Thu, 13. November 2025 | Category Blog

Alessandro Rodia - Notfallmedizin, Grundlagenforschung und Künstliche Intelligenz

Alessandro Rodia gehört zur fünften Generation der Österreichischen Studienstiftung und studiert Medizin an der Medizinischen Universität Wien sowie Informatik an der Technischen Universität Wien. In seinem Porträt berichtet er, weshalb die Studienstiftung für ihn ein so bereicherndes Förderprogramm ist - und warum er die Interdisziplinarität besonders schätzt.

Text: Alessandro Rodia

Schon immer haben mich die Naturwissenschaften - und insbesondere ihre gemeinsame Kulmination in der Medizin - begeistert. Für ein einzelnes Studium konnte ich mich jedoch lange nicht entscheiden: Es gibt schlicht viel zu viele unglaublich faszinierende Interessensgebiete, die im Fokus auf nur ein Fach verloren gehen würden. Vermutlich genau deshalb ist mir die Studienstiftung so ans Herz gewachsen - sie ermöglicht es, diese Interdisziplinarität zu bewahren, sei es in Geschichte, Chemie, Architektur, Wirtschaft, Musik, Politik oder Diplomatie. Dabei schätze ich nicht nur das vielseitige Förderprogramm - von spannenden Seminaren bis zu inspirierenden Studienstiftungsgesprächen mit Nobelpreisträgerinnen und führenden Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kunst, Politik und Wirtschaft - sondern vor allem die Menschen in der Studienstiftung. Über die Jahre entstehen großartige Freundschaften mit „Stiftis“ aus unterschiedlichsten Fachrichtungen, die weit über die Studienstiftung hinausreichen.

Neben meinem Engagement in der Studienstiftung (etwa bei der Organisation der Soiree oder von Studienstiftungsgesprächen) und im Alumni-Verein (ALUMNÖS), hat mich die Studienstiftung selbst bei zahlreichen Projekten unterstützt. Noch vor meiner Aufnahme konnte ich in Praktika am CeMM, ISTA, CCRI (St. Anna), an der MedUni Wien sowie bei Boehringer Ingelheim wertvolle Forschungserfahrungen in der pharmazeutischen und biomedizinischen Grundlagenforschung - einer meiner großen Leidenschaften - sammeln. Durch das Netzwerk und die Unterstützung innerhalb der Studienstiftung konnte ich mein in diesen Praktika entstandenes Projekt zur KI-basierten Krebsdiagnostik und -therapie im Forschungsfeld der Radiomics und Multiomics weiterführen.

Mein Zivildienst führte mich zur Berufsrettung Wien, wo ich meine Begeisterung für die Intensiv- und Notfallmedizin entdeckte - Interessen, die ich nun auch in der (prä-)klinischen Forschung an der MedUni Wien weiterverfolge. Besonders gefreut hat mich, dass ich am Ende meines Zivildienstes – wie bereits andere Stiftis vor mir – von der Berufsrettung Wien zum Zivildiener des Jahres 2025 nominiert wurde.

Über die Studienstiftung hinaus engagiere ich mich in zahlreichen universitären und außeruniversitären Vereinen (bspw. der ÖHMed, PULS, dem Roten Kreuz, AMSA, Premedics, ForJu oder TÖ). Auch die Vorbereitung und Teilnahme an Wettbewerben wie Jugend Innovativ, LISE, EUCYS oder dem Paul Ehrlich Contest macht mir viel Spaß – extracurriculare Aktivitäten gehören für mich einfach dazu! Derzeit beginne ich zudem die Ausbildung zum Fremdenführer in Wien, probiere mich in zahlreichen Sportarten und singe (seit mittlerweile über 10 Jahren) an der Volksoper Wien. Wenn ich noch ein wenig Zeit finde, besuche ich liebend gerne Kongresse und Vorlesungen und arbeite an Open-Source-Projekten in der Informatik sowie als Reviewer der englischen Wikipedia. Besonders gerne bin ich auch auf Veranstaltungen wie dem Wiener Forschungsfest oder der Langen Nacht der Forschung und in Schulen aktiv, um Kindern Forschung - etwa Krebsforschung - und das Thema der Wiederbelebung näherzubringen.

Was ich an der Studienstiftung wohl am meisten schätzen gelernt habe, sind die Freundschaften und der Zusammenhalt unter den Stiftis. Ob man eine Antwort auf eine Frage oder spontan einen Schlafplatz in Graz, München oder Cambridge braucht, man hilft sich gegenseitig. Außerdem ist es etwas ganz Besonderes, seine eigenen Erfahrungen an andere weitergeben zu können.

Ich freue mich schon sehr auf die Soirée im Juni 2026 (die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren) und auf die Vernetzungstreffen, um bei diesen Gelegenheiten möglichst viele Stiftis aus Österreich und Freundinnen und Freunde aus Deutschland und aus der Schweiz wiederzusehen!

Fotocredits: Berufsrettung Wien & BKA, BKA, MedUni Wien_Harson, Österreichische Studienstiftung, privat