31.01.2018

Jetzt bewerben: Stipendien für junge Talente

Nachwuchswissenschaftler/innen auf ihrem Weg zu einer Karriere in der Forschung zu unterstützen – das machen die Stipendienprogramme der ÖAW möglich. Aktuelle Ausschreibungen sind auf der neuen Website stipendien.oeaw.ac.at zu finden.

Wer kennt sie nicht, die alten Schmalfilmrollen der Familie, die auf dem Dachboden schlummern? Diese flüchtigen Filme, von denen es nur ein Original, aber keine Kopien gibt, werden meist nur bei Verwandtschaftsbesuchen hervorgeholt. Doch ein zweiter – wissenschaftlicher – Blick lohnt sich. Denn die Amateurfilme sind einzigartige Quellen der Zeitgeschichte und Alltagskultur. Was wurde gefilmt? Welcher filmische Blickwinkel wurde eingenommen? Wie veränderten sich Themen, Motive und Protagonist/innen über die Zeit? Fragen wie diese stehen im Mittelpunkt der Forschung von Sandra Ladwig, Sarah Lauß und Michaela Scharf, die mit einem DOC-team-Stipendium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) gefördert wird. Die jungen Forscherinnen können dadurch in ihrem Projekt „Doing Amateur Film“ mehr über die Vorläufer heutiger Handyfilme aus den 1920er bis 1980er Jahren herausfinden.

Acht Stipendienprogramme unterstützen Nachwuchs

Die Wissenschaftler/innen sind drei von hunderten Nachwuchstalenten, die mit Stipendien der ÖAW auf ihrem Karriereweg in der Forschung unterstützt werden. Allein im vergangenen Jahr erhielten 124 junge Forscher/innen ein DOC, DOC-team oder DOC-med-Stipendium. Die Stipendiat/innen – über die Hälfte davon Frauen – konnten sich unter 350 Bewerber/innen durchsetzen. Anders als in den vergangenen Jahren können sich Doktorand/innen für diese Programme inzwischen jederzeit bei der Akademie bewerben. Die neugestaltete Website stipendien.oeaw.ac.at bietet weiterführende Informationen zu Antragstellung, Unterlagen und Auswahlverfahren.

Das DOC-Programm ist nicht die einzige Stipendienschiene, die dort zu finden ist. Insgesamt acht Programme werden von der ÖAW derzeit für Wissenschaftler/innen unterschiedlicher Karrierestufen angeboten – vom Pre-Doc bis zum Post-Doc. Für Letztere sind etwa Post-DocTrack-Stipendien gedacht, frischgebackene Doktor/innen können ihre Unterlagen aktuell bis 15. Mai 2018 einreichen. Noch bis 1. März 2018 können sich junge Forscherinnen aus der Medizin, den Naturwissenschaften oder der Mathematik für ein „For Women in Science“-Stipendium bewerben, mit dem der Beginn einer wissenschaftlichen Karriere von Frauen oder der Wiedereinstieg in eine wissenschaftliche Laufbahn von L’Oréal Österreich und ÖAW unterstützt werden.

Förderung von Forschungen im Ausland

Wen es ins Ausland zieht und in den Geisteswissenschaften forscht, der kann – ebenfalls noch bis 1. März 2018 – ein Projekt für ein ROM-Stipendium der ÖAW einreichen. Damit wird Diplom-, Master- oder Doktoratsstudierenden ein Forschungsaufenthalt in Italien ermöglicht. Doktorand/innen und Post-Docs, die Italien zwar schön finden, deren Forschung aber mit dem antiken Griechenland zu tun hat, steht das ATHEN-Programm offen. Bis 10. September 2018 können Bewerbungen für die Durchführung von Forschungen in der griechischen Hauptstadt eingereicht werden.

Doktorand/innen aus dem Bereich der Chemie, die einen Auslandsaufenthalt planen, können eine Förderung durch die „Monatshefte für Chemie“ in Anspruch nehmen, die Bewerbungsfrist läuft bis 15. April 2018. Und finally: Für Post-Docs aus allen Bereichen der Wissenschaft, die in den USA forschen wollen, gibt es noch bis 2. Mai 2018 die Möglichkeit, sich für ein MAX KADE-Stipendium zu bewerben. Es finanziert 12-monatige Aufenthalte an ausgewählten US-amerikanischen Forschungseinrichtungen.

Themenvielfalt von Archäologie bis Zellbiologie

Ob Amateurfilme, die vor dem kollektiven Vergessen bewahrt werden, wie beim DOC-team-Projekt von Sandra Ladwig, Sarah Lauß und Michaela Scharf, oder Migrationsgeschichten türkischer „Gastarbeiter/innen“, Mikroplastik in der Umwelt oder Schmerzprävention bei Neugeborenen – die Themen der durch die ÖAW geförderten Projekte junger Forscher/innen sind so vielfältig wie die Wissenschaft und das Leben selbst. Man darf gespannt sein, was diese und zahlreiche neue Stipendiat/innen der ÖAW zu den Fragen unserer Zeit beitragen und welche Laufbahnen sie in Wissenschaft und Forschung einschlagen werden. Eines ist jedenfalls klar: Bewerben für eines der Stipendienprogramme lohnt sich.