Archiv der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
|
Archiv-Behelf (pdf-Format) |
Das Material zu Polyainos wurde von Dr. Friedel Schindler gesammelt. Er hatte eine Neu-Edition der Strategemata in Arbeit, die er jedoch nicht abschließen konnte. Über sein Arbeitsvorhaben berichtete er schon 1969 in der Zeitschrift Gnomon (S. 720):
Dr. F. Schindler (A-1020 Wien, Taborstr. 11/21) arbeitet an einer kritischen Neuausgabe der Strategemata des Polyainos, sowie einer Darstellung der gesamten Überlieferungsgeschichte dieses Autors. Daran soll sich später ein historischer und quellenkundlicher Kommentar schließen. Hinweise auf einschlägige Untersuchungen werden an die obige Adresse erbeten.
Friedel Schindler studierte an der Universität Wien Klassische Philologie und promovierte 1962 unter Fritz Schachermayr am Institut für Alte Geschichte über „Die machtpolitischen Bestrebungen der Athener während der Jahre 399/8 bis 287/6 im Rahmen einer ausführlichen Darstellung der griechischen Geschichte dieser Zeit“. Zwischen 1965 und 1972 war Schindler als Vertragsbediensteter bei der Kommission für die archäologische Erforschung Kleinasiens der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) beschäftigt und hat sich in dieser Zeit intensiv mit dem Werk Polyainos’ und dessen Überlieferung beschäftigt. Als Ertrag seiner Arbeit konnte im Jahre 1973 sein fast 300seitiges Werk über „Die Überlieferung der Strategemata des Polyainos“ (= Sitzungsberichte der phil.-hist. Klasse der ÖAW. Band 284/1) erscheinen. Schindler selbst hatte zu dieser Zeit bereits seinen Dienst bei der ÖAW quittiert und war seither im Schuldienst tätig. Die von ihm geplante Neu-Edition des Textes konnte er nicht mehr realisieren. Er verstarb Ende 1997. Testamentarisch vermachte er seine Bibliothek und seine Unterlagen dem Institut für Alte Geschichte der Universität Wien, das im Jahre 1998 die Polyainos betreffenden Materialien der Kleinasiatischen Kommission der ÖAW übergab. Von dort gelangten sie Ende 1998 in das Archiv der ÖAW.
Die Verzeichnung erfolgte im September 2002 durch den Archivar Dr. Stefan Sienell.