Als trans-disziplinäres Projekt siedelt sich meine Arbeit am Schnittpunkt von Literaturwissenschaft, Cultural Studies und Gender Studies an. Mit der Analyse geschlechtsspezifischer AutorinSubjekte und –Identitäten im Iran von 20. Jhdt. bis zur Gegenwart, soll sie einen Beitrag zur Erforschung historischer und kultureller Subjektivitätsformen leisten. Meine Arbeit zielt damit auf eine neuartige Verbindung von literaturwissenschaftlichen Konzepten und Subjekt- und Identitätstheorien, wie sie sich innerhalb der Cultural Studies und Gender Studies herausgebildet haben. Die Autorinnen bilden als Leitfiguren der Literaturwissenschaft gleichzeitig auch das Zentrum meiner Arbeit und den Ausgangspunkt für die Frage nach den Möglichkeitsbedingungen historischer Subjekt- und Handlungsfähigkeit unter geschlechtsspezifischen Vorzeichen.
Wenn es darum geht, die Figur der persischen Autorin im 20. Jahrhundert, im Iran, als spezifische Form einer historischen, weiblichen Subjektbildung zu betrachten, dann stellt sich zunächst die Frage, ob man im 20. Jahrhundert überhaupt von Subjektformationen im modernen Sinn sprechen kann.
Die modernen Autorinnen zeichnen sich im Gegensatz zu ihren Vorgängern in traditionellen Gesellschaften, denen aufgrund stärkerer sozialer Determinierung die Problematik der Identitätsbildung weitgehend fremd ist, durch eine aktive personale Identität aus.
Folgt man diesen Prämissen, so schließt sich die Frage an, wie die "moderne Erfahrung", die zu komplexen Identitätsentwürfen führt, zu periodisieren ist.
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