27.11.2015

NEUE STUDIE ERHEBT BILDUNG, BERUFSQUALIFIKATIONEN UND WERTVORSTELLUNGEN VON FLÜCHTLINGEN

Wiener Demographen befragen 500 Flüchtlinge in Österreich. Erste Ergebnisse der Umfrage werden für Jänner 2016 erwartet.

Seit Monaten flüchten Menschen aus dem Nahen Osten nach Europa. Zahlreiche von ihnen suchen auch in Österreich Zuflucht vor Krieg, Terror und Verfolgung. Für eine Integration dieser Menschen ist es wichtig, mehr über ihre Ausbildung und ihre beruflichen Qualifikationen sowie über ihre Erwartungen und Hoffnungen für die Zukunft zu erfahren. Eine neu gestartete Studie von Wiener Demographen erhebt nun erstmals im deutschsprachigen Raum diese Merkmale. Auch Informationen über ihre Herkunft und ihre Familie werden erfragt, ebenso Einstellungen und Werte. Durchgeführt wird sie vom Wittgenstein Centre for Demography and Global Human Capital, einer Gemeinschaftseinrichtung des Instituts für Demographie (VID) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), dem International Institute for Applied System Analysis (IIASA) und dem Institute for Human Capital and Development der Wirtschaftsuniversität Wien.
 
Befragt werden rund 500 Menschen, die flüchten mussten und im Osten Österreichs u.a. in Einrichtungen des Fonds Soziales Wien, der Caritas, des Samariterbundes, des Roten Kreuzes und der Diakonie untergebracht sind. Die Umfrage erfolgt in arabischer, persischer und englischer Sprache durch ein Team unter der Leitung des syrischen Demographen Zakarya Alzalak (IIASA), früherer Direktor des Statistical Technical Institute in Damaskus, sowie durch Studierende des von Judith Kohlenberger koordinierten Masterprogramms „Socio-Ecological Economics and Policy“ (SEEP) des Department für Sozioökonomie an der WU Wien. Erste Ergebnisse der Studie werden für 2016 erwartet.  

Die an der Studie beteiligten Wissenschaftler/innen erhoffen sich mit den Forschungsergebnissen zu einer Verbesserung der Faktenlage in der gesellschaftlichen Debatte um die Integration von Flüchtlingen beizutragen.