26.09.2022

Archivrecherche in Kotor

 

Im Rahmen des laufenden ÖAI-Projektes zum ehemaligen Kriegshafen Cattaro und den zugehörigen Festungsbauten der Monarchie in Montenegro konnten in den vergangenen Wochen erfolgreich Archivarbeiten vor Ort durchgeführt werden. Der Historiker Jovo Miladinović verbrachte fünf Wochen in Kotor, wo er im Historischen Archiv, im Bischofsarchiv sowie in der Bibliothek des Schifffahrtsmuseums von Montenegro recherchierte. Dabei konzentrierte er sich auf die Korrespondenz zwischen den militärischen und zivilen Behörden der Habsburger über den Bau, die Reparatur und die Instandhaltung der Festungsanlagen und Stadtmauern, aber auch zugehöriger Infrastruktur wie Straßen, Brücken, Kanalisationen, Wasserwerke, Hafen- und Platzanlagen und generell auf zivile, kirchliche und staatliche Gebäude.

Darüber hinaus lag der Fokus von Jovo Miladinović bei seinen Recherchen auf der lokalen Bevölkerung in der Bucht von Kotor und den benachbarten montenegrinischen und osmanischen Gebieten. Im Zentrum stand die Frage, wie diese auf die habsburgische Baukultur reagierte, die rasch in alle Lebensbereiche vordrang. Die Betrachtung derselben erlaubt einen Blick auf die habsburgische Herrschaft in den südlichsten Küstengebieten der Monarchie und veranschaulicht, wie diese gebaute Umwelt durch die lokal ansässigen regionalen Akteure beeinflusst und angenommen wurde.

 

Die Arbeiten vor Ort werden durch das internationale Kooperationsprogramm des ÖAD »Wissenschaftlich-Technischen Zusammenarbeit« (WTZ) finanziert (Projekt Nr: ME 01/2020). Vor Ort sind weitere Feldarbeiten im kommenden Frühjahr an der Festung San Giovanni oberhalb von Kotor geplant.