Festungsbauten der Monarchie in Montenegro - Ehemaliger Kriegshafen Cattaro

Einblicke in die aktuelle ÖAI-Kampagne in Montenegro

Das Projekt zu den Festungsbauten der Monarchie in Montenegro geht auf eine Initiative des montenegrinischen Kulturministeriums im Herbst 2017 zurück, das eine wissenschaftliche Beschäftigung dieser Objekte rund um den ehemaligen österreichischen Kriegshafen Cattaro angeregt hat.

Derzeit ist eine zweiwöchige Vorkampagne im Gange, die von einem bis zu sechsköpfigen Team unter der Leitung von Lilli Zabrana durchgeführt wird. Zunächst werden topographische Besonderheiten der Bucht von Kotor mit ihren umliegenden hochaufragenden Gebirgszügen hinsichtlich der Positionierung der k. & k. Festungsbauten in ihren verschiedenen Ausbauphasen betrachtet sowie anschließend einige spezifische Gebäudestrukturen der insgesamt über achzig Objekte für eine nachfolgende Untersuchung ausgewählt. Ausgangspunkt für diese Feldkampagne ist eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Festungsanlagen Goražde sowie Kosmač. Diese sind durch ihre unmittelbare Nähe zu den stark frequentierten Tourismuszielen Kotor bzw. Budva gekennzeichnet, die die Erschließung der Festungsbauten in absehbarer Zeit wahrscheinlich macht, weshalb einer genauen Dokumentation der Objekte große Bedeutung zukommt.

Die Ergebnisse der aktuellen Vorkampagne bilden die Basis für die Entwicklung eines neuen Projektes, das neben militärwissenschaftlichen Aspekten vor allem die Dokumentation und Umsetzung des Bauvorganges der Festungsbauten sowie deren Instandhaltung und Kommunikation mit der Außenwelt wie auch die Routineversorgung in Friedens- und Kriegszeiten umfassen soll. Überdies werden Informationen zur Festungsbesatzung und deren Interaktion mit der Zivilbevölkerung im direkten Umland gesammelt. Zuletzt sollen auch der Abzug der Truppen nach Zusammenbruch der Monarchie und die nachfolgenden Nutzungsphasen Betrachtung finden. Neben diesen Fragestellungen wird darüber hinaus die Entwicklung eines umfassenden denkmalpflegerisches Konzeptes für das gesamte historische Ensemble der Fortifikationen um die Bucht von Kotor angeregt werden.

Die laufende Feldkampagne des ÖAI wird maßgeblich von der österreichischen Botschaft in Montenegro unterstützt. Darüber hinaus hat das montenegrinische Kulturministerium die Planung, Organisation und Durchführung der Kampagne von Beginn an begleitet. Weiters unterstützen Kollegen vom Center for Conservation and Archeology in Cetinje die Feldarbeiten vor Ort. Ferner konnten sich weitere Kollegen vom Directorate for the Protection of Cultural Property in Montenegro von unserer Arbeit vor Ort ein Bild machen. Zuletzt ist den Gemeinden Budva und Kotor zu danken, die die Unterkunft des Teams zur Verfügung gestellt haben.