16.11.2017

WAS DIE GENERATIONEN FÜREINANDER LEISTEN

Vor welche Herausforderungen stellt die zunehmende Alterung der Bevölkerung die staatlichen Transfersysteme in Österreich und Europa? Diese Frage wurde in einem vierjährigen, internationalen Forschungsprojekt unter der Leitung von Bevölkerungsökonomen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften untersucht. Die Ergebnisse werden nun bei einer Konferenz vom 20. bis 22. November in Wien präsentiert.

Die Bevölkerung im Europa des 21. Jahrhunderts wird immer älter. Diese demographischen Änderungen stellen beachtliche Herausforderungen für das staatliche Sozialsystem dar. Denn ohne Anpassungen stehen in Zukunft immer mehr pensionierte, ältere Menschen einer stagnierenden oder sinkenden Anzahl an Erwerbstätigen gegenüber. Dadurch steigt die Beitragslast für die junge Generation, während gleichzeitig die pro-Kopf Leistungen für die ältere Bevölkerung sinken.

Das von der Europäischen Union geförderte Forschungsprojekt AGENTA (Ageing Europe: An Application of National Transfer Accounts for Explaining and Projecting Trends in Public Finances) hat daher in den letzten vier Jahren untersucht, wie ökonomische Ressourcen durch staatliche und private Transfers zwischen den Generationen umverteilt und verwendet werden. Dazu wurden ökonomische und demographische Daten verknüpft und sogenannte „Nationale Transferkonten“ für  25 Länder der EU erstellt. Die Daten ermöglichen eine länderübergreifende Analyse und den Vergleich des ökonomischen Lebensverlaufs, der Transfersysteme und der Altersvorsorge.

Die zentralen Ergebnisse des Forschungsprojekts, an dem neben dem Institut für Demographie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) Partnerinstitutionen aus Großbritannien, Schweden, Frankreich, Spanien, Polen, Ungarn und Slowenien beteiligt waren, werden nun vom 20. bis 22. November 2017 in Wien präsentiert.

Rund 100 internationale Wissenschaftler/innen und Entscheidungsträger/innen diskutieren bei der Konferenz „Economic Consequences of Population Ageing and Intergenerational Equity“, welche ökonomischen Folgen eine alternde Bevölkerung für Österreich und Europa hat. Diskutiert wird aber auch, welche Lösungsansätze denkbar sind, um Transfers zwischen den Generationen vor dem Hintergrund des demographischen Wandels zukunftssicher zu gestalten. Bei einem Workshop werden zudem die Daten zu den europäischen „Nationalen Transferkonten“ im Detail vorgestellt.

Den Eröffnungsvortrag zur Konferenz hält der US-Bevölkerungsökonom Ronald Lee von der University of California, Berkeley. Lee ist ein weltweit führender Experte auf dem Gebiet der Generationen-Ökonomie und Pionier der Erforschung „Nationaler Transferkonten“.