
PUBLIKATION ZUR AUSSTELLUNG
Letzte Orte. Die Wiener Sammellager und die Deportationen 1941/42
hrsg. von Dieter J. Hecht, Michaela Raggam-Blesch und Heidemarie Uhl
Wien: Mandelbaum-Verlag, 2019, 264 Seiten, 20 EURO
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Tempel, die über 2000 Jahre alt sind, die Pracht antiker Stätten und wertvolle Funde, die soeben mit einem feinen Pinsel von Forscher/innen freigelegt wurden – archäologische Fotograf/innen haben das Kulturerbe der Menschheit aus nächster Nähe vor der Linse der Kamera. Die besten archäologischen Aufnahmen des Jahres hat nun das renommierte Archaeological Institute of America (AIA) gekürt. Am 8. März 2016 wurden die Bilder der Gewinner/innen einer Online-Abstimmung präsentiert. Zur Auswahl standen 200 Momentaufnahmen aus 27 archäologischen Stätten rund um den Globus.
Landschaften und Ausgrabungen
Fotograf Niki Gail, der für das Österreichische Archäologische Institut (ÖAI) an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) arbeitet, gewann gleich doppelt, mit zwei Aufnahmen aus dem in der Westtürkei liegenden Ephesos. Das erste Bild zeigt in der Kategorie „Archäologische Landschaften“ den Artemistempel, eines der Sieben Weltwunder der Antike, dessen karge sichtbare Überreste heute zumeist von Grundwasser bedeckt sind. Das Gewinnerfoto aus der Kategorie „Ausgrabung“ stellt die archäologischen Arbeiten in einer Taberne, einer spätantiken Gaststätte, entlang einer der Hauptstraßen der Stadt dar.
„Wir gratulieren unserem Fotografen Niki Gail sehr herzlich und freuen uns über die Auszeichnung. Damit kann auch die Bedeutung der wissenschaftlichen Fotografie im Bereich der Archäologie sichtbar gemacht werden“, sagt Sabine Ladstätter, Direktorin des ÖAI, und ergänzt: „Fotografien dienen nicht nur der wissenschaftlichen Dokumentation der archäologischen Funde und Befunde, sondern bieten anhand der gesellschaftsnahen Darstellung archäologischer Vorgänge und Objekte ein wichtiges Instrument zur transparenten Vermittlung von Forschung in der Öffentlichkeit.“
Breites fotografisches Spektrum
Mit Schnappschüssen vom Besuch antiker Stätten im letzten Urlaub hat die professionelle archäologische Fotografie übrigens nichts gemeinsam. Um die Visualisierung von archäologischen Artefakten, Befunden oder Monumenten und deren Verbreitung an diejenigen, die das jeweilige Original nicht vor sich haben zu gewährleisten, ist farbtreues, hochauflösendes und verzeichnungsfreies Arbeiten – auch unter schwierigsten Rahmenbedingungen – unabdinglich. Zumal die archäologische Fotografie neben ihrem dokumentarischen Charakter auch Argumentationen und Theorien unterstützen soll. Breit gefächert sind aber nicht nur die Aufgaben sondern auch das Spektrum der der Archäologie-Fotografie: Es reicht von großflächigen Panoramaaufnahmen ganzer Fundstätten bis zu den kleinsten Funden, wie Münzen oder Knochen.
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