26.02.2019

Ist die Welt noch zu retten?

Die UN-Ziele nachhaltiger Entwicklung standen im Zentrum einer internationalen Konferenz der ÖAW. Wie können die 17 von den Vereinten Nationen definierten Nachhaltigkeitsziele  erreicht werden - und welche Rolle spielen dabei Wissenschaft und Medien?

„Unser Haus brennt. Ich bin hier um zu sagen, dass unser Haus brennt.“ Mit diesen eindringlichen Worten forderte die 16-jährige schwedische Schülerin Greta Thunberg vor Kurzem die versammelten Mächtigen der Welt in Davos auf, etwas gegen den drohenden Klimawandel zu unternehmen. Und nicht nur diese hörten ihr zu. Medien berichteten weltweit über die junge Klima-Aktivistin, auch auf Twitter und Facebook folgen ihr inzwischen über 160.000 Menschen, Tendenz steigend.

Was läuft falsch?

Ob Staaten und Unternehmen nach dieser Rede tatsächlich mehr gegen den Klimawandel tun werden, bleibt offen. Eines zeigt das „Phänomen Thunberg“ aber deutlich: Noch nie war es so einfach, sich für die Rettung der Welt zu engagieren wie  heute. Die wissenschaftlichen Fakten zum Klimawandel sind online zugänglich. Dank Internet und Social Media kann sich jede/r an die Öffentlichkeit wenden.

Zudem gibt es mit den Vereinten Nationen eine 193 Staaten der Erde umfassende Organisation, die es sich auf die Fahnen geschrieben hat, globale Probleme  länderübergreifend zu lösen. So waren es die UN, die 1992 in Rio die erste Weltklimakonferenz ins Leben gerufen haben, die seit 1995 jährlich stattfindet. Und die UN haben Ende 2015 die 17 Ziele nachhaltiger Entwicklung verabschiedet, zu denen Klimaschutz, Bekämpfung von Armut und gleiche Bildungschancen zählen.

Dennoch – und in den Worten von Greta Thunberg – „brennt unser Haus“. Um beim Beispiel Klimawandel zu bleiben: Der globale Ausstoß des Treibhausgases CO2 steigt weiter und dürfte 2018 einen neuen Rekordwert erreicht haben - allen Klimazielen zum Trotz. Was also läuft falsch? Und was können wir dagegen tun?

Was können wir tun?

Diesen Fragen widmete sich aus der Perspektive von Wissenschaft und Medien vom 4. bis 5. April eine große Konferenz der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Unter dem Titel „Global Sustainable Development Goals in a Mediatized World” ging es darum, wie die Nachhaltigkeitsziele bis 2030 erreicht werden können, welche wissenschaftlichen und technischen Innovationen dafür notwendig sind und wie dieser gesellschaftliche Wandel bei den Menschen im Zeitalter moderner Medien ankommt.

Umwelthistorikerin und ÖAW-Mitglied Verena Winiwarter zu den Zielen der Nachhaltigkeits-Konferenz:

Auf Einladung von den ÖAW-Mitgliedern Simone Gingrich (Soziale Ökologie), Matthias Karmasin (Kommunikationswissenschaft), Wolfgang Lutz (Demographie) und Verena Winiwarter (Umweltgeschichte) waren Expert/innen aus der ganzen Welt in Wien zu Gast. Sie befassten sich zum Beispiel mit der Frage, wie Landwirtschaft nachhaltiger wird, oder damit wie man Solar- und Windenergie effizienter nutzen kann, was sich am Zugang zu Gesundheitsleistungen in Afrika verbessern lässt, und welche Chancen die „Netzwerkgesellschaft“ für die Vermittlung von Nachhaltigkeit eröffnet.

Dabeisein: #Nachhaltigkeit

Einblicke in die Konferenzthemen bieten unter dem Titel „Ist die Welt noch zu retten?“ sowie dem Hashtag #Nachhaltigkeit auch die Website und Social Media-Channels der ÖAW. Dort gibt es Videos mit den Organisator/innen, Interviews mit Teilnehmer/innen und mehr zu sehen.

Darüber hinaus lässt der ÖAW-Podcast MAKRO MIKRO die Künstler/innen und ÖAW-Mitglieder Anna Artaker und Uwe Slytr zu Wort kommen, die eigens eine Ausstellung zur Konferenz kuratiert haben, die noch bis 3. Mai 2019 in der Aula der ÖAW zu sehen ist. Die Konferenz zum Nachhören ist auch im Podcast MAKRO MIKRO zu hören.