Di, 10.12.2019. 18:00

Für die griechische Nation den Islam aufgeben

Die Aussicht in einem von den Osmanen unabhängigen Griechenland zu leben, veranlasste einen Teil der Muslime während des Unabhängigkeitskrieges im 19. Jahrhundert zum orthodoxen Christentum zu konvertieren. Dieses Phänomen rückte – anders als die Konversion zum Islam am Balkan – erst vor Kurzem in den Fokus der Forschung. Stefanos Katsikas von der University of Chicago berichtet darüber in einem Vortag an der ÖAW.

© Wikimedia/Louis Dupré/Public Domain
© Wikimedia/Louis Dupré/Public Domain

In den Kriegswirren zur griechischen Unabhängigkeit von den Osmanen waren die religiösen Grenzen am Balkan nicht so unüberwindlich wie man glauben könnte. Im Unabhängigkeitskrieges (1821–1832) und in den folgenden Jahren wandten sich zahlreiche Muslime dem griechisch-orthodoxen Christentum zu – nicht zuletzt deshalb, da ihnen die Konversion unter den veränderten Bedingungen, die der griechische Nationalismus geschaffen hatte, weiterhin Schutz und Ansehen sicherte. Dieses Phänomen wurde am Balkan von der Geschichtsschreibung bislang wenig beachtet. Nun beleuchtet Stefanos Katsikas, Historiker an der Universität Chicago, den Prozess der Christianisierung von Muslimen im Zusammenhang mit dem Streben nach nationalistischer Unabhängigkeit neu.

Sein Vortrag „Renouncing Islam to join Greek Orthodoxy and the nation: Muslim converts to Greek orthodoxy during the Greek War of Independence, 1821–1832“ findet im Rahmen der Reihe „Balkanforschung an der ÖAW“ auf Einladung der ÖAW und der Universität Wien – diesmal am Institut für Byzantinistik und Neogräzistik der Universität Wien – statt.

Gesamtprogramm

Informationen

 

Termin:
10. Dezember 2019, 18:00 Uhr

Ort:
Universität Wien, Institut für Byzantinistik und Neogräzistik
Postgasse 7
1010 Wien

Kontakt:
Dr. Konrad Petrovszky, M.A.
T: +43 1 51581-7361
Institut für Neuzeit- und Zeitgeschichtsforschung der ÖAW