DAS LIMYRA DER KINDER

Wege zum Erhalt von Limyra mit den Dorfkindern von Saklısu

Das Projekt »Das Limyra der Kinder«, das seit 2011 als einwöchige Sommerschule veranstaltet wird, soll die Kinder Limyras für ihre gebaute und gelebte Umwelt sensibilisieren. In dem Workshop dreht sich alles um Geschichte, Archäologie, Natur und ein friedliches Miteinander von Archäologie, Dorfbewohnerinnen und Ausgräbern. Gemeinsam mit Architekturstudentinnen aus Istanbul wird gebastelt, gemalt, genäht, gefilmt, genagelt, gebaut, gespielt und für alle Theater gespielt.

Das Projekt hat die Intention, bei den Kindern des Dorfes ein Zugehörigkeitsbewusstsein und eine Verantwortung für den Erhalt der Ruinen und der Natur von Limyra zu entwickeln. Das Verhältnis zwischen Archäologie und Dorf ist seit Generationen angespannt, weil die wissenschaftliche Tätigkeit verantwortlich ist für Enteignungen oder Einschnitte in landwirtschaftliche Tätigkeiten. Da nur ein Interesse seitens der Dorfbewohner und -bewohnerinnen den dauerhaften Erhalt der Ruinen und der Landschaft garantieren kann, ist es notwendig, dieses zu schaffen und aufrechtzuerhalten. 

Methode


Die im Architekturstudium übliche Methode von Workshops mit dichtem Programm (8 Tage mit jeweils 6 Stunden/Tag) und Abschlusspräsentation bildet die Grundlage. Architekturstudentinnen und -studenten mit Interessensgebieten wie Theater, Tanz, Gestaltung versuchen, mit den Kindern in spielerischer Form die Geschichte Limyras von der Antike bis in die Gegenwart und Zukunft zu erarbeiten, zu begreifen und sich darin zu positionieren. Es geht nicht nur um die Rettung der ›Steine‹, sondern vor allem auch um die Entwicklung einer gemeinsamen Vergangenheit und Zukunftsvision.

Teilnehmer/innen


Alle Kinder des Dorfes sind eingeladen mitzumachen, sodass jährlich etwa 50 Kinder im Alter von 4‒14 Jahren an diesem Programm teilnehmen. Im Gegensatz zu anderen Projekten in archäologischen Zonen kommen manche Kinder seit sechs Jahren jedes Jahr wieder. Dieser Umstand erschwert einerseits die Planung, da immer etwas Neues entstehen soll, doch ist andererseits eine Entwicklung der Kinder zu beobachten. Alle, die Unterrichtsinhalte vermitteln, sind ebenso Lernende, weil sie sich mit einer fremden Umwelt, ungewohnten Fragestellungen und einem ungewohnten ›Publikum‹ auseinandersetzen müssen. 

Themen


Theater als Spiel und Aufführung am Schluss für das gesamte Dorf bleibt jedes Jahr das Kernstück der Arbeit. Die kleinsten und die etwas langsameren Kinder malen und basteln zum Thema Limyra und Saklısu. Den Interessen aller Beteiligten angepasst, entstehen Workshops wie Musik, Nähen für ältere Mädchen, Konstruktionen, Spiele entwerfen, Puppenspiele, Tanzen und vieles mehr. Soweit es aber möglich ist, wird immer die Ortsbezogenheit ins Zentrum gerückt.