Bestandsgruppe 10: Personalakten


Gesamtinventar

Die BG 10 "Personalakten" enthält zunächst allgemeine Personalakten, d.h. Akten hinsichtlich allgemeiner Personalangelegenheiten sowie im speziellen über Akademiediener, und personenbezogene Akten über die Mitglieder der Akademie (10.01) und die Mitarbeiter der Akademie (10.02).



Allgemeine Personalakten

Zeitraum: 1872-1968

Umfang: 2 Kartons

Erschließung: AB (67 S.)

Beschreibung: Der Bestand "Allgemeine Personalakten" enthält Unterlagen über Mitarbeiter der Akademie seit dem Jahre 1872 und reicht bis in die späten 1960er Jahre. In erster Linie geht es um Angelegenheiten, die alle oder zumindest mehrere Mitarbeiter der Akademie betreffen und die entweder innerhalb der Akademie, d.h. in Absprache mit dem Präsidium zu klären waren, oder um Fragen, bei denen eine Korrespondenz mit dem zuständigen Ministerium notwendig war. Der Schwerpunkt der Akten umfaßt die Zeit bis Ende der 1940er Jahre.

Ab 1946 liegen die "allgemeinen Personalakten" (Mappen 1-10, zumeist Rundschreiben des BM f. Unterricht, aber auch Schreiben der Verwaltungsstelle der wissenschaftlichen Hochschulen) im Bestand "Ministerium" (in den Protokollbüchern ist als Ablage "BM" bzw. "VW" angegeben).

Die "Personalerlässe" aus den Jahre 1937 bis 1940 (Mappe 13) enthalten zumeist Schreiben, die vom "Ministerium für innere und kulturelle Angelegenheiten. Abteilung IV, Erziehung, Kultus und Volksbildung" an die Akademie geschickt wurden sowie einige Schriftwechsel mit der "Verwaltungsstelle der Wiener Hochschulen". Sie behandeln allgemeine Fragen des Gehalts sowie den Status der Akademie-Angestellten. Die gleichzeitigen Korrespondenzen mit dem "Ministerium für Unterricht" befinden sich im Bestand 02.01 "Kanzlei (vor 1972)".

In Mappe 15 befinden sich darüberhinaus "Allgemeine Personalakten zu den Mitgliedern der Akademie" aus den Jahren 1944 bis 1948.

Zitat: AÖAW, Allg. Personalakten, K. …, M. …

Literatur: Herbert Matis: Zwischen Anpassung und Widerstand. Die Akademie der Wissenschaften in den Jahren 1938-1945. Wien 1997.

Lokat: 1-li/VIe



Bestandsgruppe 10.01 "Mitglieder der Akademie"

Aus den Personalakten der Mitglieder der Akademie ist jeweils nur als "Personalakt (PA) NN. NN." zu zitieren. Die Angabe des Kartons, in dem sich der PA befindet, ist weder notwendig, noch ratsam, da sich das Volumen eines PA durch die Beigabe weiterer Materialien noch verändern kann und es dann notwendig wird, ihn in einen anderen Karton zu geben. Der gegenwärtige Aufbewahrungsort eines PA sollte daher nicht Eingang in die Literatur finden.



[Austritt von Mitgliedern]

Beschreibung: In den Protokollbüchern wurde zeitgenössisch eingetragen, unter welchem Stichwort welches Aktenstück abgelegt wurde. Diese Aktenablage entspricht den heutigen Archivbeständen. In den Protokollbüchern ab 1938 wird bei zahlreichen Aktenstücken, in denen es um den Umgang mit (halb-)jüdischen Akademie-Mitgliedern geht, als Ablage "Austritt von Mitgliedern” angeführt. Diese Akten haben sich nicht erhalten – sie werden in dem von Dr. Wundsam angelegten Gesamtinventar aus den 1980er Jahren bereits nicht erwähnt, d.h. sie sind nie in das Archiv gelangt. Es ist anzunehmen, daß die Akten recht bald nach 1945 vernichtet wurden.

Literatur: Im März 2008 gedachte die Akademie jenen Mitgliedern, die zwischen 1938 und 1941 die Akademie verlassen mußten, resp. deren Mitgliedschaft ruhend gestellt wurde. Auf der homepage wurde ein Bericht veröffentlicht und die Namen dieser Mitglieder in einer PDF-Datei dargelegt.



[Nationale]

Beschreibung: Unter dem Begriff "Nationale" wurden persönliche Angaben eines Akademiemitglieds über seine Titel und Adresse verstanden, die vom Mitglied jeweils nach seiner Wahl an die Akademie einzusenden waren. Diese Daten, die jeweils im Personalstand der Akademie im Almanach zum Abdruck kamen, wurden zwischen 1882 und 1950 (mit Lücken) in einer eigenen Ablage "Nationale" chronologisch gesammelt; in den 1910er und 1920er Jahren wurden auch jene Schreiben, mit denen sich das neugewählte Akademie-Mitglied für die Wahl bedankte, bei dem "Nationale" abgelegt.

Dieser Bestand, der einen großen Karton umfaßte, wurde im Jahre 2005 aufgelöst. Die Datenblätter wurden dem PA des jeweiligen Mitglieds beigegeben; sofern ein solcher noch nicht vorhanden war, wurde ein neuer PA angelegt.



Personalakten (PA) der Mitglieder

Zeitraum: 1847-[2009]

Umfang: 121 Kartons

Erschließung: AB (68 S.)

Beschreibung: Mit der Anlage von Personalakten der Mitglieder wurde offenbar erst in den 1950er Jahren begonnen. In späteren Jahren wurde versucht, nachträglich Personalia über die bis dorthin verstorbenen Akademie-Mitglieder anhand der allgemeine Aktenablage zusammenzustellen, d.h. für zahlreiche Mitglieder aus dem 19. Jh. liegen keine eigenen Personalakte vor, es können sich jedoch entsprechende Unterlagen unter den "Allgemeinen Akten" befinden.1 Die PA wurden zunächst in einer Hängeregistratur aufbewahrt und gelangten in dieser Form in das Archiv, im Jahre 2002 erfolgte die Einschachtelung.

Die PA können enthalten: (1) Wahlvorschlag, (2) Nationale, (3) Biographie, (4) Schriften­verzeichnis, (5) Glückwunschschreiben, (6) Partezettel, (7) Nekrolog, (8) Diverse Korrespondenzen und (9) Zeitungsausschnitte. Jedes neu gewählte Mitglied der Akademie ist bis heute angehalten, eine Autobiographie, ein Schriftenverzeichnis und ein Portraitfoto vorzulegen. Diese Materialien wurden im Personalakt aufbewahrt und liegen später dem Nachruf im Almanach zugrunde. Sofern ein Foto im Personalakt vorhanden war, wurde dieses herausgenommen und in das Bildarchiv (BG 15) überführt.

Zitat: AÖAW, Personalakt NN. NN.

Literatur: [1] Richard Meister: Die Ehrenmitgliedschaft der Gesamtakademie. Dichter als Mitglieder der Wiener Akademie der Wissenschaften, in: Aph 78 (1941), S. 27-51. [2] Franz Stuhlhofer: Nationale Präferenzen bei der Wahl auswärtiger Mitglieder. Unveröffentlichtes Ms., 18 S., [Wien 1994]. [3] Gustav Feichtinger, Maria Winkler-Dwo­rak, Inga Freund u. Alexia Fürn­kranz-Prskawetz: Zur Altersdynamik gelehrter Gesellschaften, dargestellt am Beispiel der ÖAW, in: Aph 141.2 (2006), S. 43-74.

Lokat: 0/IIIb-g, 0/IVb-g, 0/Vb-g und 0/VIb-c



Politischer Fragebogen der Mitglieder

Zeitraum: 1945

Umfang: 1 Faszikel

Erschließung: AB (4 S.)

Beschreibung: Die "Politischen Fragebögen der Mitglieder" wurden sehr bald nach Kriegsende 1945 von der Akademie an ihre Mitglieder ausgesandt und ausgefüllt zurück erbeten. Erfragt wurden in erster Linie Zugehörigkeiten zur NSDAP. Über die näheren Umstände schrieb Richard Meister am 23. Okt. 1945 erläuternd an Heinrich von Srbik: "Das Formblatt mußte im Sinne der Weisungen des Staatsamtes an sämtliche wirkliche Mitglieder und korrespondierende Mitglieder im Inlande eingesandt werden. Das geschah bei den in Wien Lebenden bereits am 1. Juni, bei allen außerhalb von Wien und Niederösterreich konnte es erst mit Aufhebung der Postsperre vom 1. Oktober geschehen."

Zitat: AÖAW, Politischer Fragebogen der Mitglieder

Lokat: 0/VIc





Bestandsgruppe 10.02 "Mitarbeiter der Akademie"



Allgemeine Personalakte

Zeitraum: 1911-1940er Jahre

Umfang: 2 Kartons

Erschließung: keine

Beschreibung: Allgemeine Akten über das Akademiepersonal.

Zitat: AÖAW, Allg. Personalakte

Lokat: 1-li/VIe



Personalakten (PA) der Mitarbeiter

Beschreibung: PA von Akademie-Mitarbeitern wurden erst ab dem Beginn des 20. Jhs. angelegt; frühere Akten betreffend die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Akademie sind unter den Allgemeinen Akten zu suchen. Die PA der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter befinden sich in der Personalabteilung der Akademie und wurden noch nicht in das AÖAW überstellt.



Politischer Fragebogen der Mitarbeiter

Zeitraum: 1945

Umfang: 1 Faszikel

Erschließung: AB (2 S.)

Beschreibung: Am 1. Juni 1945 verschickte die Akademie nicht nur an die Mitglieder einen politischen Fragebogen, sondern auch an die Mitarbeiter. Es waren jeweils ähnliche Fragen, nämlich hinsichtlich der Mitgliedschaft bei der NSDAP zu beantworten.

Die Fragebögen bzgl. der Mitglieder und der Mitarbeiter wurden offenbar im Jahre 1951 gesammelt unter der Aktenzahl 1285/1951 abgelegt; sie befanden sich in einem braunen Packpapier bei den Personalakten. Da sich aus dieser Zeit keinerlei Personalakten der Akademiemitarbeiter erhalten haben, bieten die "Politischen Fragebögen der Mitarbeiter" wertvolle Daten über diese. Insgesamt liegen 18 Fragebögen vor.

Zitat: AÖAW, Politischer Fragebogen der Mitarbeiter

Lokat: 0/VIb

1Der Bericht von Harald Hofmüller v. 7. Okt. 1994 an das Präsidium "über die EDV-Erfassung aller Akademiemitglieder seit Gründung der Akademie 1847" verkennt diesen Umstand (AÖAW, Handakten Karl Schlögl, Karton 6, Mappe 23, ad Protokoll der Präsidialsitzung v. 13. Okt. 1994).


 

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