Mon, 15. December 2025 | Category Porträt

Alena Petric - Von der HTL zur Stadtplanung: Verantwortung, Gleichstellung und Nachhaltigkeit

Alena Petric ist Geförderte des fünften Jahrganges, Absolventin der HTL Camillo Sitte Bautechnikum und studiert nun im ersten Semester Raumplanung und Raumordnung an der Technischen Universität Wien. In ihrem Porträt erzählt sie von ihren vielseitigen Interessen sowie ihren zahlreichen ehrenamtlichen Engagements.

Text: Alena Petric   |   Foto: Paul Gusich

Ich wollte Architektin werden und zum Glück lag meine Stärke in der Unterstufe auch in geometrischem Zeichnen, besonders bei Perspektiven und mathematischen Formen. Damit wechselte ich für die Oberstufe auf eine weiterführende berufsbildende Schule in den 3. Wiener Gemeindebezirk. Nach meinem Abschluss an der HTL Camillo Sitte Bautechnikum in der Vertiefung Hochbau und drei intensiven Jahren als Schulsprecherin wusste ich, dass ich etwas im Bereich der Baubranche weitermachen möchte. Gleichzeitig rückten die Themen Klimaschutz, soziale Verantwortung und Gleichstellung von Frauen – besonders im MINT-Bereich – zunehmend in meinen Fokus.

Liebe und Schwäche für Ehrenamt 

Nach einem (much needed) Gap Year studiere ich nun Raumplanung und Raumordnung an der Technischen Universität Wien. Ein Feld, das bautechnisches Know-how mit sozialer Verantwortung verbindet - perfekt für mich. Parallel arbeite ich als Programmassistenz bei der MINTality Stiftung und unterstütze hier Projekte, die junge Frauen und Mädchen im MINT-Bereich fördern.

Mein Studium ermöglicht es mir, analytische und kreative Ansätze zu verbinden, um nachhaltige Stadtkonzepte zu entwickeln. Die Inhalte im Studium zeigen mir, wie wichtig interdisziplinäre Zusammenarbeit ist – sei es in der Stadtplanung, im Klimaschutz oder im Alltag. Die Inhalte meines Studiums bereichern mich auch sehr in meinem privaten- bzw. ehrenamtlichen Leben, was ich besonders schätze.

Die Liebe und Schwäche für das Ehrenamt ist groß bei mir. Seit letztem Jahr darf ich als Gründerin voller Stolz das Amt der Obfrau des Absolvent:innenvereins meiner ehemaligen Schule besetzen und die Schulgemeinschaft nach Jahren in der Schüler:innenvertretung weiter mitgestalten.

Bei CliMates Austria darf ich als Team-Lead für Kommunikation die Österreichische Jugendklimakonferenz 2026 organisieren – ein Projekt, das ich in der gleichen Rolle bereits 2025 mitgestalten durfte. Hier darf ich das Wirken der Konferenz, die kostenlose Klimabildung für junge Expert:innen oder noch unerfahrene junge Menschen anbietet, nach außen tragen und erste Leadership Erfahrungen machen.

HTL-Girls-Community und noch viel mehr

Gemeinsam mit Lilia Gerber, ebenfalls eine Geförderte, gründete ich zudem einen Verein für die Gleichstellung von Schülerinnen, insbesondere HTL-Schülerinnen. Als Teil der Doppelspitze konnten wir eine lebendige HTL-Girls-Community in Wien aufbauen, mit regelmäßigen Stammtischen und Angeboten. Dieses Projekt liegt mir besonders am Herzen, da ich durch meine Schullaufbahn und die dazugehörige Berufsbranche gemerkt habe, wie stark hier noch starke Stereotype herrschen. Es ist erschreckend, wie viele Frauen und Mädchen sich Technik und/oder eine HTL nicht zutrauen. Hier möchten wir aufräumen, denn eine HTL bzw. technische Ausbildung ist nicht „Männersache“, sondern für alle, die technisches Interesse haben.

Zwei Jahre lang war ich Mitglied im LEA-Jugendbeirat (LEA – Let’s Empower Austria), einem Gremium, das sich für die Gleichstellung von Frauen und Männern einsetzt und junge Menschen zwischen 15 und 19 Jahren aktiv in die Gestaltung von Projekten und die Entwicklung von Ideen einbindet. Dort konnte ich direkt mit Jugendlichen wirken, ihre Anliegen aufgreifen und gemeinsam mit ihnen Kampagnen und Workshops gestalten, die auf mehr Chancengerechtigkeit und Bewusstseinsbildung abzielen⁠.

Durch diese Erfahrung kam ich dann zu YEP (Youth Empowerment Participation), wo ich drei Monate als Demokratiebotschafterin tätig war. In dieser Rolle durfte ich den YEP-Demokratie-Jugendbericht vor Politikern und Politikerinnen vor dem Parlament präsentieren, ein zentrales Dokument, das die Forderungen und Perspektiven junger Menschen in Österreich bündelt und aufzeigt, wie wichtig ihre politische Mitbestimmung ist.

Ich kann klar sagen, dass die Studienstiftung mich dabei unterstützt, vertieftes Wissen in den Bereichen Stadtplanung, Klimaschutz und soziale Verantwortung durch Seminare und Vorträge – insbesondere den Studienstiftungsgesprächen – zu erwerben. Besonders schätze ich die Möglichkeit, mich mit anderen Stipendiat:innen auszutauschen, von inspirierenden Gesprächen bis hin zu gemeinsamen Projekten, die über die Grenzen des eigenen Fachbereichs hinausgehen.