahl an Studierenden anzog. Srbik versuchte den klassischen Zwiespalt zwischen „Großdeutsch“ und „Kleindeutsch“ durch eine Verbindung von österreichischem Patriotismus und deutschem Volksbewusstsein zu überwinden, die aber von den radikalen Nationalsozialisten abgelehnt wurde.

Als Präsident der Akademie der Wissenschaften bestand er auf seiner Wahl am 1. April 1938 und gab sich nicht mit einer Bestellung durch den Reichsminister Rust zufrieden, die ohnehin erst am 14. November eintraf. In seiner Festrede am 23. November 1938 über „Die deutsche Wissenschaft und die Wiener Akademie im Großdeutschen Reich“ beschwor Srbik freilich nicht nur den „Dienst am deutschen Volk“, die „deutsche Volksgemeinschaft“ und die „Idee des ewigen Reichs“, sondern auch „die Gemeinschaft des Blutes, der Erde, der Geister und der Herzen und die epochalen Änderungen des Volks- und Reichskörpers“. Srbik machte immerhin Zusagen zur Fortführung von radiologischen, biologischen, anthropologischen, meteorologischen und geologischen Langzeitprojekten, sowie zu den Arbeiten am Historischen Atlas der österreichischen Alpenländer, der Ausgabe der österreichischen Weistümer und Urbare, dem österreichisch-bayerischen Wörterbuch und den deutschen Inschriften des Mittelalters. Er bekannte sich auch zu den Forschungen am Limes und den ägyptischen Grabungen.

Präsident Srbik konnte jedoch nicht verhindern, dass infolge meist rassistischer Anordnungen aus Berlin zwischen September 1938 und Februar 1941 sechs ordentliche und 15 korrespondierende Mitglieder die Akademie verlassen mussten, darunter die Physik-Nobelpreisträger Erwin Schrödinger und Viktor Franz Hess. Srbiks Eintreten für den inhaftierten niederländischen Historiker Johan Huizinga bei Reichskommissar Arthur Seyss-Inquart im Sommer 1942 blieb erfolglos. Srbik musste auch Entlassungen von wissenschaftlichem Personal aus der Akademie akzeptieren. Schließlich kamen acht Mitglieder und Mitarbeiter/innen in NS-Vernichtungslagern gewaltsam ums Leben.

Lediglich gegen die versuchte Eingliederung der Wiener Akademie in eine Reichsakademie konnte sich Srbik mit Erfolg zur Wehr setzen. Die Budgetierung der Akademie brach aber bereits 1944 ein. Großspurige Forschungsprojekte – etwa in der Südosteuropaforschung – kamen nicht zustande. So blieb als katastrophales Fazit der sieben Jahre NS-Herrschaft die Zerstörung der Biologischen Versuchsanstalt im Prater und der personelle Zivilisationsbruch unter den Mitgliedern und Mitarbeitern/innen.

Arnold Suppan

Ernst Späth

k.M. Akademie der Wissenschaften in Wien (1925)
w.M. Akademie der Wissenschaften in Wien (1926)
Generalsekretär der Akademie der Wissenschaften in Wien (1938-1945)
Präsident der Akademie der Wissenschaften in Wien (1945-1946)


Curriculum vitae

  • Geboren in Bärn/ Beroun, Mähren (1886)
  • Gestorben in Zürich (1946)
  • Studium der Naturwissenschaften, Schwerpunkt Chemie, an der Universität Wien (1906-1910)
  • Promotion bei Rudolf Wegscheider (1910)
  • Univ.-Assistent am I. Chemischen Institut der Universität Wien (1910-1914)
  • Reserveoffizier in Pola/Pula (1914-1918)
  • Habilitation an der Universität Wien für das Gesamtgebiet der Chemie (1917)
  • Ernennung zum außerordentlichen Titularprofessor (1921)
  • Ernennung zum Extraordinarius (1923)
  • Ordinarius und Vorstand des II. Chemischen Universitätslaboratoriums (1924-1944)
  • Dekan der Philosophischen Fakultät (1932/33)
  • Rektor der Universität Wien (1937- März 1938)
  • Generalsekretär der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (Mai 1938-1945)
  • Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1945-1946)


Späth bevorzugte die Arbeit im Laboratorium, den Hang zum Experiment. Als unpolitischer Wissenschaftler trat er unmittelbar nach dem Anschluss 1938 als Rektor der Universität Wien zurück und wurde im Mai 1938 zum Generalsekretär der Akademie der Wissenschaften in Wien gewählt. Ohne politisch tätig zu werden, konnte Späth weder die vom Reichsministerium in Berlin erzwungenen 'Austritte' noch die Entlassung von Mitarbeiter/inne/n verhindern.


Forschung

  • Wichtige Beiträge auf dem Gebiet der organischen Chemie, speziell in der Erforschung von Pflanzenalkaloiden
  • Erste Totalsynthese des Meskalins, des Ephedrins und des Pseudoephedrins sowie des Papaverins
  • Beschreibung des molekularen Aufbaus von 120 Pflanzenstoffen (u.a. Chelidonin, Tacettin sowie Alkaloide aus Kakteen, Goldregen, Tabak und Opium)
  • Entwicklung von Methoden, um unter Ressourcenknappheit kostensparend forschen zu können: Synthese des Meskalins, Ephedrins und Pseudoephedrins
  • (Mit-)Herausgeber der 'Monatshefte für Chemie'


Publikationen

  • Über die Einwirkung von Halogenalkylen auf Alkylmagnesiumhaloide (Habilitationsschrift, 1917)
  • Geschichte der Chemie in Österreich (1927)
  • Neuere Ergebnisse zur Chemie des Curare (1929)
  • Vitamine und ihre Bedeutung (1936)
  • Die natürlichen Cumarine (in: Berichte der Deutschen Chemischen Gesellschaft, 1937)
  • Tabakalkaloide (gem. mit F. Kuffner, 1939)


Auszeichnungen und Mitgliedschaften

  • Ignaz-Lieben-Preis der Ignaz-Lieben-Gesellschaft (1920)
  • Mitglied der Leopoldina (1931)
  • Ab 1934 Mitglied der Akademien der Wissenschaften in Budapest, Madrid und Bologna
  • Lavoisier-Medaille der Société Chimique de France (1933)
  • Liebig-Medaille des Vereins Deutscher Chemiker (1937)
  • Hofmann-Medaille der Deutschen Chemischen Gesellschaft (1937)
  • Exner-Medaille des NÖ Gewerbevereins (1937)
  • Ehrenmitglied des Verbandes österreichischer Chemiker (1938)
  • Silberne Gedenkmünze der Medizinisch-naturwissenschaftlichen Gesellschaft Jena (1939)

Heinrich Ficker

k.M. Akad. d. Wiss. (1923)
w.M. Akad. d. Wiss. (1939)
Präsident der ÖAW (1946–1951)
Vizepräsident d. ÖAW (1951–1957)
 

Curriculum vitae

  • Sohn des Rechtshistorikers der Univ. Innsbruck Julius v. Ficker; Mutter war Südtirolerin
  • Gymnasialstudien in München und Innsbruck
  • Studien in Innsbruck und Wien; 1906 Promotion in Innsbruck
  • 1909 Habilitation im Fachgebiet Meteorologie
  • 1911 ao. Prof. f. Meteorologie an der Univ. Graz
  • 1915–1917 russ. Kriegsgefangenschaft; Forschungen am Meteorologischen Institut der Univ. Kazan
  • 1923 o. Prof. f. Meteorologie an der Univ. Berlin u. Direktor des Preußischen Meteorologischen Instituts
  • 1937 o. Prof. f. Physik der Erde an der Univ. Wien u. Direktor der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (bis 1953)


Forschung

Angeregt von seinem Innsbrucker Lehrer Wilhelm Trabert beschäftigten sich Fickers erste wissenschaftliche Arbeiten mit Untersuchungen zum Föhn, wofür er zwischen Innsbruck und dem Patscherkofel mehrere Registriergeräte einrichtete. Fickers Untersuchungen – auch mit Ballonfahrten – zeigten, dass, während in der Höhe bereits der Föhn weht, dem Föhndurchbruch in das Tal in der Regel ein antizyklonales Vorstadium vorausgeht. Erst wenn die Kaltluft durch ein aus dem Westen kommendes Tiefdruckgebiet abgesaugt wird und talauswärts abgeflossen ist, kann der Föhn in das Tal durchbrechen und sich das stationäre Föhnstadium entwickeln. Der Föhn wird erst durch den keilförmigen Einschub von an der Rückseite einer Zyklone vordringenden Kaltluft zum Erlöschen gebracht. Ficker fasste 1942 den neuesten Forschungsstand des Föhnproblems in einer Monographie über Föhn und Föhnwirkungen zusammen, die 1948 in zweiter Auflage erschien.

Noch vor Abschluss seiner Studien in Innsbruck war Ficker 1905 erstmals nach Wien gekommen, um als Assistent an der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik zu arbeiten. Hier gab ihm Max Margules an Hand von Registriermaterial vom Sonnblick und seinen Talstationen die Anregung zur Bearbeitung des Transportes kalter Luftmassen über die Zentralalpen. Das Ergebnis dieser Untersuchungen erschien in den Denkschriften der Akademie der Wissenschaften. Ficker konnte zeigen, dass diese Kaltlufteinbrüche keilförmig in Form einer Bö erfolgen, was für die spätere Frontentheorie der norwegischen Schule von maßgebender Bedeutung wurde. Ficker machte durch seine Untersuchung der Ausbreitung von Wärme- und Kältewellen über Eurasien auch das frontartige Vordringen verschiedener Luftmassen deutlich. Der Schöpfer der Polarfronttheorie V. Bjerknes hat die Bedeutung der Vorarbeiten Fickers ausdrücklich anerkannt.

Im Winter 1914/15 geriet Ficker in russische Kriegsgefangenschaft, als er bei einem Ballonflug aus der belagerten Festung Przemyśl nach Ostgalizien abgetrieben wurde. Nach anfänglicher Kriegsgefangenschaft in Taschkent kam Ficker auf Vermittlung des Prinzen Karl von Schweden mit anderen Hochschullehrern nach Kazan, wo er am dortigen meteorologischen Institut Untersuchungen über die Veränderlichkeit des Luftdruckes und der Temperatur in Russland durchführen konnte. Ihre Ausarbeitung und Ergänzung durch Untersuchungen in alpinen Stationen nach dem Krieg führten Ficker zur grundlegenden Erkenntnis, dass sich die Entwicklung einer Depression aus zwei Systemen von Druckänderungen zusammensetzt. Aus der Vorstellung von oberen primären und unteren sekundären Druckwellen gelang ihm, das Zustandekommen der für das mitteleuropäische Wettergeschehen so bedeutungsvollen Genua-Zyklonen und der Skagerrak-Zyklonen zu erklären. Eine eingehende Untersuchung der Entwicklung eines Sturmes in Norddeutschland am 4. Juli 1928 führten Ficker zur Erkenntnis über den Einfluss der Stratosphäre auf das Wettergeschehen der Troposphäre.

Mit dem umfangreichen aerologischen Beobachtungsmaterial der deutschen „Meteor“-Expedition kam Ficker mit den meteorologischen Verhältnissen der Insel Teneriffa und den Problemen der Passatzirkulation in Berührung und entwickelte ein vollständig neues Passatschema. Als Teilnehmer an einer Expedition des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins nach Turkestan beschäftigte sich Ficker auch mit der eiszeitlichen Vergletscherung des Pamirgebietes. Im Rahmen der Klimatographie von Österreich bearbeitete Ficker das Klima von Tirol und Vorarlberg. Große Verbreitung (in vier Auflagen) erlangte seine populärwissenschaftliche Darstellung über Wetter und Wetterentwicklung.


Auszeichnungen und Mitgliedschaften

  • Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften, Berlin
  • Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, München
  • Mitglied der Leopoldinischen Akademie der Naturforscher, Halle
  • Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Mainz
  • Mitglied der Akademie der Wissenschaften der UdSSR, Moskau
     
  • Mitglied der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft
  • Mitglied der Royal Meteorological Society, London
  • Mitglied der Ungarischen Meteorologischen Gesellschaft
  • Mitglied der Russischen Geographischen Gesellschaft
     
  • Mitglied des Internationalen Meteorologischen Komitees
  • Präsident der Klimakommission der Internationalen Meteorologischen Organisation
     
  • Dr. h. c. der Hochschule für Bodenkultur, Wien
  • Ehrenmitglied der Univ. Graz
  • Mitglied des Naturwissenschaftlichen Vereins in Kärnten
  • Ehrenpräsident des Sonnblickvereins

Richard Meister

k.M. Akademie der Wissenschaften in Wien (1931-1934)
w.M. Akademie der Wissenschaften in Wien/ÖAW (1934-1964)
Vizepräsident der Akademie der Wissenschaften in Wien/ÖAW (1945-1951)
Präsident der ÖAW (1961-1963)


Curriculum vitae

  • Geboren in Znaim (1881)
  • Humanistisches Gymnasium in Znaim (1891-1899)
  • Studium der Indogermanischen Sprachwissenschaft, Klassischen Philologie und Philosophie an der Universität Wien (1899-1905)
  • Promotion zum Dr.phil. (1904)
  • Erwerbung der Lehrbefähigung (Lehramtsprüfung) für Mittelschulen in Latein und Griechisch als Hauptfächer sowie Deutsch als Nebenfach (1905)
  • zusätzlich in Philosophie (1909)
  • Assistent am Thesaurus Linguae Latinae in München (1906/07)
  • Gymnasiallehrer am Staatsgymnasium in Znaim (1907-1909)
  • Gymnasiallehrer am Staatsgymnasium in Wien, III. Bezirk (1909-1918)
  • ao. Univ.-Professor für Klassische Philologie an der Universität Graz (1918-1920)
  • ao. Univ.-Professor für Klassische Philologie an der Universität Wien (1920-1923)
  • o. Univ.-Professor für Pädagogik (und Kulturphilosophie) an der Universität Wien (1923-1952; „ausgenommen die Zeit von SS 1938 – WS 1944/45, wo ich aus politischen Gründen von der Lehrkanzel für Pädagogik enthoben und auf eine Lehrkanzel für lateinische Philologie versetzt war“)
  • Dekan der Philosophischen Fakultät der Universität Wien (1930/31)
  • o. Univ.-Professor für Klassische Philologie an der Universität Wien (1938-1945)
  • Prorektor der Universität Wien (1945/46, 1950/51)
  • Senator der Philosophischen Fakultät der Universität Wien (1946-1949, 1951/52)
  • Rektor der Universität Wien (1949/50)
  • Emeritierter Univ.-Professor (1952-1964)
  • Honorarprofessor (1952-1956)


Forschungsthemen

  • Pädagogik
  • Klassische Philologie
  • Historiographie mit Schwerpunkt Universitätsgeschichte
  • Philosophie mit Schwerpunkt Kulturphilosophie
  • Kulturpolitik und Wissenschaftsorganisation


Auszeichnungen und Mitgliedschaften

  • k.M. der Deutschen Akademie der Wissenschaften in Prag (1927-1945)
  • k.M. des Österreichischen Archäologischen Instituts (1930-1955)
  • Mitglied der National Education Association of the United States (1931)
  • k.M. der Akademie der Wissenschaften in Wien (1931-1934)
  • w.M. der Akademie der Wissenschaften in Wien (1934-1964)
  • Dr. phil. h.c. der Universität Athen (1936)
  • k.M. der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (1937; aufgrund einer Statutenänderung: Ehrenmitglied, 1964)
  • Goldenes Treudienstehrenzeichen (1942)
  • Kriegsverdienstkreuz II. Klasse ohne Schwerter (1943)
  • Dr. jur. h.c. der Universität Wien (1948)
  • ordentliches Mitglied der Wiener Katholischen Akademie (1949)
  • Goldenes Ehrenzeichen der Universität Wien (1951)
  • Großes Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (1954)
  • Erneuerung des Doktordiploms (1954)
  • Ehrenmitglied des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung (1954)
  • w.M. des Österreichischen Archäologischen Instituts (1955)
  • Ehrensenator der Universität Wien (1956)
  • Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst (1957)
  • Ehrenmitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften (1957)
  • Dr. phil. h.c. der Universität Graz (1961)
  • Großes Silbernes Ehrenzeichen mit dem Stern (1963)
  • Auswärtiges Mitglied der Akademie der Wissenschaften von Kolumbien (1963)
  • k.M. der Jugoslawischen Akademie der Wissenschaften in Zagreb (1962)

Erich Schmid

w.M. ÖAW (1953)
Präsident der ÖAW (1963-1969 und 1970-1973)
Vizepräsident der ÖAW (1969-1970 und 1973-1979)


Curriculum vitae

  • Geboren in Bruck an der Mur (1896)
  • Gestorben in Wien (1983)
  • Studium der Physik und Mathematik an der Universität Wien (1913-1920), unterbrochen durch Kriegsdienst
  • Promotion bei Felix Ehrenhaft (1920)
  • Assistent bei Ludwig Flamm an der Technischen Hochschule Wien (1920-1922)
  • Mitarbeiter des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Faserstoffchemie in Berlin (1922)
  • Mitarbeiter im Metall-Laboratorium der Metallgesellschaft AG in Frankfurt am Main (1924-1928)
  • Habilitation am Kaiser-Wilhelm-Institut für Faserstoffchemie und a.o. Professor (1932)
  • Ordinarius des Physikalischen Instituts der Universität Fribourg in der Schweiz (1932-1936)
  • Leitung des Metall-Laboratoriums der Metallgesellschaft AG in Frankfurt am Main (1936-1946)
  • Aufbau des Laboratoriums der Vaccumschmelze AG in Hanau (1946-1951)
  • Ordinarius und Leitung des II.-Physikalischen Instituts der Universität Wien (1951-1967)


Forschung

  • Untersuchung von Metallkristallen
  • Züchtung von Einkristallen und die Entwicklung von röntgenographischen Untersuchungsmethoden
  • Formulierung des Gesetzes für den Beginn der plastischen Verformung (Schmidsches Schubspannungsgesetz)
  • Führende Forschungen auf dem Gebiet der Metallphysik und der Kristallplastizität
  • Aushärtung von Legierungen
  • Untersuchungen über den Einfluss von Alpha-Strahlung auf Metallleigenschaften


Publikationen

  • Kristallplastizität (1932) mit englischer und russischer Übersetzung
  • Werkstoffe des Reaktorbaus (1962)


Auszeichnungen und Mitgliedschaften

  • Ernennung zum auswärtigen Mitglied der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (1932)
  • Ernennung zum auswärtigen wissenschaftlichen Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für Metallforschung (1951)
  • Ehrendoktorat der Montanistischen Hochschule Leoben (1956)
  • Wilhelm-Exner-Medaille des Österreichischen Gewerbevereins (1957)
  • Heyn-Denkmünze der Deutschen Gesellschaft für Metallkunde (1957)
  • Erwin-Schrödinger-Preis der ÖAW (1960)
  • Ehrenpreis der Stadt Wien (1965)
  • Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst (1966)
  • Ehrendoktorat der Bergakademie Clausthal (1966)
  • Ehrenring der Stadt Wien (1966)
  • Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina in Halle (1965)
  • Auswärtiges Mitglied der Akademie der Wissenschaften der DDR (1969)
  • Auswärtiges Mitglied der Sächsischen Akademie in Leipzig (1971)
  • Korrespondierendes Mitglied der Accademia di Studi Economici Triest
  • Ehrenmitglied der Japanischen Gesellschaft für Metallkunde (1962)
  • Ehrenmitglied der Österreichischen Physikalischen Gesellschaft (1969)
  • Benennung des Instituts für Materialwissenschaft der ÖAW in Leoben nach Erich Schmid

Albin Lesky

k.M. ÖAW (1942-1945; 1948-1950)
w.M. ÖAW (1950-1981)
Sekretär der ÖAW (1959-1963)
Vizepräsident der ÖAW (1963-1969)
Präsident der ÖAW (1969-1970)


Curriculum vitae

  • Geboren in Graz (1896)
  • Studium der Klassischen Philologie und Archäologie mit Lehramt in Griechisch und Latein, an der Universität Graz (1914-1919, unterbrochen durch Kriegsdienst)
  • Promotion zum Dr. phil. (1920)
  • Erweiterung des Lehramts um Mathematik und Turnen (1920-1921)
  • Postgraduelles Studium in Marburg a.d. Lahn (1921)
  • Lehrer an der 2. Bundesrealschule und am Akademischen Gymnasium in Graz (1920, 1922-1932)
  • Wissenschaftliche Hilfskraft am Archäologischen Institut der Universität Graz (1921-1931)
  • Univ.-Dozent an der Philosophischen Fakultät der Universität Graz (1924)
  • tit. ao. Univ.-Prof. für Gräzistik an der Philosophischen Fakultät der Universität Graz (1930)
  • ao. Univ.-Prof. für Gräzistik an der Philosophischen Fakultät der Universität Wien (1932-1936)
  • o. Univ.-Prof. für Klassische Philologie an der der Philosophischen Fakultät der Universität Innsbruck (1936-1945; 1946-1949)
  • Dekan der Philosophischen Fakultät der Universität Innsbruck (1937)
  • Prorektor der Universität Innsbruck (1942)
  • o. Univ.-Prof.  für Klassische Philologie an der Philosophischen Fakultät der Universität Wien, Institutsvorstand, im Wechsel mit Kollegen geschäfteführend (1949-1967)
  • Gründung (zusammen mit Fachkollegen) und Obmann der Gesellschaft der Freunde des Humanistischen  Gymnasiums, jetzt Wiener Humanistische Gesellschaft (1957)
  • Dekan der Philosophischen Fakultät der Universität Wien (1958-1959)
  • Rektor der Universität Wien (1963-1964)
  • Emeritierter o. Univ.-Prof. (1967-1981)
  • Verstorben 1981 (Innsbruck)


Forschung

  • Griechisches Drama: Tragödie, Komödie, römische Rezeption
  • Griechische und römische Mythologie und Religionsgeschichte
  • Geschichte der griechischen Literatur
  • Kultur- und Sozialgeschichte, besonders der frühen und der klassischen Epoche der Griechen
  • Deutsche Klassik und Antike


Auszeichnungen und Mitgliedschaften


Ehrendoktorate:

  • Dr. h.c.  phil. mult.: Innsbruck, Gent, Athen, Glasgow, Thessaloniki, Graz (dr. h.c. rer. pol., 1971)


Akademiemitgliedschaften:

  • Britisch Academy (Corresponding Fellow)
  • Royal Irish Academy (Honorary Member)
  • Bayerische Akademie der Wissenschaften (k. M.)
  • Heidelberger Akademie der Wissenschaften (k. M.)
  • Académie des Sciences Politiques Genève-Paris (Membre)
  • Academy of Athens (a. M.)
  • Kungliga Vitterhets, Historie och Antikvitets Akademien Stockholm (k. M.)
  • Koninklijke Vlaamse Academie voor Wetenschappen, Letteren en Schone Kunste van Belgie (k.M.)
  • 1954: korrespondierendes Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts
  • 1955: korrespondierendes Mitglied des Österreichischen Archäologischen Instituts
  • 1959: Wilhelm-Hartel-Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
  • 1964: Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst
  • 1966: Ehrensenator (sen. h.c.) der Philosophischen Fakultät der Universität Wien
  • 1966: Purkyně-Medaille der Jan-Evangelista-Purkyně-Universität Brno
  • 1970: Preis der Stadt Wien für Geisteswissenschaften
  • 1971: Ehrenring der Stadt Wien
  • 1971: Mitglied des Ordens „Pour le mérite“ für Wissenschaft und Künste
  • 1973: Hanseatischer Goethe-Preis
  • 1974: Ehrenmitglied der Society for the Promotion of Hellenic Studies
  • 1994: Leskygasse, 1220 Wien (benannt nach Albin Lesky und seiner Frau Erna Lesky, k.M. der ÖAW)
  • 1998: Tor der Erinnerung für Albin und Erna Lesky auf dem Campus der Universität Wien, 1090 Wien, Spitalgasse , Hof 3-Hof 13      

 

 

 

 

Herbert Hunger

(9. Dezember 1914 Wien – 9. Juli 2000 Wien)
k.M. ÖAW (1959-1962)
w.M. ÖAW (seit 1962)

Präsident der ÖAW (1973-1982)


Curriculum vitae

  • Geboren in Wien (1914)
  • Studium der Klassischen Philologie und Germanistik an der Universität Wien (1932-1936)
  • Promotion zum Dr. phil. (1936) 
  • Kriegsdienst und russische Kriegsgefangenschaft (1939-1947)
  • Österreichische Nationalbibliothek: wissenschaftlicher Beamter (1947-1956)
  • Österreichische Nationalbibliothek: Bibliothekarsprüfung (1949)
  • Univ.-Dozent für Byzantinistik an der Universität Wien (seit 1954), ao. Prof. ebd. (seit 1958)
  • Direktor der Papyrussammlung der Österreichischen Nationalbibliothek (1956-1962)
  • Berufung zum o. Prof. und Vorstand des neu gegründeten Instituts für Byzantinistik an der Universität Wien (1962-1985)
  • Sekretär der phil.-hist. Kl. der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1963-1964)
  • Generalsekretär der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1964-1970)
  • Forschungsaufenthalt in Dumbarton Oaks (Washington, D.C.) und Harvard (WS 1968/1969)
  • Vizepräsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1970-1973)
  • Dekan der Philosophischen Fakultät der Universität Wien (1970/1971)
  • Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1973-1982)
  • Präsident der Association Internationale des Etudes Byzantines (1976-1986)
  • Präsident der Österreichischen Byzantinischen Gesellschaft (1964-1996)


Forschung

  • Schwerpunkte eigener Forschung (mehr als 300 Publikationen):
  • Griechische und römische Mythologie
  • Byzantinische Geistesgeschichte
  • Byzantinische Literaturgeschichte
  • griechische Paläographie, Papyrologie und Handschriftenkunde
  • byzantinische Diplomatik

Institutionalisierte Förderung byzantinistischer Grundlagenforschung auf den Gebieten: Prosopographie, Lexikographie, Historische Geographie, Edition und Übersetzung von Urkundencorpora


Auszeichnungen und Mitgliedschaften

  • Kardinal-Innitzer-Preis (1974)
  • Großes Goldenes Ehrenzeichen der Republik Österreich (1979)
  • Preis der Stadt Wien für Geisteswissenschaften (1979)
  • Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst Erster Klasse der Republik Österreich (1981)
  • Ludwig-Boltzmann-Preis (1983)
  • Großes Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland (1986)
  • Ehrenmitgliedschaft bei zwanzig Akademien der Wissenschaften
  • Dr. h. c. der Universitäten Athen, Chicago, Helsinki, Ioannina und Thessalonike

Erwin Plöckinger

k.M. ÖAW (1970-1977)
w.M ÖAW (seit 1977)
Vizepräsident der ÖAW (1979-1982)
Präsident der ÖAW (1982-1985)


Curriculum vitae

  • Geboren in Karwin (1914), ehemals Österreichisch-Schlesien
  • Studium der Technischen Chemie an der Deutschen Technischen Hochschule Prag (1932-1937)
  • Graduierung zum Dipl. chem. (1937)
  • Studium des Eisenhüttenwesens an der Montanistischen Hochschule Leoben (1937-1943)
  • Graduierung zum Dipl.-Ing. mont. (1943)
  • Assistent (1939-1944) und Betriebsleiter (1944-1948) in der metallurgischen Abteilung der Versuchsanstalt der Österreichischen Alpine-Montan Gesellschaft Donawitz
  • Promotion zum Doktor der Montanwissenschaften an der Montanistischen Hochschule (1949)
  • Mitarbeiter am österreichischen Eisen- und Stahlplan im Rahmen der „Eisenholding GmbH“ in Leoben (1949-1950)
  • Aufbau und Leitung der Versuchsanstalt des Eisenwerkes Breitenfeld (1950-1953)
  • Leiter der Metallurgischen Abteilung der Röchlingschen Eisen- und Stahlwerke GmbH in Völklingen (1954-1957)
  • Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Zentralforschung der Firma Friedrich Krupp, Essen/Ruhr (1958-1960)
  • Habilitation an der Montanistischen Hochschule Leoben für das Fach „Arbeitsmethodik metallurgischer Forschungs- und Entwicklungsaufgaben“ (1960)
  • Konzernforschungsdirektor und Leiter der Forschungsanstalt bei Gebrüder Böhler & Co. in Kapfenberg (1960-1976)
  • Wahl zum korrespondierenden Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1970)
  • Bereichsdirektor für Forschung und Entwicklung der VEW (1976-1978)
  • Wahl zum wirklichen Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1977)
  • Vizepräsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1972-1982)
  • Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1982-1985)
  • Verstorben am 30.12.1994


Forschung

  • Schmelzmetallurgische Probleme
  • Desoxidation von Stählen und Abscheidungsmechanismen der Desoxidationsprodukte
  • Kristallisolation und Seigerungen
  • Zusammenhang von Gefüge, Textur und Ausscheidungen mit der Warmverformbarkeit und den Stahleigenschaften
  • Verfahrensentwicklungen auf den Gebieten des Stranggießens, des Erschmelzens ultrareiner Stähle sowie von Nickelbasislegierungen und Titan
  • Niederschlag der wissenschaftlichen Arbeit in mehreren Büchern, über 100 Publikationen und in mehr als 50 Patenten


Auszeichnungen und Mitgliedschaften

  • Auer von Welsbach-Medaille des Vereins Österreichischer Chemiker (1968)
  • Goldene Peter-Tunner-Medaille der Eisenhütte Österreich (1969)
  • Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (1970)
  • Erwin-Schrödinger-Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1975)
  • Mitglied des Aufsichtsrates der Österreichischen Studiengesellschaft für Atomenergie (1976-1979)
  • Mitglied des Präsidiums des Forschungsförderungsfonds der wissenschaftlichen und der gewerblichen Forschung Österreichs (Zeitabschnitt unbekannt)
  • Vorsitzender der Reaktorsicherheitskommission der Republik Österreich im Bundeskanzleramt (1978-?)
  • Wilhelm-Exner-Medaille des Österreichischen Gewerbevereins (1977)
  • Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse (1978)
  • Ludwig-Boltzmann-Preis (Staatspreis für Forschungspolitik) (1979)
  • Dr. mont. h.c. der Montanuniversität Leoben (1983)
  • Großes Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien (1985)

Hans Tuppy


k.M. ÖAW (1961-1967)
w.M. ÖAW (seit 1967)
Präsident der ÖAW (1985-1987)     

Curriculum vitae

  • Geboren in Wien (1924)
  • Studium der Chemie an der Universität Wien (1942-1948)
  • Promotion zum Dr.phil. (1948)
  • Univ.-Assistent am Institut für Organ.Chemie der Universität Wien (1948-1958)
  • Postgraduelle Studien und wissenschaftl.Arbeit an der Universität Cambridge, England (1949-1950), am Carlsberg Laboratorium in Kopenhagen (1950-1951) und am Medizinischen Nobelinstitut in Stockholm (1955)
  • Univ.-Dozent an der Philosophischen Fakultät der Universität Wien (seit 1956)
  • ao.Univ.-Professor für Biochemie an der Medizinischen.Fakultät der Universität Wien (1958-1963)
  • Vorstand des Instituts für Biochemie der Universität Wien (1958-1987)
  • Gastprofessor an der Yale University, New Haven, Conn. (Sommersemester 1960)
  • o.Univ.-Prof. für Biochemie an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien (1963-1994)
  • Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Wien (1970-1972)
  • Präsident des Fonds zur Förderung d.wissschaftlichen Forschung (1974-1982)
  • Rektor der Universität Wien und Vorsitzender der österreichischen Rektorenkonferenz (1983-1985)
  • Generalsekretär der Europäischen Molekularbiologie-Konferenz (1983-1987)
  • Präsident der Österreichischen.Akademie der Wissenschaften (1985-1987)
  • Bundesminister für Wissenschaft und Forschung (1987-1989)
  • Emeritierter Univ.-Prof. (seit 1994)
  • Vorsitzender  des Universitätsrates  der Universität für Bodenkultur Wien (2003-2008)


Forschung

  • Chemie und Biochemie biologisch wirksamer Peptide und Proteine (Insulin, Oxytocin, Cytochrom c)
  • Blutgruppen-Biochemie
  • Antivirale Neuraminsäurederivate
  • Enymologie
  • Mitochondrien als Träger genetischer Information


Auszeichnungen und Mitgliedschaften

  • Mitglied der European Molecular Bioloy Organization (seit 1964)
  • Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina (seit 1965)
  • w.M. der Österreichischen Akademie der Wissenschaften  (seit 1967)
  • Dr.h.c. der Veterinärmedizinischen Hochschule Wien (1968)
  • Preis der Stadt Wien für Naturwissenschaften (1969)
  • Mitglied der Pontificia Academia Scientiarum (seit 1975)
  • Österreichisches.Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst (1975)
  • Wilhelm Exner Medaille des Österr.Gewerbevereins (1978)
  • Loschmidt-Medaille des Vereins Österreichischer Chemiker  (1986)
  • Mitglied der Academia Europaea  (seit 1989)
  • Dr.h.c. der Universität für Bodenkultur Wien (1989)
  • Ludwig Wittgenstein-Preis der Österreich.Forschungsgemeinschaft (2002)
  • Großes Silbernes Ehrenzeichen mit dem Stern, Republik Österreich (2002)
  • Kardinal-Innitzer-Preis (2014)
  • Großes Goldenes Ehrenzeichen mit dem Stern, Republik Österreich (2014)

Otto Hittmair

k.M. ÖAW
w.M. ÖAW (1970 – 2003)
Präsident der ÖAW (1987–1991)
Vizepräsident der ÖAW (1991 – 1997)


Curriculum vitae

  • Geboren in Innsbruck (1924)
  • Studium der Physik und Mathematik an der Universität Innsbruck (1942 – 1949)
  • Postgraduelle Studien und wissenschaftliche Arbeit an der Scholar im Dublin Institute for Advanced Studies bei E. Schrödinger (1950), Massachusetts Institute of Technology,  Institut Henri Poincaré der Sorbonne in Paris, der Universität Sydney und Buenos Aires
  • Habilitation Universität Innsbruck (1953)
  • Mitarbeiter am Atominstitut (1958 – 1960)
  • Ernennung zu Ordinarius (1960)
    ordentlicher Professor für theoretische Physik und Vorstand des Instituts für Theoretische Physik der Technischen Universität Wien (ab 1960)
  • Rat für Hochschulfragen (ab 1965)
  • Dekan der Naturwissenschaftliche Fakultät, TU-Wien (1968-1969)
  • Rektor der Technischen Universität Wien (1977 – 1979)
  • Implementierung des neuen Hochschulgesetztes (1977 – 1979)
  • Emeritierung (1992)


Forschung

  • Kontinuumstheorie, Statistische Mechanik in Nichtgleichgewicht
  • Quantenoptik: Zwei-Atom Spontanemission, Superradiance
  • Kernphysik: Deuteron-Stripping-Reaktionen, deuteroninuzierte Kernreatkonen
  • Kernenergie
  • Quantenfeldtheorie


Lehrbücher

  • Quantentheorie, Theorie der Wärme und Supraleiter


Auszeichnungen und Preise

2001 wurde ein Asteroid nach ihm benannt. In Innsbruck gibt es nun einen Otto-Hittmair-Platz. Nach seinem Tod erhielt ein Platz auf dem Gelände der Technischen Fakultät der Universität Innsbruck seinen Namen.

Werner Welzig

k. M. 1972-1973
w. M. 1973-2018
Obmann der Kommission für literarische Gebrauchsformen 1976-2003
Sekretär der philosophisch-historischen Klasse der ÖAW 1982-1983
Generalsekretär der ÖAW 1983-1991
Präsident der ÖAW (mit Dreiviertelmehrheit dreimal wiedergewählt) 1991-2003

  • Gründung des Instituts für Kultur- und Geistesgeschichte Asiens (1992)
  • Einrichtung des Stipendienprogrammes APART (1993)
  • Gründung des Instituts für Technikfolgen-Abschätzung (1994)
  • Einrichtung des Programmes für Doktorandenstipendien (1995)
  • Einrichtung der Forschungsstelle für die Geschichte des Mittelalters (1998)
  • Einrichtung der Forschungsstelle für institutionellen Wandel und europäische Integration (1998)
  • Gründung des IMBA Instituts für Molekulare Biotechnologie GmbH (1999)
  • Gründung des Instituts für Kulturgeschichte der Antike (2000)
  • Gründung des Instituts für Schallforschung (2000)
  • Gründung des GMI Gregor-Mendel-Instituts für Molekulare Pflanzenbiologie GmbH (2000)
  • Gründung des CeMM Forschungszentrums für Molekulare Medizin GmbH (2000)
  • Gründung des Instituts für Iranistik (2002)
  • Einrichtung der Forschungsstelle für Europäisches Schadenersatzrecht (2002)
  • Gründung des RICAM Johann Radon Institute for Computational und Applied Mathematics (2003)
  • Gründung der Unternehmung The Gallery of Research | Galerie der Forschung (2004)
  • [vgl. Werner Welzig Worte. 28 Reden und 30 Register, hrsg. v. H. Biber, I. Boom, E. Breiteneder. Wien: Verlag der ÖAW 2016]
  • Referent der Unternehmung The Gallery of Research | Galerie der Forschung 2003-2005
  • Referent der Unternehmung AAC-Austrian Academy Corpus 2003-2008
  • Obmann der Kommission zur Herausgabe eines Textwörterbuches der Fackel (Fackellex) 2003-2012
  • Leiter der Arbeitsgruppe Fackellex am ICLTT Institut für Corpuslinguistik und Texttechnologie 2012-2016
  • 2003 wurde der jährlich zu verleihende Werner-Welzig-Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften auf Initiative des Betriebsrates der ÖAW gestiftet, der – ungeachtet des jeweiligen Arbeitsfeldes – an Frauen und Männer vergeben wird, die in besonderer Weise zum öffentlichen Ansehen oder zum inneren Zusammenhalt der Österreichischen Akademie der Wissenschaften beigetragen haben.


CV

  • geboren in Wien (1935)
  • Volksschule in Brunn am Gebirge und Bad Aussee, Hauptschule in Bad Aussee und Gymnasium in Gmunden
  • verheiratet mit Irmgard Welzig, fünf Kinder
  • Studium Deutsche Sprache und Literatur sowie Geschichte an der Universität Wien und in Paris (1953-1958)
  • Promotion zum Doktor phil. an der Universität Wien (1958)
  • Assistent am Germanistischen Institut der Universität Wien (1958-1963)
  • Habilitation für Deutsche Sprache und Literatur an der Universität Wien (1963)
  • Dozent am Germanistischen Institut der Universität Wien (1963-1965)
  • ao. Univ.-Professor am Germanistischen Institut der Universität Wien (1965-1968)
  • Gastprofessur an der University of Southern California in Los Angeles (1967)
  • Berufung zum o. Univ.-Professor für neuere deutsche Literaturgeschichte an der Universität Wien (1968)
  • Vorstand des Germanistischen Instituts der Universität Wien (1972-1973)
  • Dekan der philosophischen Fakultät der Universität Wien (1973-1974)
  • Initiator und Koordinator des Trilateralen Forschungsschwerpunktes Differenzierung und Integration. Sprache und Literatur deutschsprachiger Länder im Prozeß der Modernisierung (1991-1999)
  • Emeritierung (2003)
  • gestorben in Wien (2018)
  • begraben an seinem Wohnort Brunn am Gebirge


Forschungen

  • Literaturgeschichte
  • Editionswissenschaft
  • Rhetorik
  • Lexikographie
  • Wissenschaftsgeschichte
  • Schwerpunkte – Werke von Erasmus von Rotterdam, Arthur Schnitzler und Karl Kraus sowie Barockpredigten und der deutsche Roman im 20. Jhd.


Auszeichnungen und Mitgliedschaften:

  • Korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur zu Mainz 1987
  • Präsident der Modern Humanities Research Association London 1990
  • Korrespondierendes Mitglied der Kroatischen Akademie der Wissenschaften 1994
  • Auswärtiges Mitglied der Königlich Dänischen Akademie der Wissenschaften 1995
  • Großes Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark 1995
  • Großer Josef-Krainer-Preis 1997
  • Mitglied des Hochschulrates der Universität Stuttgart 2000
  • Österreichischer Staatspreis Schönstes Buch Österreichs 2000
  • Goldene Letter der Stiftung Buchkunst Leipzig Schönstes Buch der Welt 2000
  • Prix Logos 2000 für eine beispielhafte Pionierarbeit in der Sprachwissenschaft bzw. Lexikographie Paris
  • Slovník Roku 2000 Wörterbuch-Preis des Tschechisch-Slowakischen Dolmetscher- und Übersetzerverbandes Bratislava
  • 50 books/50 covers Auszeichnung The American Institute of Graphic Arts New York 2001
  • Ehrenring der Stadt Wien 2002
  • Goldenes Ehrenzeichen des Landes Oberösterreich 2003
  • Großes Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich 2003

Herbert Mang

Elastizitäts- und Festigkeitslehre
⃰ 5. Jänner 1942, Wien, Österreich

1985 Wahl zum Korrespondierenden Mitglied im Inland der ÖAW
1992 Wahl zum Wirklichen Mitgliede der ÖAW
1995-2003 Generalsekretär der ÖAW und Sekretär der mathematisch-
naturwissenschaftlichen Klasse
2003-2006 Präsident der ÖAW


Beruflicher Werdegang

  • 1967 Dipl.-Ing. (Bauingenieurwesen), TU Wien
  • 1967-79 Universitätsassistent, Institut für Festigkeitslehre, TU Wien (mehrere Karenzierungen)
  • 1970 Dr.techn. (mit Auszeichnung), TU Wien
  • 1971-73 zuerst Fulbright Fellow, dann Research Assistant, Texas Tech University, Lubbock, TX, USA
  • 1974 Ph.D. (Major: Structural Engineering, Minor: Mathematics), Texas Tech University, Lubbock, TX, USA
  • 1975-76 Max-Kade Fellow, Cornell University, Ithaca, NY, USA
  • 1977 Habilitation (Lehrbefugnis: Festigkeitslehre mit besonderer Berücksichtigung der Methode der Finiten Elemente), TU Wien
  • 1979 (01-03) Visiting Research Fellow, University of Tokyo, Japan
  • 1979 Ao.Universitätsprofessor (Fach der Lehrbefugnis)
  • 1981 (09-12) UNIDO Fachexperte, Zhengzhou Research Institute for Mechanical Engineering, Zhengzhou, China
  • 1981 Berufung zum O. Universitätsprofessor (Fach: Festigkeitslehre), TU Graz
  • 1982 Berufung zum O. Universitätsprofessor (Fach: Elastizitäts- und Festigkeitslehre), TU Wien, Ruf angenommen
  • 1984-2004 Vorstand, Institut für Festigkeitslehre, TU Wien
  • 1989-91 Mitvorstand des EDV Zentrums der TU Wien
  • 1991-94 Dekan, Fakultät für Bauingenieurwesen, TU Wien
  • 1992-95 Präsident, Central European Association for Computational Mechanics
  • 1994-95 Prorektor, TU Wien
  • 1995-2003 Generalsekretär der ÖAW und Sekretär der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse
  • 1998-2010 Vizepräsident, International Association for Computational Mechanics
  • 2003-06 Präsident der ÖAW
  • 2003-05 Mitglied des Präsidiums des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung
  • 2004-15 Mitglied (2010-15 Stellvertretender Vorsitzender) des Österreichischen Wissenschaftsrates
  • 2005-06 Mitglied des Vorstands des Wiener Wissenschafts- und Technologiefonds
  • 2005-09 Präsident, European Community on Computational Methods in Applied Sciences
  • 2008-10 Vorstand, Institut für Mechanik der Werkstoffe und Strukturen, TU Wien
  • 2010 Emeritierung, TU Wien
  • 2010-12 Gastprofessor, College of Civil Engineering, Tongji University, Shanghai, China
  • 2012-15 National RPGE Chair Professor, College of Civil Engineering, Tongji University, Shanghai, China
  • 2015- Full Professor, College of Civil Engineering, Tongji University, Shanghai, China


Forschungstätigkeit

Grundlagenforschung und Angewandte Forschung auf den Gebieten der Festigkeitslehre, der Berechnung von Flächentragwerken, der Numerischen Mechanik (Computational Mechanics) (statische und dynamische Spannungsanalysen, Stabilitätsuntersuchungen, Traglastermittlungen von Stahlbetonkonstruktionen, geotechnische Untersuchungen, numerische Simulationen des mechanischen Verhaltens von Beton und Böden, verfahrensorientierte Studien betreffend die Finite Element Methode, die Randelementemethode und Kopplungen dieser beiden Methoden) sowie der Numerischen Akustik (Computational Acoustics).


Auszeichnungen und Mitgliedschaften

Ehrendoktorate, Ehrenprofessor, Chaired Professorship

  • 2000: Dr.h.c. der Technischen Universität Krakau
  • 2003: Dr.techn.h.c. der Leopold-Franzens Universität Innsbruck
  • 2004: Dr.h.c. der Nationalen Technischen Universität der Ukraine (“Kyıv Polytechnic Institute”)
  • 2004: Dr.h.c. der Tschechischen Technischen Universität Prag
  • 2007: Dr.mont.h.c. der Montanuniversität Leoben
  • 2009: Dr.h.c. der Technischen Universität Vilnius
  • 2021: Dr.phil.h.c. der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine
  • 2007: Prof. h.c. der Tongji Universität, Shanghai, China
  • 2012-2015: National RPGE Chair Prof., Tongji Universität, Shanghai, China

Mitgliedschaft in wissenschaftlichen Akademien

  • Wirkliches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (seit 1992; Korrespondierendes Mitglied 1985-1992)
  • Mitglied der New York Academy of Sciences (seit 1994)
  • Ordentliches Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste, Salzburg (seit 1995)
  • Mitglied der Slowakischen Akademie der Ingenieurwissenschaften (seit 1998)
  • Auswärtiges Mitglied der Polnischen Akademie der Wissenschaften, Warschau (seit 2000)
  • Korrespondierendes Mitglied der Académie Européenne des Sciences, des Arts et des Lettres, (seit 2003)
  • Auswärtiges Mitglied der U.S. National Academy of Engineering, Washington, D.C. (seit 2004)
  • Auswärtiges Mitglied der Polnischen Akademie der Wissenschaften und Künste, Krakau (seit 2004)
  • Korrespondierendes Mitglied der Kroatischen Akademie der Wissenschaften und Künste (seit 2004)
  • Ehrenmitglied der Albanischen Akademie der Wissenschaften (seit 2006)
  • Auswärtiges Mitglied der Ingenieur-Akademie der Tschechischen Republik (seit 2007)
  • Ehrenmitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (seit 2007)
  • Ehrenmitglied der Slowakischen Akademie der Wissenschaften (seit 2008)
  • Außerordentliches Mitglied von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (seit 2008)
  • Auswärtiges korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Lissabon (Academia Scientiarum Lusitana)(seit 2008)
  • Korrespondierendes Mitglied der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft (seit 2008)
  • Auswärtiges Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine (seit 2009)
  • Auswärtiges Mitglied der Georgischen Nationalen Akademie der Wissenschaften (seit 2010)
  • Mitglied der Academia Europaea, London (seit 2015)
  • Auswärtiges Mitglied der Chinese Academy of Engineering (seit 2015)

Elected Fellowships und Ehrenmitgliedschaften in Fachvereinigungen

  • 1990: Fellow of the American Society of Civil Engineers
  • 1997: Ehrenmitglied der Polish Association for Computational Mechanics
  • 1998: Fellow of the International Association for Computational Mechanics
  • 2001: Fellow of the International Association for Bridge and Structural Engineering
  • 2006: Ehrenmitglied der Croatian Society of Mechanics
  • 2009: Honorary Member of the Czech Society for Mechanics

Stipendien, Wissenschaftliche Preise, Medaillen, Orden und Ehrenzeichen

  • 1971: Fulbright Fellowship, Texas Tech, USA
  • 1975: Max Kade Fellowship (auf Vorschlag der ÖAW), Cornell University, USA
  • 1977: Kardinal Innitzer-Förderungspreis für Naturwissenschaften
  • 1978: Theodor Körner-Förderungspreis für Naturwissenschaften
  • 1978: Förderungspreis der Stadt Wien für Technische Wissenschaften
  • 1982: Technikpreis der Wiener Wirtschaft
  • 1996: Wilhelm Exner-Medaille des Österreichischen Gewerbevereins
  • 1997: Distinguished Engineer Award of the College of Engineering of Texas Tech University
  • 2001: Großes Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Steiermark
  • 2002: Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse
  • 2002: IACM Award of the International Association for Computational Mechanics
  • 2002: International Prize of the Slovak Academy of Sciences
  • 2004: Benennung eines Kleinen Planeten durch dessen Entdecker, Astronomiedirektor L. Schmadel, Heidelberg, mit dem Namen „Mang“
  • 2006: Kommandeur des Nationalen Ordens „Stern von Rumänien“
  • 2006: Großes Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich
  • 2007: Carl Friedrich Gauss-Medaille der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft
  • 2007: Olgierd Cecil Zienkiewicz-Medal of the Polish Association for Computational Mechanics
  • 2010: Tsuboi Award of the International Association for Shell and Spatial Structures
  • 2011: Johann Joseph Ritter von Prechtl Medaille der Technischen Universität Wien
  • 2011: Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien
  • 2012: Leonhard Euler-Medal of the European Community on Computational Methods in Applied Sciences
  • 2013: Kavalierskreuz des Verdienstordens der Republik Polen
  • 2014: Karl Girkmann-Medaille der Fakultät für Bauingenieurwesen der Technischen Universität Wien
  • 2014: Nathan M. Newmark Medal of the American Society of Civil Engineers
  • 2014: Goldene Vladimir Vernadsky-Medaille der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine
  • 2014: Kardinal Innitzer-Würdigungspreis für Naturwissenschaften
  • 2020: 2019 International Science and Technology Cooperation Award of the People’s Republic of China

Peter Schuster

Theoretische Chemie
*07. März 1941, Wien

1984    Wahl zum korrespondierenden Mitglied im Inland der ÖAW
1992    Wahl zum wirklichen Mitglied der ÖAW
2000-2003    Vizepräsident der ÖAW
2006-2009    Präsident der ÖAW


Werdegang:

•    1959 Matura am Bundesrealgymnasium in Wien III
•    1959-1967 Chemiestudium an der Universität Wien
•    1967 Promotion sub auspiciis praesidentis zum Dr. phil. (Chemie), Universität Wien
•    1968-1969 Post-Doc Assistent bei Manfred Eigen am Max Planck Institut für Physikallische Chemie in Göttingen, BRD
•    1971 Habilitation für Theoretische Chemie an der Universität Wien
•    1973-2009 Ordentlicher Universitätsprofessor für Theoretische Chemie an der Universität Wien
•    1991- Externes Fakultätsmitglied des Santa Fe Instituts, Santa Fe, NM, USA
•    1992-1995 Gründungsdirektor des Instituts für Molekulare Biotechnologie in Jena, BRD
•    2009- Emeritierter ordentlicher Universitätsprofessor der Universität Wien


Forschungsgebiete:

Theorie der Wasserstoffbrücken und zwischenmolekularen Kräfte, Kinetik der Protonenübertragungsreaktionen in wässrigen Lösungen, nicht-lineare Dynamik komplexer Systeme, Theorie und Modellierung der molekularen Evolution, Strukturen und Eigenschaften von RNA-Molekülen, Optimierung von RNA-Strukturen, „neutrale Netzwerke“ bei Biopolymeren und ihre Rolle in der Evolution, analytische Näherungen von nicht-linearen Differentialgleichungen aus Physik, Chemie und Neurobiologie, genetische Regulation und metabolische Netzwerke.


Mitgliedschaften (Auswahl):

•    1993 Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina
•    1994 Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig
•    1995 Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
•    1999 Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften
•    2004 Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste (Salzburg)
•    2009 National Academy of Sciences USA
•    2009 Academia Europaea (London)
•    2009 International Academy of Philosophy of Sciences
•    2014 European Molecular Biology Organization


Auszeichnungen (Auswahl):

•    1983 Erwin Schrödinger Preis der ÖAW
•    1989 Dr. Assen Zlatorov Preis der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften
•    1993 Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst
•    1995 Josef Loschmidt Medaille der Gesellschaft Österreichischer Chemiker
•    1999 Wilhelm Exner-Medaille des Österreichischen Gewerbevereins
•    2009 Großes Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien
•    2018 Manfred Eigen Award Lecture des Max Planck-Institutes für Biophysikalische Chemie in Göttingen, BRD
•    2018 Großer Kardinal Innitzer Preis

Helmut Denk

Geboren: 5. März 1940 in Scheibbs, NÖ
Verheiratet (1968) mit Helga, geb. Frimmel, 3 Kinder


Laufbahn:

  • 1958  Matura am Humanistischen Gymnasium in Krems/Donau
  • 1958 – 1964  Medizinstudium an der Universität Wien
  • 1964    Promotion zum Dr.med.univ. „Sub Auspiciis Praesidentis Rei Publicae“ in Wien
  • 1961 – 1964  Demonstrator am Institut für Histologie und Embryologie, Med. Fakultät, Univ. Wien
  • 1964 – 1967  Univ. Assistent am Institut für Allgemeine und Experimentelle Pathologie, Med. Fakultät, Univ. Wien
  • 1967 – 1969  Assistenzarzt an der 1. Med. Universitätsklinik, Med. Fakultät, Univ. Wien
  • 1969 – 1971  Postdoctoral Research Fellow (NIH) am Pathologischen Institut der Mount Sinai School of Medicine, New York, USA, bei Prof. Hans Popper
  • 1971 – 1982  Univ. Assistent, später Oberarzt und Professor am Institut für Pathologie, Med. Fakultät, Univ. Wien, und Leiter des Laboratoriums für Gastroenterologische Pathologie, Hepatopathologie und Molekularpathologie (Hans-Popper-Laboratorium)
  • 1973  Habilitation für Allgemeine und Experimentelle Pathologie, Wien
  • 1973  Facharzt für Pathologie (Zusatzfächer: Zytodiagnostik, Molekularpathologie, Humangenetik)
  • 1974 – 1975  Visiting Professor und Fulbright Scholar am Institut für Pharmakologie, Yale University, New Haven, Conn, USA
  • 1976  Habilitation für Pathologische Anatomie, Wien
  • 1977 – 1982   Ao. Univ. Prof. (§31 UOG) für Pathologie und stellvertretender Institutsvorstand am Institut für Pathologie, Med. Fakultät, Univ. Wien
  • Jänner 1983 – Oktober 2008   Ordentlicher Universitätsprofessor für Pathologie und Vorstand des Instituts für Pathologie der Universität (später Medizinischen Universität) Graz
  • 2008   Emeritierung
  • 2009 – 2013   Präsident der Österr. Akademie der Wissenschaften


Auszeichnungen (Preise, Auswahl):

  • 1974   Sandoz Preis für Medizin
  • 1991   Lucie-Bolte Preis der German Association for the Study of the Liver (GASL)
  • 1991   Wirkliches Mitglied der Österr. Akademie der Wissenschaften
  • 1994   Kardinal-Innitzer-Würdigungspreis
  • 1996   Fellow des Royal College of Pathology (London)
  • 1999   Österr. Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst
  • 2012   Großer Josef Krainer Preis


Funktionen in Wissenschaftlichen Gesellschaften (Auswahl)

  • 1980 – 1982 / 1997 – 1999   Präsident der Österr. Gesellschaft für Pathologie
  • 1991 – 1997   Vizepräsident des Fonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung (FWF)
  • 1993 – 1994    Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Pathologie
  • 1998 – 2010   Senator, Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina
  • 2000 – 2010   Mitglied des Advisory Council, European Society of Pathology
  • 2000 – 2005   Ordentliches Mitglied, Oberster Sanitätsrat, Wien
  • 2003 – 2010   Vorsitzender, Kurie des Österr. Ehrenzeichens für Wissenschaft und Kunst
  • 2000 – 2010   Beiratsmitglied, Europäisches Forum Alpbach
  • 2001 – 2010   Senatsmitglied, Christian-Doppler-Forschungsgesellschaft


Forschung

Das von Helmut Denk vertretene Fach Pathologie spielt eine zentrale Rolle in der klinischen Diagnostik, der Krankheitsforschung und der Lehre. Es beruht auf dem Einsatz morphologischer, immunologischer und molekularpathologischer Methoden in enger Korrelation mit den klinischen Disziplinen. Das Institut für Pathologie in Graz wurde seit seinem Amtsantritt 1983 in diesem Sinne zu einem modern ausgestatteten medizinischen Diagnostik- und Forschungszentrum entwickelt. Die Korrelation von Struktur und Funktion und die objektive Erfassung prognostisch und therapeutisch relevanter krankhafter Veränderungen in humanem Operations- und Biopsiematerial sowie isolierten Zellen über die reine Deskription hinaus unter Einsatz lichtmikroskopischer, elektronenmikroskopischer, immunologischer und biochemischer Methoden unterstützt durch Tier- und Zellkulturexperimente stehen im Zentrum der diagnostischen und wissenschaftlichen Tätigkeit. Die stete Anpassung an die modernen Entwicklungen der Naturwissenschaft ist eine Voraussetzung. Der derzeitige wissenschaftliche Schwerpunkt von H. Denk liegt auf morphologischen und molekularen Aspekten der Pathologie neoplastischer und metabolischer Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes und der Leber mit besonderer Berücksichtigung der diagnostischen Aussagekraft des immunhistochemischen Nachweises von Komponenten des Zellskeletts, v.a. von Intermediärfilament - Proteinen (Keratin, Vimentin, Desmin, Lamin), der zellulären Seneszenz und der molekularen Pathogenese von Leberzellveränderungen bei alkoholischer und nicht-alkoholischer Fettleber (Steatohepatitis) und bei Lebertumoren.   

Anton Zeilinger

k.M. 1994
w.M. 1998
Präsident der ÖAW von 2013-2022


Curriculum vitae

  • Geboren in Ried im Innkreis (1945)
  • Physik- und Mathematik-Studium an der Universität Wien (1963-1971)
  • Promotion mit der Arbeit Neutron Depolarization in Dysprosium Single Crystals (Neutronendepolarisation in Dysprosium-Einkristallen) bei Helmut Rauch (1971)
  • wissenschaftlicher Mitarbeiter am Atominstitut Wien bei Helmut Rauch (1972-1979)
  • Habilitation an der TU Wien (1979)
  • Aufenthalte in den USA (Gastprofessur am Massachusetts Institute of Technology, MIT), Frankreich (Collège de France, Chaire Internationale, Paris), Deutschland (Humboldt-Universität zu Berlin) und Großbritannien (Merton College Oxford)
  • ordentlicher Universitätsprofessor an der Universität Innsbruck (1990)
  • Vorstand des Institutes für Experimentalphysik der Universität Innsbruck (1990-1999)
  • Präsident der Österreichischen Physikalischen Gesellschaft (1997-1998)
  • Universitätsprofessor an der Universität Wien (seit 1999)
  • Vorstand des Instituts für Experimentalphysik der Universität Wien (1999-2007)
  • gewähltes Mitglied des Gründungskonvents der Universität Wien (2002-2003)
  • Dekan der Fakultät für Physik der Universität Wien (2006-2009)
  • Leitung des neu gegründeten Instituts für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI Wien) der ÖAW (2004-2013)
  • Senior Scientist am IQOQI Wien (seit 2004)
  • Gründung der Internationalen Akademie Traunkirchen, IAT (2009)
  • em. Universitätsprofessor der Universität Wien (seit 2013)


Forschung (Auswahl bedeutendster Beiträge)

  • wegweisende Experimente zur Materiewellen-Interferometrie mit Neutronen, Atomen, und Buckminster-Fullerenen
  • wegweisende Arbeiten zur Quantenverschränkung, darunter:
  • Entdeckung der Drei-Teilchen-Verschränkung als extremes Beispiel der Quanten-Nichtlokalität. Die sogenannten GHZ-Zustände (Greenberger-Horne-Zeilinger) und ihre Verallgemeinerungen wurden zu einem Eckpfeiler in der Entwicklung der Quanteninformationswissenschaften und des Quantencomputers.
  • erste experimentelle Realisierung der Quanten-Teleportation eines einzelnen, unabhängigen Photons
  • theoretische Entwicklung und experimentelle Bestätigung der Quanten-Teleportation von Verschränkung („entanglement swapping“), ein fundamentaler Bestandteil von zukünftigen Quantennetzwerken
  • Realisierung von Quantenkommunikation mit verschränkten Photonen über lange Distanzen (Erd- und Satelliten-basiert)
  • erste experimentelle Verletzung der Bell-Ungleichung unter strikter Einhaltung der Einsteinschen Lokalitätsbedingungen, sowie Realisierung eines „loophole-free“ Bell Experiments 
  • erste experimentelle Realisierung von verschränkungsbasierter Quantenkryptographie
  • Realisierung einer Vielzahl von Methoden und Gattern für optische Quantencomputer


Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2024 Großes Goldenes Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich
  • 2024 Ehrenbürgerschaft der Stadt Wien
  • 2023 Großes Goldenes Ehrenzeichen des Landes Oberösterreich
  • 2022 Großes Silbernes Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich
  • 2022 Nobelpreis für Physik, Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften, Stockholm, Schweden
  • 2019 Micius-Preis, Micius Quantum Foundation, China
  • 2018 Großes Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien
  • 2017 John Stewart Bell Preis
  • 2016 Willis E. Lamb Award for Laser Science and Quantum Optics
  • 2015 Großes Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich
  • 2013 Großer Tiroler Adler-Orden des Landes Tirol
  • 2012 Finalist World Technology Award in Communication Technology
  • 2010 David Ben-Gurion Medaille, Israel
  • 2010 Wolf-Preis für Physik, Wolf Foundation, Israel
  • 2009 Großes Bundesverdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland
  • 2008 Quantum Communication Award, Tamagawa Universität, Japan
  • 2008 Isaac-Newton-Medaille, Institute of Physics, London, UK
  • 2007 Quantum Electronics Prize, European Physical Society
  • 2005 König-Faisal-Preis, König-Feisal-Stiftung, Saudi-Arabien
  • 2005 Descartes Preis, Europäische Kommission
  • 2005 Wilhelm-Exner-Medaille, Österreichischer Gewerbeverein
  • 2004 Lorenz-Oken-Medaille, Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte
  • 2004 Klopsteg Award, American Association of Physics, USA
  • 2003 Sartorius-Preis, Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
  • 2001 Orden Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste, Deutschland
  • 2001 Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst
  • 2000 Humboldt-Forschungspreis, Alexander von Humboldt-Stiftung
  • 1996 European Lecturer, European Physical Society
  • 1995 Prix Vinci d'Excellence, Fondation LVMH, Paris, Frankreich
  • 1980 Förderungspreis der Theodor-Körner-Stiftung
  • 1979 Kardinal-Innitzer-Förderungspreis für Naturwissenschaften
  • 1975 Nachwuchspreis der Stadt Wien für junge Wissenschaftler


Mitgliedschaften (Auswahl)

  • 2021 Auswärtiges Mitglied, National Academy of Sciences of Ukraine
  • 2020 Fellow, Optical Society of America (OSA)
  • 2019 Auswärtiges Mitglied, Chinese Academy of Sciences (CAS)
  • 2018 Ehrenmitglied Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE), New York
  • 2016 Auswärtiges Mitglied, Russian Academy of Sciences
  • 2016 Auswärtiges Ehrenmitglied, Romanian Academy of Sciences
  • 2015 Socio Corrispondente Straniero (kMA), Accademia Galileiana, Padova
  • 2014 Fellow, The World Academy of Sciences (TWAS)
  • 2014 Auswärtiges Mitglied, National Academy of Sciences of Belarus
  • 2014 Auswärtiges Mitglied, U.S. National Academy of Sciences
  • 2012 Fellow, American Association for the Advancement of Science (AAAS)
  • 2011 Mitglied, Academia Europaea
  • 2009 Auswärtiges Mitglied, Académie des Sciences, Institut de France
  • 2006 Auswärtiges Mitglied, Serbian Academy of Sciences and Arts
  • 2005 Ehrenmitglied, Slovak Academy of Sciences
  • 2005 Mitglied, Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Deutschland
  • 2002 Mitglied, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
  • 2000 Mitglied, Academia Scientiarum et Artium Europaea
  • 1999 Fellow, American Physical Society (APS)


Weitere Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2023 Israel Friendship Award
  • 2023 Ehrendoktorat, Universität Innsbruck
  • 2022 Ehrendoktorat, Okinawa Institute of Science and Technology Graduate University (OIST)
  • 2022 Ehrendoktorat, Technion - Israel Institute of Technology, Israel
  • 2015 Ehrendoktorat, National Academy of Sciences of Ukraine
  • 2006 Ehrendoktorat, Gdansk University, Poland
  • 2005 Ehrendoktorat, Humboldt University Berlin, Germany