Mit Wissenschaft in den Sommer

Damit es auch in den Sommerferien nie langweilig wird: Die ÖAW bietet für kleine und große Wissenschaftsfans ein abwechslungsreiches Programm – von Archäologie und Geschichte über Molekularbiologie bis zu den Weiten des Weltalls.

© ÖAW
© ÖAW
© ÖAW/Klaus Pichler

Reise in das alte Byzanz

Eine faszinierende Reise in die Geschichte des Mittelalters kann man derzeit auf der Schallaburg in Niederösterreich unternehmen. Dort ist die Ausstellung „Byzanz & der Westen“ zu sehen, die gemeinsam mit Wissenschaftler/innen des Instituts für Mittelalterforschung der ÖAW gestaltet wurde. In der Schau begegnet man Händlern, Pilgern und Kreuzfahrern, Kaisern und Prinzessinnen, Rittern und Gelehrten sowie zahlreichen einzigartigen Exponaten aus namhaften Sammlungen wie dem Louvre.

Zudem heißt es im Sommer: Vorhang auf für die Wissenschaft! Forscher/innen der ÖAW und weiterer Wissenschaftseinrichtungen präsentieren Einblicke in das Leben und den Alltag der Menschen in Antike und Mittelalter. Die Vorträge finden noch bis 7. Oktober jeweils Sonntags um 14.00 Uhr statt und stellen aktuellste Forschungsergebnisse vor.


© ÖAW
© ÖAW

Mit dem Finger auf der Landkarte

Vor GPS und Google Maps navigierten sich die Menschen mit Kompass und Landkarten durch die Welt. Doch im Gegensatz zu Smartphone und Navi waren frühe Karten weit mehr als ein praktisches Orientierungsmittel. Sie vermittelten politische Weltbilder als auch utopische Visionen und spiegelten über die Jahrhunderte hinweg den Wissensstand ihrer Zeit.

Auf der neuen Onlineplattform „Sammlung Woldan“ sind seit Kurzem über 380 wertvolle historische Landkarten aus den bedeutenden Originalbeständen der ÖAW digitalisiert und frei im Web einzusehen. Darunter befinden sich seltene Unikate, wie die Wieder-Woldan-Karte, die kurz vor der Entdeckung Amerikas im 15. Jahrhundert entstanden ist. Alle Karten stehen hochauflösend zum Download zur Verfügung, können detailgenau eingezoomt werden und sind mit zahlreichen Zusatzinformationen versehen.


© Landesmuseum Kärnten/J. Eitler
© Landesmuseum Kärnten/J. Eitler

Archäologische Spurensuche

Kärnten ist nicht nur eine schöne Urlaubsregion, es ist auch ein Mekka für Archäolog/innen. Besonders interessant ist ein Gräberfeld rund um die Kirche von St. Johann in Jaunstein in der Gemeinde Globasnitz, das aus dem 8. bis 14. Jahrhundert datiert. Dort begeben sich im Sommer Wissenschaftler/innen des Österreichischen Archäologischen Instituts der ÖAW auf die Suche nach den Spuren von römischer Herrschaft und slawischem Fürstentum im Frühmittelalter.

Wer den Archäolog/innen bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen möchte, hat dazu im Sommer Gelegenheit. Jeden Freitag im Juli gibt es von 13 bis 15 Uhr die Möglichkeit, die laufenden Grabungen rund um die Kirche in Jaunstein zu besuchen, neueste Funde zu sehen und sich über Skelette und deren Untersuchung zu informieren. Wer mehr wissen will kann zudem ab 5. Juli archäologischen Vorträgen im Pilgermuseum Globasnitz lauschen.


© Wikimedia Commons/Public Domain
© Wikimedia Commons/Public Domain

Ferien im Hörsaal

Die Menschen im Mittelalter glaubten, dass die Erde eine Scheibe ist… Stimmt das eigentlich? Was wussten die damaligen Menschen wirklich von der Welt? Fragen wie diese werden von ÖAW-Forscher/innen bei der diesjährigen Kinderuni Wien beantwortet. Dabei kann man etwa auch erfahren, wie die Marille nach Österreich gekommen ist oder in die vielsprachige Theaterwelt von Peter Handke eintauchen und vieles mehr.

Start der Kinderuni ist ab 9. Juli und da die Plätze begrenzt sind, sollte man sich am besten gleich anmelden. Mehr zum Studieren für Kids und zum Programm gibt’s auf der Website der Kinderuni.


© ÖAW
© ÖAW

Urlaub im Labor

Hier wird mikroskopiert, pipettiert und extrahiert: Beim Vienna Open Lab, einer gemeinsamen Initiative von Open Science und dem IMBA – Institut für Molekulare Biotechnologie der ÖAW, ist Mitmachen angesagt. Kinder und Jugendliche von sechs bis 18 Jahren können den Arbeitsalltag von Molekularbiolog/innen im Labor erleben, die wichtigsten Laborgeräte kennenlernen und auch selbst zum Experimentator werden.

Bei den Summer Science Camps am Vienna Biocenter im 3. Bezirk steht „Sommer, Sonne, Science!“ auf dem Programm. Dabei kann man etwa erfahren, wie Blutgruppen bestimmt werden, was eine „Genschere“ genau macht und wie man Bakterien zum Leuchten bringt. Anfänger/innen im Labor sind ebenso willkommen, wie bereits fortgeschrittene „Laborexpert/innen“.


© Wikimedia Commons/ESA/Rosetta/NAVCAM, CC BY-SA IGO 3.0
© Wikimedia Commons/ESA/Rosetta/NAVCAM, CC BY-SA IGO 3.0

Flug ins All

Die Weiten des Weltalls sind im Sommer ganz nah: Noch bis zum 12. September läuft im NHM Wien die Ausstellung „Kometen. Die Mission Rosetta“, bei der auch am Institut für Weltraumforschung der ÖAW entwickelte Messgeräte präsentiert werden. Das es auch nach dem Ende der Mission jede Menge Neues zum Kometen „Tschuri“ gibt, zeigen Expert/innen, wie die ÖAW-Weltraumforscher Günter Kargl und Thurid Mannelauch bei einem öffentlichen Symposium am 12. Juli.

Über den Wolken schweben kann man auch bei einer Public Lecture der Kommission für Astronomie der ÖAW am 24. August. Der renommierte Astrophysiker Robert Williams von der University of California-Santa Cruz spricht unter dem Titel „Probing the Distant Universe with Hubble Space Telescope“ über die Mission des Weltraumteleskops Hubble, das in rund 600 km Entfernung täglich 15 Mal die Erde umkreist.


© Pixabay.org
© Pixabay.org

Lektüre für Strand und Balkon

Ob ganz gemütlich zuhause auf dem Balkon oder am Strand im Urlaubsland: Veröffentlichungen aus dem Verlag der ÖAW sind immer eine gute Ferienlektüre. Wissenschaftsinteressierte können aus rund 3.500 Titeln auswählen – von Monographien über Sammelbände und Zeitschriften bis zu Multimediawerken. Aktuelles aus der Forschung ist in vielen Fällen auch Open Access online und im Volltext zugänglich unter http://www.austriaca.at/oa/.

Wer lieber ein gedrucktes Buch zur Hand nimmt, findet unter den Neuerscheinungen etwa aktuelle Erkenntnisse zum Limes in Österreich, archäologische Einsichten zum antiken Theater von Ephesos, Einblicke in die Kunst an Wiener Plattenbauten oder Neues zur Genetik, Geschichte und Nutzung von Kaltblutpferden.  


© ÖAW
© ÖAW

Und nach dem Sommer?

…auch im Herbst wird keine Langeweile aufkommen. Bereits rot im Kalender markieren sollten sich Wissenschafts- und Kulturinteressierte zum Beispiel den 30. September. An diesem Tag findet in ganz Österreich der Tag des Denkmals statt. Mit dabei ist auch die ÖAW, die in ihrem Hauptgebäude in der Wiener Innenstadt unter dem Motto „Schätze des Wissens erleben – von Ephesos bis zum World Wide Web“ an interaktiven Stationen spannende Forschungen zum Kulturerbe vorstellt. Zudem kann man bei kunsthistorischen Spaziergängen durch das Akademiegebäude und den zukünftigen „Campus Akademie“ mehr zu diesen Baujuwelen des Wissens erfahren.

Wer Wissenschaft nicht nur sehen sondern vor allem hören will, der sollte vom 28. bis 30. September #ganzohr2018 sein. Bei einer Konferenz des Instituts für vergleichende Medien- und Kommunikationsforschung der ÖAW dreht sich alles um Wissenschaftspodcasts – und bei einem Barcamp kann man nicht nur zuhören sondern auch Mitmachen.