Montag, 02. Oktober 2017, 11:00

Zuihitsu – Wichtiges kurz notiert

Gerald Groemer von der Yamanashi Universität in Kofu zeichnet die Entwicklung des fragmentarischen Prosagenres „Zuihitsu“ während der Edo-Zeit in einem Vortrag an der ÖAW nach.

Was in Europa mit einem Essay gesagt wird, leistet in Japan „Zuihitsu“, was wörtlich übersetzt „dem Pinsel folgend“ bedeutet. Dabei werden Beobachtungen, Einsichten, Erfahrungen aber auch Kritik in einer losen, skizzenhaften Form notiert. Während der Edo-Zeit entwickelten Zuihitsu-Schreiber Modelle, auch um empirische Kritik im strengen konfuzianischen und buddhistischen Diskurs jener Zeit zu üben. Später verfestigte sich Zuihitsu selbst zu einer mehr formalisierten literarischen Form.

Die Entwicklung dieses fragmentarischen Prosagenres wird Gerald Groemer von der Yamanashi Universität in Kofu (Japan) bei seinem Vortrag „The Development of the Fragmentary-Prose Genre (Zuihitsu) during the Edo Period, 1600-1868“ am Institut für Kultur- und Geistesgeschichte Asiens der ÖAW nachzeichnen. Sein Fokus liegt auf dem sozialen Kontext bzw. den historischen Kräften, die zum Aufschwung ab dem 17. Jahrhundert und der Weiterentwicklung von Zuihitsu bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts geführt haben.

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