Das Epos Schahname ist in Iran selbst allgegenwärtig, schon Kinder wissen Passagen daraus auswendig zu rezitieren. Ähnliches gilt für Afghanistan und Tadschikistan. Doch der persische Text des Dichters Ferdousi wird nicht nur im Klassenzimmer, im Seminarraum oder im stillen Kämmerchen gelesen und studiert, er wird bis heute öffentlich rezitiert, nacherzählt und mimisch und in Bildern dargestellt. Rezitatoren (Naqaal) sind spezialisiert auf die künstlerische, epische Erzählaufführungen der Schahname. Der Pardeh-chan erzählte früher – vor der Erfindung von Radio und Fernsehen – nach gemalten Bildern auf einer großen Leinwand Geschichten aus dem Schahname. Diese Art von Veranstaltungen fand früher v. a. in Kaffee- und Teehäusern statt, wo an jedem Abend ein Stück einer Erzählung vorgetragen wurde, damit die Besucher wieder kamen. Im Surchane - wörtlich „Kraftraum“ - wird ein traditioneller, iranischer Kraftsport von der Rezitation aus dem Schahname und anderen persischen Texten begleitet.
Renommierte Künstler aus Iran werden in dieser Veranstaltung die Faszination dieser bei uns kaum bekannten lebendigen Tradition dem Publikum in Österreich vermitteln.
Einführung:
Dr. Dr. h.c. Nosratollah Rastegar
Rezitationen in persischer Sprache (mit deutscher Übersetzung)
Abolfazl Varmazyar (Naqaal) und Mohammad Reza Majouni Barough (Pardeh-chan)
Surchane-Schaukämpfe mit begleitenden Rezitationen
durch Mitglieder des iranischen Nationalteams:
Hamid Reza Aerabi, Pouria Hosseinnejad, Bahzad Gerami, Ali Nari, Mohammad Sarabi und Ali Adadi unter Leitung von Hadi Nekoo Nood. |