Do, 17.06.2021 17:00

Einflussreiche Eliten im Jemen ab etwa 1870

In den 1870er Jahren wurden wichtige Teile des Jemen von den Osmanen rückerobert. Bei einem Online-Vortrag des Instituts für Sozialanthropologie der ÖAW beleuchtet der Historiker Thomas Kuehn die Rolle einflussreicher Vertragspartner des Osmanischen Imperiums, die fiskalischen Einfluss mit jenem in der Militär- und Provinzverwaltung verknüpften.

© weltkarte.com
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Das Institut für Sozialanthropologie der ÖAW legt im Rahmen seines Nahost-Schwerpunktes besonderes Augenmerk auf die Erforschung der historisch gewachsenen Komplexität des Jemen. In diesem Zusammenhang wurde der Historiker Thomas Kuehn zu einer ISA Online Guest Lecture eingeladen. Der Autor eines Standardwerks über die Herrschaft der Osmanen im Jemen von 1849 bis 1919 ist Professor an der Simon Fraser University in Vancouver-Burnaby, Canada. In seiner Lecture mit dem Titel „Imperial Contractors and the Governance of Ottoman Yemen, 1872–1919“ beleuchtet er die Rolle der osmanisch-arabischen Eliten in der Führung des Jemen von der osmanischen Wiedereroberung 1871-73 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs.

Thomas Kuehn fokussiert dabei auf jene Eliten, die, ausgehend von einem überkommenen Steuerpachtsystem der Osmanen, ihren Einfluss im Militär und in der Provinzregierung verknüpften. In diesem Zusammenhang fanden die Regierungs- und Verwaltungsreformen der osmanischen Tanzimat-Ära (bis 1876) kaum Beachtung. Thomas Kuehn misst dieser Diskrepanz entscheidende Bedeutung bei, wenn es darum geht, die Entwicklung hin zum Ende des Osmanischen Imperiums umfassend zu bewerten.

Einladung  Zoom-Link

Meeting-ID: 979 7327 2527
Kenncode: qs95gm

Informationen

 

Termin:
17. Juni 2021, 17:00 Uhr

Einladung und Zoom-Zugang

Kontakt:
Dr. Noura Kamal
T: + 43 1 51581-6473
Institut für Sozialanthropologie der ÖAW

 

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