Österreichisch-ungarische Festungen in Montenegro

Absichtserklärung zur Zusammenarbeit zwischen Montenegro und Österreich feierlich unterzeichnet.

Am 14.6.2018 wurde in Cetinje/Montenegro die Absichtserklärung zwischen dem montenegrinischen Kulturministerium und dem ÖAI von Kulturminister Aleksandar Bogdanović und ÖAI-Direktorin Sabine Ladstätter feierlich unterzeichnet. Anwesend war auch die österreichische Botschafterin Anna Jankovic.

»Wir sind zuversichtlich, dass das heute unterzeichnete Memorandum eine gute Grundlage für die Umsetzung von Projekten darstellt, die zur Verbesserung des Zustands der Kulturgüter beitragen, aber auch zu einer größeren Mobilität der montenegrinischen und österreichischen ExpertInnen im Kultur-Erbe-Bereich beitragen wird. Wohlwissend, dass Österreich eine langjährige Tradition im Bereich des Schutzes und der Erhaltung von Kulturgütern besitzt, sowie dass die österreichisch-ungarischen Festungen in Montenegro einen wichtigen Teil des Kulturerbes darstellen, ist die Stärkung der Zusammenarbeit in diesem Bereich von großer Bedeutung. Dies betone ich deshalb, weil eine große Anzahl von k.u.k.-Festungen an den attraktiven touristischen Standorten gelegen und deshalb gut geeignet für die Entwicklung des Kulturtourismus ist.« - so Minister Bogdanovic.

Frau Ladstätter war besonders zufrieden mit der Möglichkeit, in Zusammenarbeit mit dem montenegrinischen Kulturministerium die österreichisch-ungarischen Festungen in Montenegro zu erforschen. »Dies ist eine große Chance für meine Institution und besonders deren Abteilung für Kulturerbe.«

»Dieses Projekt ist  ein weiterer Beweis für unseren Wunsch, die Kulturzusammenarbeit mit Montenegro zu stärken,« betonte Botschafterin Jankovic nach der Unterzeichnung des Memorandums.

Das Ziel des Memorandums ist eine engere Zusammenarbeit zwischen den Kulturinstitutionen von Montenegro und Österreich und die Durchführung gemeinsamer Projekte im Bereich des Schutzes und der Erhaltung von unbeweglichen Kulturgütern. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Erforschung der österreichisch-ungarischen Festungen in Montenegro. Da das Österreichische Archäologische Institut als außerordentliches Forschungsinstitut des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung im Rahmen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften fungiert, ist die geplante Zusammenarbeit bei der Aus- und Fortbildung von Fachkräften auf dem Gebiet des Schutzes und der Bewahrung von Kulturgütern von besonderer Bedeutung.

Das Memorandum sieht u.a. die Zusammenarbeit bei der Durchführung internationaler Projekte und gemeinsame Bewerbungen für europäische und internationale Fonds fürs Kulturerbe, sowie Zusammenarbeit bei der Digitalisierung der technischen, fachlichen und wissenschaftlichen Dokumentation zu den Kulturgütern vor. Darüber hinaus ist auch die Zusammenarbeit im Bereich der archäologischen und konservatorischen Forschung geplant, sowie die Durchführung von Konservationsprojekten mit entsprechenden Konservationsmaßnahmen, gemäß den nationalen und internationalen Standards.

Als eine der ersten Aktivitäten ist der Besuch von österreichischen ExpertInnen und StudentInnen aus dem Architekturbereich vorgesehen, die in Zusammenarbeit mit den VertreterInnen der montenegrinischen Kulturbehörden die Festungen Goražde und Kosmač erforschen werden.