19.12.2017

Pan Jianwei unter Top Ten-Forschern

ÖAW-Mitglied und Quantenphysiker Pan Jianwei zählt laut Fachjournal „Nature“ zu den zehn einflussreichsten Wissenschaftler/innen des Jahres 2017.

Das Fachjournal "Nature" hat zehn Personen gekürt, die 2017 eine entscheidende Rolle in der Wissenschaft gespielt haben. Als Kriterium für die Auswahl nannte „Nature“, dass diese mit ihren jeweiligen Forschungen dauerhafte Spuren in der Wissenschaft hinterlassen haben. Unter den Top Ten findet sich auch der chinesische Quantenphysiker Pan Jianwei, der bei Anton Zeilinger an der Universität Wien sein Doktorat gemacht hat und seit 2016 ausländisches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) ist.




"Vater der Quanten"

Pan Jianwei wird von manchen in China als "Vater der Quanten" bezeichnet, wie "Nature" schreibt. Denn der junge Physiker hat die quantenphysikalische Forschung in China in den letzten Jahren nachhaltig vorangetrieben. Ein Meilenstein dabei war der Start des Satelliten „Micius“ im August vergangenen Jahres, der von einem Team um Pan Jianwei gebaut wurde, um erstmals die Übertragung von Quanteninformation zwischen Weltraum und Erde zu testen. An dem Projekt mit dem Namen „QUESS - Quantum Experiments at Space Scale“ ist auch Österreich maßgeblich beteiligt: Forscher/innen der ÖAW und der Universität Wien betreiben die europäischen Empfangsstationen für den Satelliten.

Mit diesem Satelliten gelang dann im September den chinesischen und österreichischen Wissenschaftler/innen eine Weltpremiere: „Micius“ erzeugte einen Quantenschlüssel, der das weltweit erste abhörsicher verschlüsselte Video-Telefonat über zwei Kontinente möglich machte – zwischen ÖAW-Präsident Anton Zeilinger und Rektor Heinz W. Engl in Wien und dem Präsidenten der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, Chunli Bai, in Peking.

Für Quantenphysiker Anton Zeilinger war das Experiment ein „historischer Moment“, wie er gegenüber „Nature“ sagt und ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem zukünftigen Quanteninternet. Pan Jianwei gehöre bei den dafür benötigten technologischen Entwicklungen  in der Quantenphysik zur Spitzengruppe, sind sich Expert/innen einig. Derzeit leitet er an der University of Science and Technology of China in Hefei eine 50 Forscher/innen unterschiedlicher Disziplinen umfassende Gruppe. Pan Jianwei sei dabei, so Zeilinger, das "entscheidende Gehirn" hinter der Arbeit, das ÖAW-Mitglied zeichne eine Kombination aus Vision, Organisation und Experimentierfreude aus.