Forschung bringt’s.
Warum sich Grundlagenforschung lohnt.

Die großen wissenschaftlichen Durchbrüche haben in den meisten Fällen zwei Dinge gemeinsam: Sie entstehen in der Grundlagenforschung und es ist zum Zeitpunkt ihrer Entdeckung oft nicht klar, welchen praktischen Nutzen sie haben könnten. Als der Physiker Heinrich Hertz im Jahr 1888 erstmals elektromagnetische Wellen nachwies, konnte er nicht ahnen, dass er damit eine neue Ära einläutete. Ohne seine Entdeckung gäbe es heute kein Radio, kein Fernsehen und keine Mobiltelefonie.
Der Grund für die hohe Innovationskraft der Grundlagenforschung liegt – damals wie heute – in ihrer Anwendungsoffenheit. Dadurch kann Grundlagenforschung Antworten auf Fragen liefern, die wir gegenwärtig noch gar nicht kennen. Ob Radiowellen, die Erfindung des Lasers, das World Wide Web oder die „Genschere“ CRISPR-Cas9 – keine dieser bahnbrechenden Neuerungen war planbar und doch sind sie alle das Ergebnis von Grundlagenforschung. Anders formuliert: Forschung bringt’s!
Auch die Forschung, die an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) betrieben wird, wirkt. Die ÖAW ist die größte außeruniversitäre Institution für Grundlagenforschung in Österreich. An ihren 28 Instituten schaffen mehr als 1.700 Wissenschaftler/innen neue Erkenntnisse zu den Grundlagen unseres Lebens, unserer Gesellschaft sowie unseres kulturellen Erbes. Und davon haben alle Menschen in Österreich etwas.
Das machen 20 konkrete Beispiele aus der Forschung an der Akademie deutlich. So leisten die Geistes- und Kulturwissenschaften einen unverzichtbaren Beitrag, damit wir unser gemeinsames kulturelles Erbe in Museen oder Ausstellungen erfahren und interpretieren können. Mehr als das: Mit diesem Wissen können sogar zerstörte Kulturgüter wieder aufgebaut werden. Die Sozialwissenschaften wiederum unterstützen Politik und Zivilgesellschaft wesentlich dabei, informierte und nachhaltige Entscheidungen zu treffen, etwa bei der Integration geflüchteter Menschen.
Die Life Sciences liefern molekulare Erklärungen für vielfältigste Erkrankungen und eröffnen damit neue Therapiemöglichkeiten. Und: Dank der Naturwissenschaften können wir bereits heute am Horizont erkennen, wie wir in naher Zukunft mithilfe von Quantentechnologien kommunizieren werden. Hier bahnt sich ein Durchbruch an, der – so wie vor über hundert Jahren bei Heinrich Hertz – die Informationsgesellschaft auf eine neue Grundlage stellen könnte.