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Dynastie? Monarchie? Union? Das Schicksalsjahr 1526 und die habsburgische Neuordnung Zentraleuropas

500 Jahre 1526

Thursday 01.10.2026 , duration: 2 days

Im Herbst und Winter 2026 jähren sich zum 500. Mal jene Wahl- und Anerkennungsakte, die 1526 zur Begründung der österreichisch-böhmisch-ungarischen Länderunion führten. Auf Grundlage der habsburgisch-jagiellonischen dynastischen Annäherung und Wechselheiraten, in Reaktion auf den Tod des kinderlosen Königs Ludwig II. Jagiello in der Schlacht bei Mohács und vor dem Hintergrund der osmanischen Expansion nach Zentraleuropa hatten diese zäsurhaften Ereignisse eine völlig neue Konzentration von Herrschaftsrechten zur Folge. Zugleich warfen sie einen langen Schatten in die Zukunft. Die 1526 eingeleitete Verbindung der österreichischen, böhmischen und ungarischen Länder zu einem Herrschaftsgefüge, seit 1558 fast ohne Unterbrechung mit dem Kaisertitel gepaart, sollte trotz wiederholter Krisen beinahe vier Jahrhunderte bestehen. Sie endete erst mit dem Zusammenbruch Österreich-Ungarns am Ende des Ersten Weltkriegs 1918, unter politisch, sozial und kulturell grundlegend veränderten Rahmenbedingungen. 

Merkwürdigerweise bleiben die alles andere als selbstverständlichen Anfänge eines der (gemessen an der Dauer) erfolgreichsten politischen Unionsprojekte der europäischen Geschichte – im 20. Jahrhundert setzte sich dafür die ex-post erfundene Bezeichnung „Habsburgermonarchie“ durch ‒ gerade in Österreich im historischen Gedächtnis verblüffend wenig präsent.

Ziel der Tagung ist es, eine Debatte über jene Konzepte, Narrative und Begrifflichkeiten weiterzuführen, mit denen Historikerinnen und Historiker die 1526 durch dynastische Heiratspolitik sowie durch ständische Kollektiventscheidungen begründete habsburgische Machtakkumulation in Zentraleuropa analysieren. Im Mittelpunkt soll insbesondere der Nutzen und die Grenzen konzeptueller und begrifflicher Deutungsangebote stehen. Um tradierte, oft unreflektierte Geschichtsbilder und anachronistische Vorstellungen zu hinterfragen, setzt die Tagung auf einen Dialog zwischen zeitgenössischen Perzeptionen und historiographischen Interpretationen. 

Organisation: Institut für die Erforschung der Habsburgermonarchie und des Balkanraumes und Institut für Geschichtswissenschaften und Empirische Kulturwissenschaft der Universität Innsbruck.

Anmeldung erforderlich bis spätestens 24. September per Vienna.Events(at)mzv.gov.cz.

Information

 

Datum
1.-2. Oktober 2026

Ort
Botschaft der Tschechischen Republik
Penzingerstraße 11–13
1140 Wien

Kontakt
Doz. Dr. Petr Mat'a