Mission
Die rasante Entwicklung enorm effizienter analytischer und visueller Methoden zur Untersuchung biologischer „Systeme“ (Genomik, Proteomik, Metabolomik, hochauflösende Mikroskopie), die Entdeckung bahnbrechender neuer gentechnischer Verfahren (z.B. CRISPR/Cas9) sowie die enormen Fortschritte in den Bereichen Datenmanagement, Modellierung und Simulation erlauben einen völlig neuen Zugang zum Verständnis biologischer Prozesse und der Entstehung, Diagnose und Behandlung humaner Krankheiten.
Um diese Chance zu nützen, müssen traditionelle Modelle der akademischen Forschung in individuellen Forschungsgruppen aufgebrochen werden und durch neue, interdisziplinäre Teams ersetzt werden, die in der Lage sind experimentelle bzw. klinische Daten zu erheben, zu vernetzen und in rationale Modelle zu transformieren. Die dadurch gewonnenen neuen Erkenntnisse ermöglichen ein tieferes Verständnis dynamisch-biologischer, physiologischer und pathologischer Prozesse und bilden die Voraussetzung für die Entwicklung neuer Medikamente und medizintechnischer Technologien. Das Cori Institute of Molecular and Computational Metabolism der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) soll diese neuen Wege der Innovation gehen.
Wissenschafter:nnen aus Informatik, Mathematik, Biologie, Chemie, Medizin und Ingenieurwissenschaften werden sich kreativ, interaktiv und risikofreudig biomedizinischer Forschung auf höchstem wissenschaftlichen Niveau widmen und damit die Entwicklung neuer Medikamente und medizintechnischer Technologien ermöglichen.
Gerty Theresa und Carl Ferdinand Cori
Der Name des Instituts wurde zu Ehren des Ehepaars Gerty Theresa und Carl Ferdinand Cori gewählt, die als Ikonen der Stoffwechselforschung gelten und 1947 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet wurden. Gerty Theresa und Carl Ferdinand Cori wurden 1896 in Prag geboren, nach ihrem Studium der Medizin waren sie in Wien und Graz sowohl klinisch als auch wissenschaftlich tätig. Das Ehepaar emigrierte im Jahr 1922 in die USA.
Mehr zu Gerty und Carl Cori
Gerty und Carl Cori entstammten altösterreichischen Unternehmer- bzw. Gelehrtenfamilien. Beide wurden in Prag 1896 geboren und studierten in Prag Medizin. Sie heirateten im Jahr 1920 und waren danach in Wien sowohl klinisch als auch wissenschaftlich tätig. Im Jahr 1921 akzeptierte Carl Cori ein Angebot von Otto Loewi als Assistent an das Pharmakologische Institut der Universität Graz zu wechseln. Während seiner Zeit in Graz entstand „...the idea of the absorption and the fate of sugar in the animal body...“ wie Carl Cori später schrieb.
Schon 1922 verließen die Coris Österreich und arbeiteten am State Institute for the Study of Malignant Diseases (jetzt Roswell Park Cancer Institute) in Buffalo, New York und ab 1931 an der Washington University in St. Louis, Missouri. Seine Frau Gerty durfte mit Carl entweder gar nicht oder nur als schlecht bezahlte Assistentin kooperieren. Eine Akademikerstelle als assoziierte Professorin erhielt sie erst im Jahr 1943 und Professorin wurde sie im Jahr der Nobelpreisverleihung.
Das Cori Labor in St. Louis hatte einen enormen Einfluss auf die Entwicklung der Biowissenschaften in den USA und wurde zur Kaderschmiede. Insgesamt sechs Schüler von Gerty und Carl Cori wurden später ebenfalls mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.
