Wed, 11. February 2026 | Category Porträt

Rebecca Lara Winkler - Wo medizinische Fragen auf Forschung treffen

Rebecca Lara Winkler ist Geförderte des vierten Jahrganges und studiert aktuell im Bachelor Molekulare Medizin an der Medizinischen Universität Innsbruck. Spätestens beim Schreiben ihrer VWA „CRISPR/Cas9 – Genome Editing on HIV. A Potential Method for Treating HIV/AIDS", die mit dem ÖAW VWA-MINT-Preis ausgezeichnet wurde, war ihr klar, dass sie in die Forschung gehen möchte.

Text: Rebecca Lara Winkler

Fotos: Natascha Unkart und privat

Als Kind wollte ich - egal, was andere sagten - nie Ärztin werden. Mich hat weniger die klinische Praxis als vielmehr die Forschung interessiert: Fragen zu stellen, Zusammenhänge zu verstehen und Neues zu entwickeln. Besonders meine vorwissenschaftliche Arbeit hat mir gezeigt, dass dies der richtige Weg für mich ist. Die intensive Auseinandersetzung mit CRISPR-Cas9 als möglicher Methode zur Behandlung von HIV/AIDS hat meine Begeisterung für naturwissenschaftliches Arbeiten nachhaltig geprägt. Prägend war dabei auch ein Interview mit dem Anthropologen Eben Kirksey, dessen Wissbegierde und interdisziplinäre Perspektiven mir eindrücklich gezeigt haben, wie wertvoll Offenheit und Erfahrung für wissenschaftliches Denken sind.

Heute befinde ich mich im letzten Jahr meines Bachelorstudiums der Molekularen Medizin an der Medizinischen Universität Innsbruck. Die Möglichkeit, medizinische Fragestellungen mit biomedizinischer Forschung zu verbinden, empfinde ich dabei als besonders erfüllend. Diese Verbindung weiterzudenken und aktiv mitzugestalten, motiviert mich sehr.

Die Studienstiftung begleitet mich auf diesem Weg als ein Raum des Austauschs und der Weiterentwicklung. Als Studienstiftlerin erlebe ich sie vor allem durch die Seminare, die meinen Horizont über das eigene Fach hinaus erweitert haben - nicht nur inhaltlich, sondern auch menschlich; denn aus vielen Begegnungen sind Freundschaften entstanden. Highlights waren für mich neben den Soiréen insbesondere die Sommerakademie der deutschen Studienstiftung in Annecy. Dort konnte ich mich mit dem Thema Journalismus in der digitalen Transformation beschäftigen und im Rahmen einer Exkursion nach Genf unter anderem die European Broadcasting Union sowie die ARD bei den Vereinten Nationen kennenlernen.

Neben dem Studium engagiere ich mich in der ÖH und der IMU an der MedUni Innsbruck, bin Teil des Medicus-Podcast-Teams und eine der drei Hauptorganisator:innen des Molekularen Medizin Symposiums, das im Mai 2026 in Innsbruck stattfinden wird. Ziel des Symposiums ist es, Master- und PhD-Studierende einzuladen, die ihre aktuellen Forschungsthemen vorstellen. Das Ziel? Einen Tag voller spannender Einblicke in unterschiedliche Fachgebiete zu ermöglichen, auch für diejenigen, die nichts mit Molekularer Medizin zu tun haben. Ergänzt wird das Programm durch ein Rahmenprogramm am Abend davor sowie am darauffolgenden Tag, um Austausch auch abseits der Vorträge zu fördern und neue Bekanntschaften zu knüpfen. Ein Symposiumswochenende zu koordinieren bedeutet, dass mehrere Personen sich intensiv um Catering, Versicherung, Speaker-Recruiting und viele organisatorische Details kümmern müssen. Dabei hilft mir besonders die Erfahrung, die ich 2024 und 2025 bei der Organisation der Soiréen der Studienstiftung sammeln durfte.

Rückblickend bin ich sehr dankbar für die Erfahrungen rund um meine vorwissenschaftliche Arbeit, die unter anderem auch von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gewürdigt wurde. Vor allem aber hat sie mir gezeigt, wie sehr mich forschendes Arbeiten erfüllt und wie wichtig ein Umfeld ist, das Neugier, Offenheit und interdisziplinäres Denken fördert - wie ich es in der Studienstiftung erlebe.

Link: : https://www.oeaw.ac.at/news/maedchen-in-mint-faecher-oeaw-verleiht-preise-fuer-maturantinnen-1