go!digital 1.0: Ausgewählte Projekte

Kurzberichte


travel!digital. Menschen und Monumente in Baedeker Reiseführern (1875–1914)

Laufzeit: 01.12.2014 – 30.11.2017
Finanzierung: go!digital Ausschreibung der ÖAW 2014
Projektleitung: Mag.a Ulrike Czeitschner
Standort: Austrian Centre for Digital Humanities - ACDH-ÖAW, Österreichische Akademie der Wissenschaften
Projekthomepage: https://traveldigital.acdh.oeaw.ac.at
Kontakt: Ulrike.Czeitschner(at)oeaw.ac.at

Kurzbericht: travel!digital. Menschen und Monumente in Baedeker Reiseführern (1875–1914)

Kurzbericht: travel!digital. Menschen und Monumente in Baedeker Reiseführern (1875–1914)

Seit ihrem ersten Erscheinen im Jahr 1832 haben Handbücher aus dem Hause Baedeker das Reiseführer-Genre und seine Nutzer/innen nachhaltig geprägt. Die zunächst in deutscher und französischer, ab 1861 auch in englischer Sprache publizierten historischen Bände stellen einen bedeutenden, bislang jedoch wenig beforschten Bereich des europäischen Kulturerbes dar. Mit der Bereitstellung des travel!digital Corpus stehen der Forschung nun erstmals frühe deutschsprachige Reiseführer als digitale Datenbasis zur Verfügung. Die angewandten Methoden der Digital Humanities eröffnen vielfältige Perspektiven auf facettenreiche kulturelle Narrative und identitätsstiftende Diskurse an der Wende des 19. zum 20. Jahrhundert. Dadurch erweitern sich die Möglichkeiten für inter- bzw. transdisziplinäre Untersuchungen im Rahmen der kulturwissenschaftlichen Literaturwissenschaft, der Linguistik und Lexikografie sowie der Kulturanthropologie und Historischen Geografie. Neben der strukturellen und linguistischen Annotation der Volltexte tragen semantische Technologien maßgeblich dazu bei, da sie sich besonders dafür eignen, formale, inhaltliche und kontextuelle Aspekte über Text- und Zeitgrenzen hinweg miteinander zu verknüpfen.

Die vorliegende Sammlung vereint Erstauflagen zu Fernreisezielen in Nordafrika, Vorder- und Südasien sowie Nordamerika, die vor der Zäsur des Ersten Weltkriegs erschienen sind. Die enthaltenen fünf Bände umfassen mehr als 3.000 Buchseiten, etwa 1,5 Mio. tokens bzw. 1,2 Mio. running words. Der semantische Fokus des Projekts rückt mit dem travel!digital Thesaurus die Menschen und Monumente in den Blick. Das kontrollierte Vokabular strukturiert das breite Spektrum an ethnisch/nationalen, geographischen, religiösen, sozialen und berufsbezogenen Gruppenbezeichnungen sowie jene touristischen Attraktionen, die in den Printausgaben mit Baedeker-Sternen als besonders sehenswert gekennzeichnet sind. Die Verlinkung der über 4.200 Stichworte mit den Belegstellen im Korpus erlaubt die Berücksichtigung ihres Sprachgebrauchs im Textzusammenhang, erleichtert den Zugang zu charakterisierenden Eigenschaftszuschreibungen und wertenden Darstellungsmustern, und dokumentiert die interpretative Komposition und selektive Beschaffenheit der Reiseführer-Texte. Durch die Vernetzung von historischen und aktuellen Lexikoneinträgen mit weiterführenden Informationen in der Linked-Open-Data Cloud stellt der Thesaurus zudem kontextuelle Bezugspunkte auf der Ebene der Begriffsbedeutungen her. Auf diese Weise unterstützt der Einsatz rezenter Technologien die granulare Analyse jener semantischen Komponenten, die das Sprechen über Kultur(en) bestimmen und trägt dazu bei, die Funktionsweisen eines Diskurses zu erschließen, dessen Wirkungsgrad bis heute weit über das Feld der Reiseliteratur hinausreicht.

Sämtliche Daten stehen für Forscher/innen und Interessierte kostenfrei zu Verfügung. Die eigens eingerichtete Webapplikation verbindet die einzigartigen Reisehandbücher mit dem Thesaurus und enthält neben ausführlichen Metadaten und einem Schema der vorgenommenen Annotationen auch die Faksimiles der heute rar gewordenen Druckausgaben. Die Navigations- und Abfragemöglichkeiten sowohl in den Volltexten wie auch der linguistischen Annotation werden durch umfangreiche Register ergänzt und laden zu ausgiebigen Erkundungen ein: travel!digital.


Alpenwort

Laufzeit: 15.10.2014 – 14.10.2017
Finanzierung: go!digital Ausschreibung der ÖAW 2013
Projektleitung: Dr. Claudia Posch, Dr. Gerhard Rampl
Standort: Institut für Sprachen und Literaturen, Bereich Sprachwissenschaft, Universität Innsbruck
Projekthomepage: http://www.alpenwort.at  
Kontakt: Claudia.Posch(at)uibk.ac.at

Kurzbericht: Alpenwort

Kurzbericht: Alpenwort

Ziel des Projekts Alpenwort war es die Jahrgänge 1869 – 1998 Zeitschrift des Alpenvereins (ZAV) zu digitalisieren, daraus ein linguistisch annotiertes Korpus zu erstellen und dieses für wissenschaftliche Analysen und eine interessierte Öffentlichkeit nutzbar zu machen. Die Zeitschrift des Alpenvereins (ZAV) erscheint in Form eines Jahrbuchs und stellt eine einzigartige Quelle der Geschichte des alpinen Raumes dar. Die ZAV einhält eine große inhaltliche Bandbreite – sie reicht von Berichten über (Erst-)Besteigungen und Routenbeschreibungen, über wissenschaftliche Aufsätze aus vielen wissenschaftlichen Fächern (Geologie, Geografie, Biologie, Meteorologie, (historische) Sprachwissenschaft, Geschichte, Archäologie u.v.m.). Auch belletristische Beiträge und Beiträge über Kunst und Kultur sind darin publiziert. Autor*innen sind häufig führende Wissenschaftler*innen und Alpinist*innen der jeweiligen Zeit. Die Zeitschrift erscheint beinahe durchgehend, seit 1870 mit einer Unterbrechung von 1944-1948.

In Summe wurden von der Abteilung Digitalisierung & Elektronische Archivierung (DEA) an der Universität Innsbruck 43.383 Seiten gescannt und mittels automatisierter Texterkennung in maschinenlesbaren Text verwandelt. Die Bände von 1915 – 1960 liegen ausschließlich in Frakturschrift vor. Dadurch entstanden zahlreiche Probleme, denn mit der Frakturschrift hat die Maschine ähnliche Schwierigkeiten, wie menschliche Leser*innen. Zum Beispiel wurde oft das alte „lange s“ ʃ mit f verwechselt, so dass „Wasser“ konsequent als „Waffer“ gelesen wurde. Auch Eingennamen waren für die automatische Erkennung ein Problem, da ein vollständiger Lexikonabgleich mit dieser offenen Wortklasse nicht möglich ist. Es kam zu teils skurrilen Fehlern: z.B. wurde der berühmte Bergsteiger Peter Habeler vom Programm in Peter „Habeier“ „umgetauft“. Es mussten also viele Erkennungsfehler semi-automatisch korrigiert werden, um zu einem relativ sauberen und gut durchsuchbaren Text zu kommen.

In einem nächsten Schritt wurden die Texte in linguistische Einheiten segmentiert – Absätze, Sätze, Wörter – und schließlich mit zusätzlichen Informationen zu den Wortarten annotiert. Besonders wichtig und interessant sind hierbei Informationen zu Personen- und Ortsnamen. Letztere bereiten für die automatische Annotation Probleme, da sie in frühen Bänden anders geschrieben wurden. Alle Texte der ZAV sind sowohl als Volltexte (unter: http://www.literature.at), als auch als annotiertes Korpus über die Plattform „Hyperbase“ (unter: http://www.alpenwort.at) zugänglich und nutzbar.

Das Folgeprojekt „Semantics for Mountaineering History“ baut auf dem hier erstellten Korpus auf und beschäftigt sich hauptsächlich mit der korrekten automatischen Identifizierung und Disambiguierung von Orts- und Personennamen, u.a. zur semantischen Modellierung von Erstbesteigungen. Ein weiteres Folgeprojekt KEA (KEywords of the Alps) hat eine analoge Publikation des Neuseeländischen Alpenvereins digitalisiert und ist nun mit Hilfe von Crowdfunding an der Präparierung dieses Digitalisats beschäftigt.


Mapping MEDieval CONflicts: a digital approach towards political dynamics in the pre-modern period

Laufzeit: 01.10.2014 – 31.05.2017
Finanzierung: go!digital Ausschreibung der ÖAW 2013
Projektleitung: Dr. Johannes Preiser-Kapeller
Standort: Institut für Mittelalterforschung (IMAFO)/Abteilung für Byzanzforschung, Österreichische Akademie der Wissenschaften
Projekthomepage: http://oeaw.academia.edu/MappingMedievalConflict
Kontakt: Johannes.Preiser-Kapeller(at)oeaw.ac.at

Kurzbericht: Mapping MEDieval CONflicts: a digital approach towards political dynamics in the pre-modern period

Kurzbericht: Mapping MEDieval CONflicts: a digital approach towards political dynamics in the pre-modern period

Ein Ziel von MEDCON war die Etablierung eines „Workflows“ von der Erfassung historischer Quellen bis zur Erstellung komplexer Netzwerkmodelle; als Kern diente dafür die Weiterentwicklung des Datenbanksystems OpenAtlas, das die relationale Verknüpfung von historischen, archäologischen und geographischen Daten ermöglicht. OpenAtlas wurde open source online veröffentlicht und somit der wissenschaftlichem Community zur allgemeinen Nutzung zur Verfügung gestellt (http://www.openatlas.eu/website/; github.com/craws/OpenAtlas). Gleichzeitig wurde auch eine voll funktionale Demo-Version der Software publiziert (http://openatlas.craws.net/admin).

Inhaltlich konzentrierte sich das Projekt auf die Analyse von politischen Konflikten zwischen mittelalterlichen Machteliten mit fünf Fallstudien, die vom Kampf um den deutschen Thron um 1200 bis zu den Bürgerkriegen im Byzantinischen Reich des 14. Jahrhunderts reichten. Daten zu tausenden beteiligten Personen und ihren Verflechtungen wurden aus den Quellen ermittelt und mithilfe von OpenAtlas gespeichert. Auf dieser Grundlage wurden Netzwerkgraphen für einzelne Akteure und Gruppen, auch in ihrer geographischen und zeitlichen Dynamik, erstellt und ihre Strukturmuster verglichen.

Dabei zeigt sich, wie sehr bereits vor Konfliktausbruch etablierte Netzwerke (z. B. durch Heirat), aber auch Gegensätze genutzt wurden, um Anhängerschaften zu mobilisieren. In manchen Fällen können die späteren Bruchlinien innerhalb einer Elite schon durch bestehende Tendenzen zur Gruppenbildung gleichsam rückblickend vorhergesagt werden. In anderen Fällen überlagerte wiederum die Loyalität zu einer Institution wie der Kirche die Wirksamkeit persönlicherer Verbindungen etwa durch Verwandtschaft. Die vergleichende Analyse dieser Konflikte in ihrer Dynamik von der Mikro- bis zur Makroebene etabliert das Mittelalter als Referenzpunkt für die Untersuchung ähnlicher Phänomene in Geschichte und Gegenwart.

Methoden und Ergebnisse der Projekts wurden auch international mit großem Interesse wahrgenommen, was sich etwa im Juni 2016 in einem Artikel in den MIT Technology Review widerspiegelte (“How the New Science of Computational History Is Changing the Study of the Past“; https://www.technologyreview.com/s/601763/how-the-new-science-of-computational-history-is-changing-the-study-of-the-past/).

 


Renaissance Architecture – A Digital Anthology of Heinrich von Geymüller

Laufzeit: 01.12.2014 – 30.11.2017
Finanzierung: go!digital Ausschreibung der ÖAW 2013
Projektleitung:  Ao. Univ.-Prof. Dr. Josef Ploder
Standort: Institut für Kunstgeschichte, Karl-Franzens-universität Graz
Projekthomepage: http://www.geymueller.org
Kontakt: Josef.Ploder(at)uni-graz.at

Kurzbericht: Renaissance Architecture – A Digital Anthology of Heinrich von Geymüller

Kurzbericht: Renaissance Architecture – A Digital Anthology of Heinrich von Geymüller

Die Digitalisierung des wissenschaftlichen Nachlassbestandes des Architekturhistorikers Heinrich von Geymüller (1839–1909) [www.geymueller.org] soll nicht nur der Zugänglichkeit des Materials dienen, sondern auch einem besseren Verständnis der methodischen Strategien seiner Arbeitsweisen, durch die die Architekturgeschichtsschreibung wesentlich geprägt wurde. Der seit 1927 an der Universität Graz befindliche Nachlass umfasst über 74.000 Objekte und dokumentiert einerseits eine für die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zeittypische positivistische Forschungspraxis, steht aber auch für aktuelle Tendenzen der umfassenden Verfügbarkeit von (visuellen) Daten als Grundlage für vernetzende Denkmuster.

Der Nachlass dokumentiert den enormen Wissensumfang Geymüllers sowie seine umfassende Quellenkenntnis zu den wichtigen architektonischen Themen der Renaissanceforschung (Neubauprojekte für St. Peter in Rom, architektonische Projekte von Raffael, Leonardo, Michelangelo, Du Cerceau). Geymüller gilt als der Erste, der sich systematisch dem Studium von Architekturzeichnungen widmete und damit die Erforschung von Entwurfsprozessen als Teil der Baugeschichte etablierte. Bei den graphischen Visualisierungen ließ sich Geymüller auch – durchaus zeittypisch - von Modellen der Naturwissenschaften anregen.

Auf Grund der Materialfülle war es für die Digitalisierung bei diesem Projekt unumgänglich, eine gezielte Auswahl vorzunehmen, nach der Geymüllers forschungsgeschichtliche Relevanz ersichtlich wird und durch die zukünftigen Forschungsdesiderata am besten entsprochen werden kann. Die umfangreichen Korrespondenzen mit bedeutenden Persönlichkeiten (Jakob Burckhardt, Aby Warburg, Heinrich Wölfflin u. a.) sowie auch seine detaillierten Dokumentationen zu Reisen und zwischenzeitlich aufgelösten Sammlungen (Hippolyte Destailleur, J.-M. Lesoufaché u. a.), machten die Sichtbarkeit dieser Beziehungen mittels netzwerkartiger Darstellung wünschenswert. Die Integration von Graphendatenbanken ließen die inhaltlichen Zusammenhänge zwischen Geymüller und diversen Institutionen und Personen in ganz Europa darstellen. Der Umgang mit dem unterschiedlichen Quellenmaterial (Notizen, Skizzen, Manuskripte, Zeichnungen, Exzerpte, Fotografien, Graphiken) führte zur Erarbeitung eines semantischen Datenmodells, welches Informationsverluste möglichst gering halten sollte. Es basiert zwar auf den herkömmlichen Metadaten, wird jedoch zusätzlich noch durch eine Beschreibung von Beziehungen zwischen den Archivquellen selbst sowie mit externen Informationen (Entwurfs- bzw. Forschungsideen, gebauten Architekturen, etc.) unterstützt. Die Suche und Kontextualisierung der Daten ermöglicht somit gleichermaßen die Darstellung ihrer historischen Ordnungssystematik, als auch vernetzender Erkenntnismuster zu heute aktuellen Fragestellungen. Die ‚open-access’ Web-Applikation garantiert daher die Zugänglichkeit zum digitalisierten Nachlass und die Visualisierung seiner Datenstruktur, als auch eine erleichterte Beantwortung biographischer, chronologischer, topographischer und forschungsgeschichtlicher Fragestellungen.

Die wissenschaftsgeschichtliche Bedeutung von Geymüllers Ansätzen wird insbesondere in Zusammenhang mit den aktuellen Forschungen zum Neubau von St. Peter evident, seine Dokumentation aufgelöster Sammlungen stellt zudem eine in ihrer Tragweite bislang noch kaum genutzte Quelle dar.


Digitizing Early Farming Cultures

Laufzeit:         01.11.2014 – 31.10.2017
Finanzierung:        go!digital Ausschreibung der ÖAW 2013
Projektleitung:         Dr. Edeltraud Aspöck
Standort:     Institut für Orientalische und Europäische Archäologie, Österreichische Akademie der Wissenschaften
Projekthomepage:     https://defc.acdh.oeaw.ac.at/
Kontakt:        Edeltraud.Aspoeck(at)oeaw.ac.at

Kurzbericht: Digitizing Early Farming Cultures

Kurzbericht: Digitizing Early Farming Cultures

Im Projekt ‚Digitizing Early Farming Cultures‘, kurz DEFC, wurde eine neue, digitale Basis zur Erforschung der Jungsteinzeit und der Kupferzeit in Griechenland und Westanatolien geschaffen. Die sogenannte DEFC App ist für alle Forschenden sowie interessierte Laien offen und ermöglicht unter anderem Zugang zu Informationen über archäologische Fundstellen und Funde, zu 3D Modellen einer Scherbensammlung sowie einem Thesaurus und einer großen Bibliographie.

In der Zeit von ca. 7000-3000 v. Chr. waren die Regionen von Griechenland und Westanatolien Schauplatz und Vermittler bedeutender menschheitsgeschichtlicher Veränderungen, die ganz Europa prägten. Die archäologische Erforschung dieser Prozesse fand jedoch seit jeher unabhängig voneinander statt. Dies führte zur Entwicklung eigenständiger Terminologien und Chronologie-Systeme und Forschungsdaten liegen lückenhaft und in isolierten Modellen vor. Das erschwerte die gemeinsame Betrachtung dieser archäologisch eng verwandten Räume.

Im Projekt ‚Digitizing Early Farming Cultures‘ wurden Forschungsdaten neolithischer und kupferzeitlicher Fundstellen und Funde aus Griechenland und Westanatolien standardisiert und harmonisiert.  Als Grundlage dienten analoge und digitale Ressourcen aus mehreren Projekten der OREA Forschungsgruppe AAPP. Dabei handelt es sich meist um Publikationen zu Fundstellen und Funden sowie die Keramiksammlung Schachermeyr, aus der Stücke für die Erstellung von 3D-Modellen gewählt wurden. Eine große Menge an Daten wurde aufeinander abgestimmt und Informationen aus analogen Publikationen wurden integriert. Die Erstellung von Metadaten, standardisierte Beschreibungen der digitalen Objekte, erleichtert den Zugang und die Wiederverwendung der Daten.

Es wurde eine Fundstellendatenbank erstellt, die Informationen zu Fundorten, Projekten, Funden, Interpretationen sowie die Chronologie miteinander verbindet. Die daraus entwickelte DEFC-App steht für Forscher und die interessierte Öffentlichkeit hier frei zur Verfügung: https://defc.acdh.oeaw.ac.at/. Dieses archäologische Datenmanagementsystem erfüllt die Standards einer gemeinsamen Datennutzung. Durch die DEFC-App wird es zum ersten Mal möglich, projektübergreifende archäologische Forschungsfragen zu beantworten und Kooperationen von Forschern werden erleichtert. Die Informationen zur Entstehung der DEFC-App sowie der Programmcode sind ebenfalls online zugänglich und können für zukünftige Datenbanken verwendet werden. Um internationalen Standards gerecht zu werden und die Datenbank mit anderen Datenbanken und Infrastrukturen zu verbinden, sowie Informationen auch in maschinenverständlicher Form aufzubereiten, wurden CIDOC CRM, die geographische Datenbank GeoNames und PeriodO zur eindeutigen Definition von Zeitperioden verwendet.