Glokale Suche

Suchtechnologie an der Schnittstelle von globalem Kapitalismus und lokalen sozio-politischen Kulturen

Universelle Suchmaschinen wie Google stehen im Spannungsfeld von globaler Informationsökonomie und lokaler Gesellschaftspolitik.

Google ist mit seinen geänderten Datenschutzbestimmungen und Nutzungsbedingungen wieder ins Zentrum des öffentlichen Interesses geraten - ob aus Transparenz- oder PR-Gründen bleibt offen. Welche Konsequenzen die seit März 2012 gültigen Veränderungen sowohl auf globaler als auch auf lokaler Ebene nach sich ziehen, ist zentraler Bestandteil dieses Projekts.

Ziel der Studie ist eine kritische Auseinandersetzung mit universellen Suchmaschinen im Spannungsfeld von globaler Informationsökonomie und lokalen gesellschaftspolitischen  Strukturen. Die von Google per E-mail an seine NutzerInnen kommunizierten Änderungen seiner Privacy- und Nutzungsbedingungen verdeutlichen diese Spannungen sehr gut. Aufgrund seiner Größe und Bedeutung wird Google, neben anderen Suchmaschinen, daher eine große Rolle in der Analyse spielen.

Werbung, Datenschutz und NutzerInnen-Profile

Seit 1. März 2012  führt Google alle über seine UserInnen gesammelten Daten, gewonnen aus unterschiedlichen Google-Diensten wie z.B. Google Search, Google Maps, Google Mail, YouTube, dem Sozialen Netzwerk Google+, etc. offiziell zusammen und verknüpft sie miteinander. Diese Verknüpfung von Daten aus heterogenen Services erlaubt es Google, umfassende NutzerInnen-Profile zu erstellen, die eine Reihe von glokalen Implikationen mit sich bringen, wie die verstärkte Personalisierung und Lokalisierung von Suchmaschinenergebnissen, die Optimierung zielgruppenspezifischer Werbung, sowie das Risiko von Datenschutzverletzungen und Regulierungsfragen.

Auswirkungen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft

Konkret werden diese Spannungen auf einer politischen – Datensammlung, Gesetzgebung, Regulierung etc. –,auf einer wirtschaftlichen – Monopolbildung, IT Standort, Werbenetzwerke etc. – und auf einer kulturellen Ebene  – Privatsphäre, Identität, informationelle Selbstbestimmung – untersucht.

Mit Hilfe von Medien- und Politikanalysen sowie qualitativen Interviews mit ExpertInnen analysiert das Projekt wie Google & Co. im österreichischen Kontext verhandelt werden, und welche Rolle Medien, Politik, Gesetzgebung, Wirtschaft, NetzaktivistInnen, DatenschützerInnen, Zivilgesellschaft, sowie NutzerInnen dabei spielen. EU-Richtlinien und deutsche Initiativen, wie z.B. die Enquete-Kommission Internet und Digitale Gesellschaft des Deutschen Bundestags, werden dabei nicht aus den Augen verloren, da diese österreichische Entwicklungen maßgeblich beeinflussen.

Auf der theoretischen Ebene verknüpft das Projekt Konzepte aus der Wissenschafts- und Technikforschung, der kritischen Theorie und der Technikfolgenabschätzung. Die Projektergebnisse werden in Form von Publikationen und Vorträgen präsentiert, und dienen als Grundlage für konkrete Handlungsempfehlungen an unterschiedliche InteressensvertreterInnen.

GLOCAL stellt einen neuen Zugang zu Suchmaschinen vor
Laufzeit
01/2012 - 06/2015
Kontaktpersonen