Mit dem „Anschluss“ an das Deutsche Reich im März 1938 wurden die beiden Wiener völkerkundlichen Einrichtungen an der Wiener Hofburg, nämlich Institut und Museum, radikal und in kürzester Zeit zu national-sozialistischen Institutionen umgestaltet. Sichtbarer Aus-druck der NS-Machtübernahme waren massive Personal-veränderungen und eine dem NS-Staat konforme fach-liche Ausrichtung. Auf der einen Seite wurden politische Gegner ihrer akademischen Positionen enthoben und vor allem jüdische Akademiker/innen zu Flucht und Exil gezwungen. Auf der anderen Seite ermöglichte dieser akademische „Aderlass“ regimekonformen Völkerkund-ler/innen steile Karrieren im NS-Staat aufzubauen. Im Gedenkjahr 1938 │ 2018 sollen diese Personalrocha-den anhand ausgewählter biografischer Beispiele nach-gezeichnet werden. Bei der Analyse kommt auch die bisher wenig beachtete ministeriale Ebene zwischen Berlin und Wien zur Darstellung. Der Vortrag präsentiert reichhaltiges Archivmaterial, das in der Öffentlichkeit bislang noch nicht bekannt war.
Zeit:
Mittwoch, 14. März 2018, um 17 Uhr
Ort:
Institut für Kultur- und Sozialanthropologie, Hörsaal C
Universitätsstraße 7, 1010 Wien, 4. Stock
