Portable Röntgenfluoreszenzanalysen ausgewählter Keramiken aus dem sog. Tycheion von Aigeira

Mittels portabler Röntgenfluoreszenzanalysen wird die Elementarzusammensetzung ausgewählter Proben hellenistischer und römischer Gefäßkeramik (Terra Sigillata und deren ›Imitationen‹, Transportamphoren) aus dem sog. Tycheion von Aigeira analysiert. Auf dieser Datengrundlage können geochemische Muster identifiziert werden.

Im Zuge der Bearbeitung ausgewählter Keramikfunde aus dem sog. Tycheion von Aigeira wird materialkundlichen Fragen mithilfe portabler Röngtenfluoreszenzanalyse (pXRF) nachgegangen. Durch die Untersuchungen können grobe geochemische Gruppen gebildet und differenziert werden. Diese Datengrundlage erlaubt grundsätzlich die nähere Beurteilung der untersuchten Keramiken.

pXRF und Herkunftsbestimmung


In diesem Zusammenhang gilt es einzuräumen, dass pXRF keine geeignete Methode für die exakte naturwissenschaftliche Provenienzbestimmung von Keramiken ist. Die genaue Lokalisierung von klar abzugrenzenden Produktionsorten kann deshalb nicht Ziel der Untersuchungsreihe sein. Vielmehr sollen die Analysen, die ein Novum für die archäologischen Materialien in Aigeira darstellen, eine grundsätzliche Differenzierung von lokalen und regionalen Keramikwaren einerseits und überregional verhandelten Importwaren andererseits ermöglichen. In der Zusammenschau mit der makroskopischen Beurteilung von Gefäßformen und -fabrikaten leistet pXRF als Screening-Methode diesbezüglich einen wesentlichen Beitrag zur besseren Klassifizierung hellenistischer und römischer Keramik.

Ziele und Perspektiven


Die Produkte von Töpfereien, die im Bereich der nördlichen Peloponnes angesiedelt waren, von den überregional verhandelten Importwaren, die auf Produktionszentren in Italien oder im östlichen Mittelmeerraum zurückgehen, unterscheiden zu können, ist für wirtschaftshistorische Aussagen auf Basis keramischen Fundmaterials von großer Relevanz.