Mittwoch, 04. Oktober 2017, 17:30

Prähistorische Kriegsbeute als Gabe an die Unterwelt?

Ab der späten Bronzezeit haben Menschen jahrhundertelang speziell zugerichtete Waffen unwiederbringlich in die Abgründe der Fliegenhöhle im slowenischen Karst geworfen. Peter Turk vom Slowenischen Nationalmuseum stellt einen außergewöhnlichen Schatzfund und dessen wissenschaftliche Aufarbeitung vor.

Vor kurzem publizierten Peter Turk vom Slowenischen Nationalmuseum in Ljublana und seine Kolleg/innen eine umfassende wissenschaftliche Aufarbeitung des größten prähistorischen Schatzfundes zwischen den Flüssen Po und Donau. Der mehr als 240 Speere, Äxte, Helme und Schwerter umfassende Fund war bereits 1910/1911 vom Abgrund Fliegenhöhle/Mušja jama im Slowenischen Karst geborgen worden.

Auf Einladung des Instituts für Orientalische und Europäische Archäologie der ÖAW präsentiert Turk die Besonderheiten und die Bedeutungszusammenhänge dieses Fundes. Die einzelnen Artefakte stammen aus einem weiten Gebiet vom Karpatenbecken über den Westbalkan bis nach Mittelitalien und wurden zwischen dem 13. und 8. Jahrhundert BC in der Fliegenhöhle versenkt. Welche Bewandtnis es mit den bewusst gebrochenen bzw. umgeschmolzenen Waffen hat, wird Peter Turk in seinem Vortrag „The Largest Prehistoric Hoard between the Po and Danube Rivers“ vorstellen.

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