06.10.2021

Who da Teifl knows

Hörbilder von ausgewanderten Burgenländerinnen und Burgenländern in den USA

Anlässlich des hundertjährigen Bestehens von Österreichs jüngstem Bundesland hat die Soziologin Traude Horvath Ausschnitte aus biografischen Interviews online zugänglich gemacht. Die Tonaufnahmen entstanden 1988/89 während ihrer Feldforschung bei burgenländischen Migrantinnen und Migranten in New York, Chicago und verschiedenen Orten in Pennsylvania. Die Sammlung Horvath, die dem Phonogrammarchiv zur Archivierung überantwortet und nun digitalisiert wurde, birgt in rund 65 Stunden neben zahlreichen Interviews auch einige Mitschnitte von geselligen Treffen. 

Der Podcast fasst in acht Hörbildern Aspekte des Migrationsprozesses, wie z.B. Auswanderungsgründe, Arbeit, Heimatbezug, Veränderung oder Sprache, exemplarisch zusammen. Damit vermögen diese historischen 'O-Töne' auch Bezüge zu aktuellen Lebensrealitäten eröffnen, so Traude Horvath, denn: "In der aktuellen gesellschaftlichen Debatte wird von Migration sehr häufig als 'Problem' gesprochen, das schnell politisch gelöst werden müsse. Vielleicht kann der Blick auf die eigene Geschichte, in diesem Fall auf die Auswanderung von Burgenländer/innen in die USA – die in der Region eher positiv konnotiert ist – einen Beitrag zu einem differenzierteren Blick auf die aktuelle Situation leisten."