02.11.2017

Hellmuth Petsche verstorben

Die Akademie betrauert den Tod eines bedeutenden Hirnforschers und hoch engagierten Mitglieds.

In der internationalen Fachwelt galt Hellmuth Petsche als ein Pionier in der Erforschung der elektrischen Hirntätigkeit. In der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) kannte man ihn als ein hoch engagiertes und Neuem gegenüber stets aufgeschlossenes wirkliches Mitglied. Hier wie dort hinterlässt der im Oktober 2017 Verstorbene nun eine große Lücke.

Der im niederösterreichischen Scheibbs geborene Hellmuth Petsche promovierte nach seinem Studium in Wien, Würzburg und Innsbruck im Jahr 1948 im Bereich Neurologie und Psychiatrie. Nach einem Forschungsaufenthalt an der University of California, Los Angeles, kehrte er nach Österreich zurück, um am Neurologischen Institut der Universität Wien seine Untersuchungen zur elektrischen Hirntätigkeit zu vertiefen. 1973 zum außerordentlichen Professor und zum Leiter des Neurophysiologischen Instituts ernannt, dehnte er den Beobachtungsradius auf weitere verwandte Bereiche der elektrischen Hirntätigkeit aus. So festigte er seine herausragende internationale Reputation mit innovativen Untersuchungen zur Elektroenzephalografie (EEG), nicht zuletzt dank aufsehenerregender Erkenntnisse in der Analyse der elektrischen Hirntätigkeit beim Denken und bei kognitiven Tätigkeiten insgesamt. In Anerkennung seiner Leistungen wurde er unter anderem in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina gewählt und mit Preisen wie der Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold ausgezeichnet. 

Mit der ÖAW war Hellmuth Petsche zunächst als Abteilungsleiter am damaligen Hirnforschungsinstitut und ab 1974 als korrespondierendes sowie ab 1988 als wirkliches Mitglied verbunden. Wie bei seinen Forschungen erwarb sich Hellmuth Petsche auch hier rasch höchste Anerkennung unter seinen Kolleg/innen. Sein Tod im Alter von 94 Jahren stellt für die Akademie einen großen Verlust dar.