Bestandsbeschreibung


  1. Chronologische Übersicht

    Mit Ausnahme von 158 Titeln sind sämtliche Werke vor 1900 erschienen. 11 Titel sind Inkunabeln, aus dem 16. Jh. stammen 465, aus dem 17 Jh. 898, aus dem 18. Jh. 2452 und aus dem 19. Jh. 6854 Titel.

    Kommentierter Katalog der alten Drucke:

    Geographica und Reiseliteratur (1481 - 1630)
    Juridica (1491 - 1550)

  2. Übersicht nach Sprachen

    Rund 60 Prozent der Werke liegen in deutscher Sprache vor. Der Anteil der lateinischen Drucke ist im 16. Jh. besonders groß, aus dem 17. und 18. Jh. gibt es einen größeren Bestand an niederländischer und französischer Reiseliteratur. Aus dem 18., besonders aber aus dem 19. Jh. ist eine Vielzahl von englischsprachigen Reiseberichten und Landesbeschreibungen vorhanden. Jeweils eine geringere Anzahl von Werken sind in russisch (vor allem aus der ersten Hälfte des 19. Jhs.), spanisch, portugiesisch, schwedisch und dänisch. An Besonderheiten sind 2 Landesbeschreibungen und mehrere Karten in chinesischer bzw. japanischer Sprache zu erwähnen.

  3. Systematische Übersicht
    1. Mit 4329 Titeln (ca. 7000 Bde., darunter knapp 100 Zeitschriftenbände) bilden die Geographica die größte Bestandsgruppe. Der Bereich umfaßt Reise- und Länderbeschreibungen, die in das 15. Jh. zurückreichen (Bernhard von Breydenbachs Bevaerden tot dat heilige grafft, Mainz 1488, Hartmann Schedels Buch der Chroniken und Geschichten, Nürnberg 1493). An Frühdrucken finden sich Sebastian Münsters Germaniae atque aliarum regionum, quas ad imperium usque Constantinopolitanu protenduntur (Basel 1530) und desselben Cosmographei (Basel 1550). Von Bedeutung sind ferner Johannes Eusebius Nierembergers Historia Naturae maxime Peregrinae, libris XVI. distincta (1635) und Arnold Montanus‘ De Nieuwe en Onbekende Weerld: of Beschryving von America an t‘Zuid-Land (1671), worin sich u.a. der erste gedruckte Bericht der Reise Tasmans 1642 bis 1643 nach Aufzeichnungen des Wundarztes der Expedition, Hendrik Haelbos, befindet. Die Abteilung enthält außerdem verschiedene Standardwerke der Geographie, z. B. Johann Hübners Allgemeine Geographie aller vier Welt-Theile (1773), Karl Ritters Die Erdkunde im Verhältnis zur Natur und zur Geschichte des Menschen (1822-1859) und Alexander von Humboldts Kosmos. Entwurf einer physischen Weltbeschreibung (1845-1862).
    2. Gut vertreten sind auch Juridica (2805 Titel in ca. 5000 Bdn.), die sich aus rund 100 juristischen Handbüchern, Gesetzeswerken (ca. 500 Bde.) und einer Fülle historisch interessanter Einzelerlässe und Vertragstexte zusammensetzen, darunter die von Innozenz VIII. erlassene Bulla Canonizationis Sancti Leopoldi Marchionis (Wien 1485) und Karls V. Römischen Kaiserlichen Maiestat Erklärung wie es der Religion halben imm Heyligen Reich biß zu Außtrag des gemeynen Concilii gehalten werden soll (Mainz 1549). Erwähnenswert sind weiters eine offiziöse Veröffentlichung des Instrumentum Pacis, Caesareo-Sueciae ... Osnabrugis Wesphalorum (1648) und die von der Österreichischen Hofkanzlei kundgemachten Lang-Verlangte und durch Gottes Gnad erfolgte Friedens-Puncten welche zwischen Ihro Romis. Kayserl. Majestät einestheils und Ih. Aller-Christlichsten Majestät Königs in Frankreich andertheils zu Rastatt den 6 Martii 1714 auffgerichtet (1714).
    3. 1711 Titel (ca. 4000 Einzelbl. und 25 Globen) sind Cartographica. Hier finden sich viele Raritäten, wie Claudius Ptolemaeus‘ In hoc Operae haec continentur Geographia (Rom 1507), desselben Liber Geographiae cum Tabulis et Universali Figura et cum Additione Locorum (Venedig 1511) und Geographiae opus novissima traductione e Grecorum archetypis castigatissime pressum (Straßburg 1513). Unter den Atlanten gibt es Werke von Abraham Ortelius (Theatrum Orbis Terrarum, 1573), Gerardus Mercator und Judocus Hondius (Atlas, sive cosmographice meditationes, 1630), Willem und Johann Blaeu (Theatrum Orbis Terrarum, sive Atlas Novus, 1645-1646). Unikate stellen nach dem derzeitigen Stand der Forschungen eine anonym um 1485 vermutlich in Venedig erschienene Weltkarte („Wieder-Woldan-Map“) dar, ferner die Descriptio Regni Ungariae (s.l. ca. 1600, anonym erschienen), der Novus Atlas (1634) von Willem und Johann Blaeu sowie ein Erdglobus mit lateinischem Text (Antwerpen 1601, Durchmesser 21 cm) von Judocus Hondius.
    4. Bei den 1657 Ansichtenwerken und Einzelansichten in 2500 Bdn. bzw. Bl. handelt es sich vornehmlich um topographische Ansichten, aber auch um historische Trachtendarstellungen. Der Schwerpunkt liegt bei den Beständen aus dem 19. Jh. Darunter befinden sich eine Reihe von sehr seltenen Ansichtenwerken, was sich u.a. darin äußert, dass ein beträchtlicher Teil des 2. Nachtragsbandes der Bibliographie altösterreichischer Ansichtenwerke aus fünf Jahrhunderten von Nebehay/Wagner (1991) aus Objekten der Sammlung Woldan besteht.
    5. In diese vier Bereiche sind verschiedene Spezialgebiete eingebettet, wovon vor allem die Werke zur Eisenbahngeschichte einen wichtigen Stellenwert einnehmen. Das Spektrum reicht von Erlässen zum Eisenbahnbau und -betrieb über Streckenbeschreibungen und -karten bis hin zu Ansichten der Landschaften entlang der Strecken und Abbildungen der Lokomotiven.
    6. 286 Titel sind gemischte Bestände (Zoologie, Botanik, Geschichte, Literatur)

ÖAW Sammlung Woldan


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