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| Das Khataynameh. Über das Ende der Seidenstraße |
Projekt - Iranisch geprägte Kulturen zwischen Tradition und Moderne |
| Projektleitung bis 06/2010: Prof. Dr. Ralph Kauz |
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| Das Projekt wird im Moment nicht bearbeitet |
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| Englische Übersetzung des Anfang des 16.
Jahrhunderts in persischer Sprache verfassten "China-Handbuchs"
des Ali Akbar Khata'i und Vergleich mit entsprechenden chinesischen Quellen.
Analyse der Hintergründe für den Niedergang des transasiatischen
Verkehrs entlang der Seidenstraße im Verlauf des 16. und 17, Jahrhunderts. |
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'Ali Akbar (der Name verweist auf einen schiitischen Hintergrund) Khata'i
verfasste dieses „China-Handbuch“ auf Persisch im Osmanischen
Reich unter Selim I. (r. 1512-20). Er widmete seine Schrift dann allerdings
dessen Nachfolger, Suleyman Qanuni. 'Ali Akbar behauptet, selbst in China
gewesen zu sein – diese Behauptung ist jedoch in Zweifel gezogen
worden. Ob er nun selbst in China war – dies wäre zu seiner
Zeit noch möglich gewesen – oder sein Handbuch nur auf der
Grundlage von Informationen anderer zusammenstellte, spielt hier nur eine
untergeordnete Rolle, da das Khataynameh jedenfalls zumindest zum Teil
das Wissen damaliger islamischer Kaufleute über China reflektiert.
Als Grundlage für diese Übersetzung wird die kritische Ausgabe
Iraj Afshars benutzt, die allerdings im Bedarfsfall mit Manuskripten des
Textes verglichen wird. Es liegt auch eine freie Übersetzung ins
Französische von Aly Mazahéri vor, allerdings verstand Mazahéri
kein Chinesisch, so dass er den Text nicht mit chinesischen Texten zu
den Themen prüfen konnte.
Eine kurze Einordnung der Schrift 'Ali Akbars in ihren literaturgeschichtlichen
Hintergrund soll die Studie vervollständigen. |
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Die Informationen 'Ali Akbars werden mit verschiedenen chinesischen Quellen
zu den behandelten Themen abgeglichen. Eine gewisse Vorarbeit ist hier
durch Liu Yih-Min geleistet worden.
Zudem soll auch in Kürze – weil damit zu einem großen
Teil das iranisch geprägte „Terrain“ verlassen wird –
das Xiyu tudi renwu lue aus dem 17. Jahrhundert diskutiert werden, da
diese kurze Schrift gewissermaßen das chinesische Pendant zum Khataynameh
darstellt, die freilich eher als „Kursbuch“ angelegt ist.
Immerhin läßt sich mit dieser Diskussion das Bild, das das
Khataynameh liefert, vervollständigen. |
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Der Untergang der iranisch geprägten Kultur auf der Seidenstraße
verlief mit dem Niedergang des Handelsverkehrs auf jenem Routensystem
weitgehend parallel. Aufbauend auf verschiedenen makroökonomischen
Studien zum Thema soll den mutmaßlichen Ursachen dieser Entwicklung
nachgegangen werden. Beide Sachverhalte sind m. E. schwer voneinander
zu trennen. In diesem Zusammenhang müssen auch europäische Reiseberichte
Berücksichtigung finden. Die maritime „Seidenstraße“
ist in diese Überlegungen einzubeziehen, wird jedoch eher am Rande
der Betrachtungen stehen.
Auf Grundlage der Übersetzung kann dann die Intensität der iranischen
Prägung der Seidenstraße (mit einer kurzen Darstellung der
Geschichte dieser Prägung) geprüft werden. Letztlich geht es
dabei um die Erhellung jener Faktoren, die ihr weitgehendes Verschwinden
im 16. und 17. Jahrhundert verursacht haben. Ein Schlaglicht auf die am
Anfang des 16. Jahrhunderts immer noch bestehende „Internationalität“
in der Großregion „Seidenstraße“ wirft die Tatsache,
dass 'Ali Akbar sein Buch zwar in Istanbul verfasste, jedoch wahrscheinlich
aus Zentralasien kam und mit China eng vertraut war. Notabene verfasste
er sein Werk im Osmanischen Reich auf Persisch, obwohl er es wohl auch
auf Türkisch hätte schreiben können. Persisch wurde also
im Osmanischen Reich im 16. Jh. immer noch als die Sprache rezipiert,
die entlang der Handelswege in den Osten gesprochen wurde. |
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