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Tote Körper zwischen Nutzen und öffentlichem Ärgernis

Ethische, politische, kulturelle Überlegungen zum Umgang mit menschlichen Überresten

Mittwoch 07.11.2018 06:11 Uhr

Heutzutage verschwinden Menschen nach ihrem Tod immer mehr aus dem Blickfeld, werden schnell verdrängt oder unsichtbar. Doch die Faszinationskraft der toten Körper ist nicht verschwunden. Sie verlagert sich mehr in die Populärkultur oder in Ausstellungen wie von Hagens’ „Körperwelten“. Während die „tägliche Leiche“ zum Abendessen im TV schon lange fixer Bestandteil der Alltagskultur ist, werden gleichzeitig in Museen und Sammlungen, gerade in ethnografischen Museen, (koloniale) Sammlungen mit menschlichen Überresten immer mehr der öffentlichen Kritik ausgesetzt. Diesem Widerspruch geht diese Tagung nach. Mediziner, Kulturanthropologen, Restauratoren, Archäologen, Anthropologen, Kulturmanager und Präparatoren widmen sich der Frage, warum die Verwendung toter Körper nicht in allen Kontexten entrüstet und was die Qualität menschlicher Überreste nun tatsächlich ausmacht. Angesichts der großen interkulturellen Unterschiede im Umgang mit den Toten stellen sich folgende Fragen: Wann und warum werden viele Menschen nach ihrem Tod „unsichtbar“ gemacht? Welchen Status erlangen Tote? Unter welchen Umständen werden Tote zu (musealen) Objekten? Darf man tote Menschen ausstellen? Wann und wie kann man Tote ausstellen? Wie könnte ein guter Umgang mit ihnen sein?

Informationen

 

Institut für Kultur- und Sozialanthropologie, Universität Wien, NIG, Universitätsstraße 7, 1010 Wien, Hörsaal A

Weltmuseum Wien, Heldenplatz, 1010 Wien

Veranstalter:
Claudia Augustat, Weltmuseum Wien
Igor Eberhard, Institut für Kultur- und Sozialanthropologie, Universität Wien
Estella Weiss-Krejci, OREA, ÖAW (HERA-DEEPDEAD Projekt)

Programm

Abstracts

Eintritt frei

Anmeldung bis 3. November erbeten unter:
Estella.Weiss-Krejci(at)oeaw.ac.at