Bildrechte (v.l.n.r.): Stefan Oláh, Walter Dall-Asen, BMI, Stefan Oláh


41 Tage

Kriegsende 1945 - Verdichtung der Gewalt


4. bis 25. November 2016

Linz, OÖ Kulturquartier

14. Oktober bis 11. November 2015

Graz, Joanneumsviertel / Universalmuseum Joanneum

16. April bis 3. Juli 2015 - Wien, Heldenplatz und Äußeres Burgtor

Eine Ausstellung am Heldenplatz und im Äusseren Burgtor


Ausstellung          |          Chronologie          |          Öffnungszeiten


Chronologie der 41 Tage vom 29. März bis zum 8. Mai 1945 (deutsch | english)

 

29. März

Sowjetische Truppen überschreiten bei Klostermarienberg (Burgenland) die heutige österreichische Grenze.

Massaker an ungarisch-jüdischen Zwangsarbeiter/inne/n in Deutsch-Schützen, Sankt Margarethen und Bad Deutsch-Altenburg

Beginn der Todesmärsche vom „Südostwall“ in Richtung Mauthausen

30. März

Sowjetischer Vorstoß auf Mattersburg

 

31. März

Kämpfe um Rechnitz

Todesmarsch-Massaker in Loretto (Burgenland)

1. April

Wiener Neustadt und Eisenstadt werden von der Roten Armee befreit.

Der Angriff der SS Kampfgruppe Schweitzer auf Rechnitz verursacht Tausende Tote.

Die Todesmärsche erreichen Graz.

 

2. April

Schwerster amerikanischer Bombenangriff auf Graz

Die Rote Armee erreicht Baden bei Wien.

Wien wird von Gauleiter Baldur von Schirach zum Verteidigungsbereich erklärt, das Standrecht wird verhängt.

Gestapo und Waffen-SS verüben in der SS-Kaserne Graz-Wetzelsdorf  ein Massaker an Widerstandskämpfer/inne/n, ungarisch-jüdischen Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen.

Räumung der KZ-Außenlagers Peggau – 15 nicht marschfähige Häftlinge werden ermordet.

 

3. April

Sowjetische Truppen befreien Gloggnitz.

In Linz-Hörsching wird der US-Flieger Walter P. Manning ermordet.

4. April

„Operation Radetzky“ läuft an. Oberfeldwebel Ferdinand Käs nimmt in Hochwolkersdorf Kontakt mit der Roten Armee auf.

Marschall Fjodor Iwanowitsch Tolbuchin erlässt einen Aufruf an die österreichische Bevölkerung: „Die Rote Armee kam nach Österreich nicht als Eroberungsarmee, sondern als Befreiungsarmee“.

Die Todesmärsche werden von Graz aus fortgesetzt. Nicht mehr Marschfähige werden in Graz-Liebenau, Gratkorn, Klöch und Mixnitz ermordet.

Erschießung von „Deserteuren“ in Graz  und Hieflau

 

 

5. April

Die Rote Armee erreicht den westlichen Stadtrand von Wien („Westumfassung“).

Vorratslager und Geschäfte in Wien werden von der Bevölkerung geplündert.

Die „Operation Radetzky“ wird verraten. Major Karl Biedermann, Hauptmann Alfred Huth und Oberleutnant Rudolf Raschke werden verhaftet. Die „Operation Radetzky“ ist damit gescheitert.

Kurt Horeischy und Hans Vollmer werden beim Versuch, das Elektronenmikroskop der Universität Wien vor Zerstörung zu bewahren, erschossen.

Das Landesgericht Wien wird geräumt. Ein Großteil der Insassen wird freigelassen. 46 Personen werden aneinandergekettet nach Stein getrieben.

6. April

Der sowjetische Angriff auf Wien beginnt.

Straßen- und Häuserkämpfe in Favoriten und Simmering

In Wien wird der „Nero“-Befehl „Wien, rechts der Donau“ ausgegeben – es ist dies der Befehl, alle kriegswichtigen Anlagen und Einrichtungen rechts des Donaukanals zu zerstören.

Die Gestapo-Leitstelle am Morzinplatz wird evakuiert.

Massaker bei der Räumung des Zuchthauses Krems-Stein. Geflohene Häftlinge werden aufgegriffen und ermordet („Kremser Hasenjagd“) – zumindest 386 Menschen werden getötet.

Otto Koblicek wird beim Versuch, die Zerstörung des Simmeringer Gaswerks durch die SS zu verhindern, erschossen.

7. April

Hunderte deutsche Soldaten setzen sich in Wien von ihren Einheiten ab, sie werden von der Bevölkerung mit Zivilkleidung versorgt und versteckt.

Widerstandskämpfer/nnen hissen auf Wiener Rathaus die rot-weiß-rote Fahne.

Todesmarsch-Massaker am Präbichl – rund 200 ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter werden ermordet .

Erschießung von 61 Menschen in Haderdorf am Kamp („Kremser Hasenjagd“)

 

8. April

Räumung des Kriegsgefangenenlagers Krems-Gneixendorf. Mehrere Tausend Kriegsgefangene ziehen in langen Kolonnen nach Westen

Die Rote Armee erreicht den Wiener Gürtel.

Major Karl Biedermann, Hauptmann Alfred Huth und Oberleutnant Rudolf Raschke werden am Floridsdorfer Spitz hingerichtet.

9. April

Deutsche Truppen räumen die Innenstadt von Wien, ziehen sich hinter den Donaukanal zurück und sprengen die Brücken. Sowjetische Truppen erreichen die Ringstraße

Zwischen 7. Und 11. April werden in Sinabelkirchen 18  ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter/innen erschossen.

10. April

Die Rote Armee erreicht den Donaukanal.

Auf dem Stephansdom wird eine weiße Fahne gehisst. Daraufhin wird der Befehl gegeben, den Dom zu beschießen. Hauptmann Gerhard Klinkicht verweigert das.

Hinrichtung von 18 der Partisanentätigkeit Verdächtigten auf der Hebalm  

11. April

Sowjetische Truppen übersetzen den Donaukanal. Schwere Kämpfe im Prater. Der Großteil des 2. und 22. Bezirks wird kurz darauf befreit.

Befehl Nr. 1 des sowjetischen Militärkommandanten von Wien „zwecks Aufrechterhaltung des normalen Lebens und der Ordnung“

Im Palais Auersperg wird durch Mitglieder der Widerstandsbewegung O5 eine erste österreichische Zivilgewalt eingerichtet.

Die SS verübt ein Massaker in der Förstergasse 7, 1200 Wien.

In Amstetten und Hieflau werden „Deserteure“, „Fahnenflüchtige“ und „Selbstverstümmler“ hingerichtet.

Erschießung von 18 ungarisch-jüdischen Zwangsarbeitern in Nestelbach durch SS und Organisation Todt

 

12. April

Durch Funkenflug gerät der Stephansdom in Brand

Kämpfe am Donaukanal

Erschießung von zwei amerikanischen Fliegern im KZ Mauthausen unter Aufsicht von Gauleiter August Eigruber

 

13. April

Die „Schlacht um Wien“ ist beendet.

Im Zuchthaus Krems-Stein werden zwei Personen wegen Wehrkraftzersetzung standrechtlich verurteilt und hingerichtet.

In St. Pölten werden 13 Mitglieder einer Widerstandsgruppe verhaftet, standrechtlich verurteilt und im Hammerpark hingerichtet.

In Göstling wird das Barackenlager, in dem 76  ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter/innen – Männer, Frauen und Kinder – untergebracht sind, von einer Waffen SS-Einheit in Brand gesteckt, die Insassen werden ermordet.

In Großraming werden nicht marschfähige ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter in die Enns geworfen.

14. April

Kämpfe nördlich und nordwestlich von Wien

 

15. April

St. Pölten wird von der Roten Armee befreit.

Die „Österreichische Zeitung“ erscheint in Wien.

44 zum Tode verurteilte Gefangene aus dem Landesgericht Wien werden im Zuchthaus Krems-Stein ermordet.

SS-Angehörige ermorden 96 ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter/innen bei Randegg.

16. April

In den NS-Zeitungen wird die Parole veröffentlicht: „Berlin bleibt deutsch – Wien wird wieder deutsch werden“

Der Todesmarsch vom völlig überfüllten KZ Mauthausen nach Gunskirchen beginnt.

Der US-Flieger Donald H. Stott wird bei Ried im Innkreis von einer SA-Streife erschossen.

17. April

Theodor Körner wird zum provisorischen Wiener Bürgermeister bestellt

Fünf Wehrmachtssoldaten werden als „Deserteure“ von Angehörigen der 9. Gebirgsdivision in Steinhaus am Semmering erschossen.

18. April

Die Wiener Gemeindeverwaltung nimmt ihre Tätigkeit auf

In Triestingtal werden 40 ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter/innen ermordet. In den Straßen von Enns werden 97 ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter/innen erschossen.

19. April

 

In Gresten werden 16 ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter/innen  – zwei  Männer, zwei Kinder und zwölf Frauen – in einen Wassergraben getrieben und von der Waffen-SS erschossen.

20. April

Verhandlungen zur Bildung einer österreichischen Regierung beginnen

In Klagenfurt-Kreuzbergl wird Raimund Ziegler wegen Partisanentätigkeit hingerichtet, er ist einer von mindestens 16 Soldaten, die in der Militärschießstätte zu Kriegsende hingerichtet werden.

21. April

Schwere amerikanische Bombenangriffe auf Attnang-Puchheim

Im Zuchthaus Krems-Stein werden der Kommandant des Kriegsgefangenenlagers Krems-Gneixendorf, Hauptmann Franz Schweiger,  sowie Oberleutnant Kilian und Feldwebel Zelenka wegen „Desertion“ hingerichtet.

Bei Lilienfeld werden sechs Personen in einem Umsiedlerlager für Südtiroler/innen durch Morphiuminjektionen getötet.

22. April

 

 

23. April

Die erste Ausgabe der Tageszeitung „Neues Österreich“ erscheint

Der Tiroler Widerstandskämpfer Robert Moser wird in Innsbruck von Gestapo-Angehörigen zu Tode gefoltert.

Häftlinge aus dem KZ Ebensee, die in Attnang-Puchheim die Schäden des Bombenangriffs vom 21. April beseitigen müssen, werden erschossen.

24. April

Die Sowjets stellen ihren Vormarsch ein und halten die erreichte Linie zwischen St. Pölten und Mistelbach

„Sozialistenmorde“ in Freistadt. Fünf Personen werden erschossen.

25. April

Amerikanische und sowjetische Truppen treffen bei Torgau an der Elbe zusammen

Der letzte schwere Bombenangriff auf eine österreichische Stadt trifft Linz schwer

Der Großteil von Wien ist wieder mit Wasser und Strom versorgt

Höhepunkt der „Fliegerlynchjustiz“. In und um Linz werden abgeschossene Flugzeugbesatzungen gejagt, misshandelt und ermordet.

Am Peršmanhof ermorden SS-Polizisten eine Familie, die Partisan/Inn/en Unterschlupf gewährt hat.

26. April

Bildung der provisorischen österreichischen Regierung

In Prein an der Rax werden 17 Personen ermordet, die verdächtigt werden, "Sozialisten" zu sein. Einzelne Leichname werden öffentlich zur Schau gestellt.

27. April

Unabhängigkeitserklärung und Gründung der Zweiten Republik

 

28. April

US-Truppen rücken nach Tirol vor und betreten bei Passau oberösterreichischen Boden

In Weyer und in Mariazell werden „Deserteure“ von einem Standgericht zum Tode verurteilt und hingerichtet.

In Treffling werden fünf Personen hingerichtet, weil sie in Peilstein eine Panzersperre beseitigen wollten.

29. April

Einzug der provisorischen Regierung in das Parlament. Die Regierungserklärung wird verlautbart. Auf der Ringstraße spielt die sowjetische Militärkapelle den Donauwalzer. Viele Menschen tanzen auf der Ringstraße.

Französische Truppen betreten österreichischen Boden in Vorarlberg

Letzte Vergasung im KZ Mauthausen. Der Gauleiter von Oberdonau, August Eigruber, lässt oberösterreichische Widerstandskämpfer ermorden.

Letztes Urteil des Standgerichts im Zuchthaus Krems-Stein. Drei Personen werden zum Tode verurteilt und hingerichtet.

30. April

Im Auftrag von Bürgermeister Theodor Körner werden in Wien Straßentafeln mit nationalsozialistischen Bezeichnungen überklebt. Der Adolf-Hitler-Platz wird wieder der Rathausplatz

Adolf Hitler begeht im Bunker der Berliner Reichskanzlei Selbstmord

 

In Hohenweiler (Vorarlberg) wird eine Person erschossen, weil sie eine weiße Fahne gehisst hat.

In Braunau wird ein „Deserteur“ hingerichtet.

1. Mai

US-Truppen betreten südlich der Donau oberösterreichischen Boden

Schwere Gefechte am Tiroler Fernpass zwischen deutschen und amerikanischen Truppen

Beim letzten alliierten Luftangriff auf eine österreichische Stadt sterben in Salzburg 20 Menschen

Leutnant Anton Renz und Leutnant Helmut Falch werden von der SS ermordet, weil sie versucht haben, die Sprengung der Lauteracher Brücke  (Vorarlberg) zu verhindern.

Am Schießplatz Treffling werden 13 Widerstandskämpfer/innen erschossen.

2. Mai

Französische Truppen befreien Bregenz

Kapitulation der deutschen Truppen in Westösterreich und Oberitalien

In Hofamt Priel ermorden Waffen-SS-Männer 228 ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter/innen.

Nahe Götzis werden die Brüder Josef und Otto Morscher ermordet, weil sie verdächtigt werden, Sozialisten zu sein.

3. Mai

Innsbruck wird durch Widerstandskämpfer befreit und kampflos an US-Truppen übergeben.

Bei einem Scharmützel mit abziehenden SS-Truppen wird der  Widerstandskämpfer Franz Mair vor dem Innsbrucker Landhaus angeschossen und erliegt wenige Tage später seinen Verletzungen.

In Bludenz stirbt ein Widerstandskämpfer beim Sturm auf die Kreisleitung.

4. Mai

Salzburg wird an US-Truppen übergeben

Bei Schloss Itter kommt es zu Kampfhandlungen zwischen versprengten SS-Truppen auf der einen und amerikanischen sowie deutschen Wehrmachtssoldaten auf der anderen Seite.

Das Lager Gunskirchen wird befreit. Amerikanischen Soldaten bietet sich ein Bild des Grauens.

„Deserteurs“-Erschießungen in Altenberg, St. Kathrein am Hauenstein und Schildbach

5. Mai

Linz wird befreit

Der KZ-Komplex Mauthausen-Gusen wird befreit

In Hartberg werden 13 des Widerstands verdächtigte Personen am Hauptplatz hingerichtet.

6. Mai

Britische Truppen erreichen die Kärntner Grenze

Das KZ Ebensee wird befreit

Erschießung von drei „Deserteuren“ in Hermagor kurz bevor britische Truppen in die Stadt vorrücken

7. Mai

Kapitulation der Heeresgruppe „Ostmark“

 

8. Mai

Lienz wird von britischen Truppen befreit

Bedingungslose Kapitulation des Deutschen Reiches. Kriegsende

 

9. Mai

 

Zwei Personen werden bei Vordernberg (Steiermark) von zurückflutenden SS-Truppen erschossen, weil sie eine rot-weiß-rote Fahne bei sich haben.

Um den 10. Mai

 

Neun jüdische Zwangsarbeiter  müssen SA- und Volkssturmmänner bei ihrem Marsch in die Berge bei Übelbach (Steiermark) begleiten. Sie werden kurz darauf ermordet.

Eine Ausstellung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften / Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte und der Universität Graz / Institut für Geschichte in Kooperation mit dem Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport

Mit freundlicher Unterstützung von: