Verabschiedung von Christa Schauer

Das ÖAI-Team bedankt sich für viele Jahre sehr guter Zusammenarbeit und wünscht alles Gute für den Ruhestand!

Im Rahmen des Institutsabends der Zweigstelle des ÖAI in Athen am 8. März 2019 verabschiedete das ÖAI seine langjährige wissenschaftliche Mitarbeiterin Christa Schauer, die nach 26 Dienstjahren mit 1. April in den Ruhestand tritt. Der Leiter der Zweigstelle Athen Georg Ladstätter und der stellvertretende Direktor des ÖAI Oliver Hülden dankten Frau Schauer stellvertretend für das gesamte ÖAI-Team für ihre wissenschaftlichen und organisatorischen Leistungen sowie für ihren persönlichen Einsatz und wünschten ihr alles Gute für den Ruhestand.

 

Christa Schauer arbeitete von 1976 bis 1981 als Studentin an den ÖAI-Grabungen in Aigeira unter der Leitung von Wilhelm Alzinger mit. Nach ihrer Promotion an der Universität Wien zum Thema „Figürlicher Henkelschmuck an archaischen Bronzegefäßen geschlossener Form aus dem griechischen und großgriechischen Raum“ im Jahre 1982 war sie von 1982 bis 1993 freie und wissenschaftliche Mitarbeiterin der DAI Grabung in Olympia unter den Grabungsleitern Alfred Mallwitz, Helmut Kyreleis und Ulrich Sinn. In Summe verbrachte Frau Schauer somit über 40 Jahre als Archäologin in Griechenland.

Als Beauftragte für die Bibliothek der Zweigstelle des ÖAI in Athen gelang es ihr, dieses grundlegende wissenschaftliche Instrument mit ca. 19.000 Bänden für alle Mitarbeiter und Gäste derart aufzubauen, dass es für Recherchen heute nur selten erforderlich ist, größere Bibliotheken der in Athen ansässigen archäologische Schulen und Institute aufzusuchen.

In erster Linie war Christa Schauer jedoch Wissenschafterin und Archäologin. Ihr breites Interesse umfasste die Archäologie Griechenlands im Allgemeinen sowie die Geschichte der Archäologie und Rezeption der griechischen Antike beispielsweise im Wien des 19. und 20. Jhs. Dazu entstanden zahlreiche Publikationen, die auch spezifisch die Geschichte der Zweigstelle Athen mit ihren handelnden Personen thematisierten.

Ihre Forschungen zum formativen Phänomen der griechischen Heiligtümer und zur historischen Siedlungsarchäologiebasierten auf profunder Kenntnis der entsprechenden materiellen Kultur. Neben der gebauten Infrastruktur und Weihgaben handelt es sich dabei um das gesamte Materialspektrum von der frühen Eisenzeit bis in das byzantinische Mittelalter.

An der ÖAI-Grabung inLousoi war sie lange Jahre als Mitarbeiterin unter der Leitung von Veronika Mitsopoulos-Leon und Georg Ladstätter tätig. Eine umfassende Publikation zu den Funden der Grabungen im Stadtzentrum von Lousoi ist derzeit im Abschluss begriffen.