17.05.2019

INTERNATIONAL FORUM ON AUDIO-VISUAL RESEARCH (JAHRBUCH DES PHONOGRAMMARCHIVS), BAND 9, ERSCHIENEN!

Das Jahrbuch 9 – dem Gedenken an Rudolf M. Brandl gewidmet – ist das dritte, das die verschriftlichten Texte einer vom Phonogrammarchiv ausgerichteten Tagung beinhaltet. 2018 war die Herausgabe der Recordings from Prisoner-of-War Camps, World War I (Serien 17/1–5 der Gesamtausgabe der Historischen Bestände 1899–1950) der Anlass, Forscherinnen und Forscher im Rahmen eines eintägigen Symposiums zu einem Gedankenaustausch über „Eine ‚außergewöhnliche Forschungsgelegenheit‘ in den k. u. k. Kriegsgefangenenlagern: kritische Reflexionen 100 Jahre danach“ einzuladen.

Die Beiträge führen zunächst in die Wissenschaftsgeschichten von Ethnologie und Volkskunde, deren Etablierung zur damaligen Zeit sowie das Weiterwirken im engen Netzwerk der Forschungscommunity (Andre Gingrich, Reinhard Johler). Die zentrale Figur im Projekt, das dem Phonogrammarchiv eine große Sammlung an Tonaufnahmen von damals in der Wissenschaft wenig oder gar nicht bekannten Sprachen und Liedern brachte, war Robert Lach; seine Einstellung und Arbeitsweise werden anhand seiner Publikationen gegenüber Ansichten der Nachwelt beleuchtet (Michael Weber). Es folgt ein Diskurs zur Dokumentation der Soldaten als Sprachträger und Sänger am Beispiel der finnougrischen Aufnahmen (Gerson Klumpp). Der Beitrag zu den turksprachigen Lagerinsassen thematisiert die Ambivalenz zwischen den von den Forschern erwarteten und dann aufgenommenen Inhalten und den Eindrücken und poetischen Umschreibungen der Gefangenen selbst (Ingeborg Baldauf). Im abschließenden Essay stehen nochmals die Dokumentation, Entstehungsgeschichte und die Auseinandersetzung mit den Aufnahmen – aus heutiger Sicht und als Ergebnis von vernetzter Forschung – im Zentrum (Florian Mühlfried).

Ein Feldforschungsbericht über Rudolf M. Brandls letzte Griechenlandreise 2017 (Efstratios Nikolaros), drei Rezensionen von rezenten Publikationen (zwei Monographien und einem Sammelband; Gerda Lechleitner, Julio Mendívil) sowie der Tätigkeitsbericht des Phonogrammarchivs für 2017 runden diesen Band ab.

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